Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

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Eine Neugestaltung des Platzes vor dem Denkmal wünschen sich viele Anwohner
3. öffentliche Veranstaltung zur Voruntersuchung Thälmannpark - der Saal der Wabe war überfüllt

Konzeptentwurf zur Entwicklung des Thälmannparks wird intensiv diskutiert

Besonders umstritten ist neue Wohnbebauung - Beteiligungsprozess geht weiter
Oktober 2013

Am 16. Oktober 2013 stellte das vom Bezirksamt Pankow beauftragte Büro Stattbau im Kulturhaus Wabe die Zwischenergebnisse und ein erstes Konzept im Rahmen der Voruntersuchung zum Thälmannpark vor. Der Wohn- und Kulturstandort ist ein Teil des Stadtumbau-Fördergebiets Prenzlauer Berg.

Ziel der Untersuchung des Büros Stattbau ist es, ein Leitbild, Entwicklungsziele und erste geplante Maßnahmen in einem Zeitrahmen von 10 bis 15 Jahren zu formulieren. Damit will der Bezirk die Stadtentwicklung auf dieser grünen Insel im ringsum dicht bebauten Prenzlauer Berg wesentlich mitbestimmen. Der Bezirk lässt prüfen, ob das Gebiet durch den Senat als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann.

Das Areal zwischen Danziger und Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und dem S-Bahn-Ring wurde als sozialistisches Wohngebiet bis Mitte der 1980er-Jahre auf dem Gelände des Gaswerks gebaut. Auch die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäudekomplexe des Bezirksamts und des Vivantes-Klinikums gehören dazu. Markante Punkte sind außerdem das Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee und das Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße.

Der große Saal der Wabe war überfüllt - zahlreiche Bewohnerinnen des Thälmannparks nehmen nicht nur Teil, sondern beanspruchen, die Zukunft des Gebiets entscheidend mitzubestimmen. Die Veranstaltung war die dritte öffentliche Diskussion zur Voruntersuchung. Der zuständige Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner bezeichnete das Verfahren der Bürgerbeteiligung als das intensivste, dass es bisher im Bezirk gegeben habe. Vorausgegangen waren eine Auftaktveranstaltung, ein Workshop und eine gemeinsame Begehung mit der Anwohnerinitiative Thälmannpark.

Stadtrat Kirchner betonte, er freue sich auf den interessanten und konträren Diskussionsprozess. Streitpunkt zwischen Bezirksamt, Stattbau und der Anwohnerinitiative ist vor allem die geplante Wohnbebauung auf dem seit Jahren brachliegenden ehemaligen Güterbahnhof im Norden, auf den Parkplätzen an der Schwimmhalle und auf der Fläche des heutigen Gewerbegebiets östlich der Danziger Straße, nördlich der sogenannten Grünen Stadt.

Dieses Areal wurde zusammen mit dem angrenzenden Anton-Saefkow-Park angesichts des Investoreninteresses im September offiziell in die Voruntersuchung einbezogen. Auch die BVV und die Anwohnerinitative hatten sich für diese Erweiterung des Untersuchungsgebiets ausgesprochen. Insgesamt sieht der Konzeptentwurf auf den drei Flächen den Neubau von bis zu 2.200 Wohneinheiten vor. Dazu müsste aber erst durch den Bezirk Baurecht für Wohnungsbau geschaffen werden.

Die Anwohner wünschen sich mehrheitlich für die beiden Bereiche unmittelbar an der Ringbahn einen breiten Grüngürtel vom Ernst-Thälmann-Park bis zur Kniprodestraße. Stadtrat Kirchner äußerte Verständnis für diesen Wunsch, man befinde sich hier in einem Zielkonflikt.

Neben der strittigen Wohnbebauung gibt es aber auch viel Konsens: Die bestehenden Grün- und Freiflächen, die Infrastruktureinrichtungen, der Hockeyplatz und der Kulturstandort sollen erhalten bleiben und saniert werden.

Die Grundschule am Planetarium soll durch die Verlegung von Wegen neues  Erweiterungspotenzial für einem Schulcampus erhalten. Dort läuft noch bis zum Frühjahr 2014 die energetische Sanierung. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Projektseite.

Auch das städtebauliche Ensemble der Plattenbauten und Hochhäuser sowie das Thälmann-Denkmal stehen nicht zur Disposition. Die städtische Wohnungsgesellschaft Gewobag plant technische Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden, jedoch keine energetische Sanierung. Über erklärende Tafeln am Thälmann-Denkmal wird zur Zeit in der Bezirksverordneten-Versammlung diskutiert.

Der Diskussionsprozess soll intensiv weitergeführt werden. Dazu verständigen sich das Bezirksamt, Stattbau und die Anwohnerinitiative in Kürze auf neue Termine.

Die Dokumentation der bisherigen Veranstaltungen stehen auf den Seiten von Stattbau zum Download bereit.

Von: Anka Stahl

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