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Gendenkort SA-Gefängnis Papestraße eröffnet

Wichtigstes Zeugnis des frühen Naziterrors in Berlin
April 2011


Im Rahmen ihres Rundgangs im Stadtumbaugebiet Schöneberg-Südkreuz am 7. April 2011 eröffnete Staatssekretärin Hella Dunger-Löper gemeinsam mit dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Professor Andreas Nachama, und Kulturstadtrat Dieter Hapel den Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße.

Professor Nachama betonte in seiner Rede die Bedeutung des Ortes als Tatort. Das Erleben eines solchen Raumes vermittle Geschichte nachhaltiger als Kataloge und Aufsätze. Die Tage Anfang 1933 seien die wichtigsten des 20. Jahrhunderts, denn daran könne man noch heute lernen, wie schnell durch Terror Demokratie zerstört werden kann.

Das ehemalige SA-Gefängnis Papestraße im Gebäude Werner-Voss-Damm 54a gehört zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen des NS-Terrors in Berlin. Die früheren Gefangenenkeller sind weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Hier waren von März bis Dezember 1933 circa 4000 Menschen inhaftiert; 400 davon sind durch die Recherchen der Geschichtswerkstatt Papestraße namentlich bekannt.

Der Gefangenenkeller der SA-Feldpolizei wurde 1992 durch die beharrliche Suche der Mitglieder der Geschichtswerkstatt entdeckt. 2003 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung einen Gedenkort einzurichten. Mit den Mitteln des Stadtumbaus West wurde es möglich, die Keller zu sichern und herzurichten. Bis zum Gedenkjahr 2013 wird nun mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie eine Ausstellung erarbeitet.

Zur Zeit ist der Ort zwei Mal in der Woche geöffnet. Eine kleine Wanderausstellung liefert die wichtigsten Fakten. Alle zwei Wochen gibt es sonntags eine Führung. Ein Zeitzeuge kann noch aus eigener Erfahrung von seiner Haft im Haus 54A berichten. Außerdem plant das Museum Tempelhof gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Seminare, Workshops und Projekttage für Schulklassen. Das Haus soll ein Ort der aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte sein.

Der Gedenkort ist Teil der Geschichtsmeile entlang der General-Pape-Straße.

Mehr zum Haus 54A

Von: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, A. Stahl, Grafik: Museen Tempelhof-Schöneberg

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