Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Podiumsdiskussion im Erich Klausener-Saal des Ministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
auf dem Kongress 10 Jahre Stadtumbau Ost in Berlin am 6. Juni 2012

Kongress 10 Jahre Stadtumbau Ost sieht Stadtentwicklung im Wandel

Akteure des Stadtumbaus trafen sich zum Erfahrungsaustausch
Juni 2012

Am 6. Juni 2012 trafen sich mehr als 200 Wissenschaftler und Praktiker im zuständigen Bundesministerium für Verkehr,  Bau und Stadtentwicklung, um Erfahrungen und Perspektiven nach 10 Jahren Stadtumbau Ost auszutauschen. Durch den Tag führten Dr. Heike Liebmann, Ulrike Hagemeister und Dr. Anja Nelle von der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost.

Staatssekretär Dr. Rainer Bomba begrüßte die Versammelten und betonte die große Bedeutung des Stadtumbaus Ost. Mehr als 400 Gemeinden haben in 10 Jahren von den Fördermitteln des Programms profitiert, insgesamt 2,7 Mrd. Euro flossen in Rückbau- und Aufwertungsmaßnahmen. Circa 300.000 Wohneinheiten wurden bisher zurückgebaut. Das Ziel, die Leerstandsquote zu reduzieren, wurde damit erreicht. Der Stadtumbau sei die wichtigste Antwort auf den demografischen Wandel in Ostdeutschland.

Bund bekennt sich zum Stadtumbau als Antwort auf den demografischen Wandel

Angesichts der völlig neuen Herausforderungen wurden im Rahmen des Programms viele neue Instrumente und Ansätze entwickelt, zum Beispiel bei der Zwischen- und Umnutzung und der Zusammenarbeit zwischen Ämtern und Privateigentümern, die nun auf andere Bereiche übertragen werden.

Das Problem des Umgangs mit dem demographischen und strukturellen Wandel sei damit aber noch nicht gelöst. Er bleibt in allen ostdeutschen Ländern weiterhin eine entscheidende Aufgabe. Dabei ginge es nicht mehr vorrangig um Flächenabriss in den Großsiedlungen, sondern besonders um die Stärkung der Innenstädte. Staatssekretär Bomba versprach, der Bund werde die Länder, Städte und Kommunen mit dieser Herausforderung nicht allein lassen. 2012 fließen 82 Mio. Euro an Bundesmitteln in das Programm, bei diesem Niveau solle es auch 2013 bleiben.

Von quantitativen zum qualitativen Wachstum

Der Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, sprach von einer radikalen Neuausrichtung von quantitativem zu qualitativem Wachstum. Die Integrierten Stadtentwicklungskonzepte seien entscheidend für den Erfolg. Besonders wichtig seien auch realistische Planungen, bei denen frühzeitig die betroffenen Bürger einbezogen werden. Eine große Herausforderung sei es, die verstärkte Beteiligung der Privateigentümer am Stadtumbau zu erreichen.

Rückbau weiterer 250.000 Wohnungen bis 2020 nötig

Auch Dr. Heike Liebmann von der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost sprach von der großen Bedeutung der Integrierten Stadtentwicklungskonzepte, die ein neues akteurs- und ressortübergreifendes Planungsverständnis erzeugt hätten. Der Leerstand in vielen ostdeutschen Städten beginne jedoch wieder zu steigen. Zur Stabilisierung der Leerstandszahlen müssen bis 2020 weitere 250.000 Wohnungen vom Markt genommen werden. Flächenhaften Rückbau werde es aber kaum noch geben.

Die Fokussierung auf die Aufwertung der Innenstädte erfordere neue innovative Methoden und die Einbindung vieler Akteure. Dies bedeute einen besonders hohen Investitionsaufwand, gerade auch im Hinblick auf die notwendige altengerechte und klimaangepasste Sanierung. Deshalb sei eine verlässliche und ausreichende Finanzierung der Stadtentwicklungsprogramme nötig. Die nachhaltige Anpassung der Städte an den demografischen, strukturellen und klimatischen Wandel sei ein gesamtgesellschaftliche Aufgabe über das Jahr 2016 hinaus. Beim offensiven Umgang mit dem Strukturwandel sei Deutschland im internationalen Vergleich in einer viel beachteten Vorreiterrolle.

Nach den einführenden Reden berichteten vor allem Praktiker in drei Diskussionsrunden von ihren Erfahrungen vor Ort. Sie standen unter der Überschrift: "Schrumpfung gestalten", "Motor für Innovation" und "Gesamstädtische Perspektiven". In den Beiträgen spiegelten sich Mut zum Experiment und die Lust am Stadtumbau, für die sich Dr. Harald Kegler vom Labor für Regionalplanung Dessau in seinem Statement ausgesprochen hatte.

Von: Anka Stahl, Fotos: Jan Zwilling, Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS)

Fördergebiete & Projekte

Projektinformationen

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung