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Der Vorplatz des Zentrums für Kunst und Urbanistik

Stadtgarten Moabit an der Siemensstraße eröffnet

Freizeitoase für Jung und Alt umgibt das Zentrum für Kunst und Urbanistik auf dem alten Güterbahnhof
September 2012

Ein Stadtgarten auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit an der verkehrsbelasteten Siemensstraße - diese Vision wurde nach einigen Jahren der Planung, der Konflikte und der konstruktiven Kompromisse nun Wirklichkeit. Am 24. September 2012 eröffneten Ephraim Gothe, Staatssekretär für Bauen und Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, und der Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte, Dr. Christian Hanke, gemeinsam mit Kindern der benachbarten James-Krüss-Grundschule den neuen Moabiter Stadtgarten.

Die Kinder waren  - genauso wie Anwohner und Interessengruppen  - von Anfang an in die Planung einbezogen. Das in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählte Planungsbüro Glaßer und Dagenbach griff immer wieder die Vorschläge aus den verschiedenen Planungs-Werkstätten auf und setzte sie um. Ein beispielhaftes Modell der Bürgerbeteiligung, wie Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke in seiner Rede betonte.

So waren die als Kisten und Kästen ausgebildeten Spielgeräte, die an die Funktion des Güterbahnhofs erinnern, und auch die kleine Kasperl-Theater-Bühne auf dem Spielplatz Wunschelemente der Schülerinnen und Schüler. Auch der Balkon auf der Schallschutzwand zur Bahn und zur geplanten Umgehungsstraße geht auf die Ideen der Anwohner zurück - ein idealer Standort, um das Treiben im gegenüberliegenden Westhafen und auf der Bahnstrecke zu beobachten.

Bezirksbürgermeister Dr. Hanke bedankte sich ausdrücklich bei den Moabiter Bürgern für die intensive Beteiligung am Planungsprozess. Staatssekretär Gothe erinnerte an die vielen Hürden, die man gemeinsam bis zum Tag der Eröffnung überwunden hat. Auch er war schon vor Jahren als damaliger Bezirksstadtrat an der Entstehung des Stadtgartens beteiligt. Und noch etwas freute die Politiker und die "Macher" des Stadtgartens besonders: Der kleine Park erhielt mit dem "Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U)" einen "urbanen Kern" - so Gothe. Das Gebäude des Güterbahnhofs stand schon auf der Abrissliste, bevor es von engagierten Akteuren davor bewahrt und nun vom Verein Kunstrepublik e.V. zu einem Ort für urbane Kunst und Wissenschaft ausgebaut und genutzt wird.

In der Halle finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt, 13 Atelierwohnungen werden an KünstlerInnen und WissenschaflerInnen vermietet. Das ZK/U hat nebenbei eine hochwillkommene Schutzfunktion für die Anlage des Stadtgartens und wirkt mit zahlreichen geplanten Veranstaltungen auch ins Quartier hinein. Los geht es schon am 29. September 2012 mit dem beliebten Sperrmüll-Markt "Brauchbar". Das ZK/U bietet passend dazu einen Workshop zur Herstellung von Möbeln aus Sperrmüll an.

Die Entwicklung im Stadtgarten geht vielfältig weiter: im Herbst wird die 150 Meter lange Schallschutzmauer von Schülerinnen und Schülern unter künstlerischer Anleitung mit Graffiti gestaltet. Und der Verein BürSte e.V. (Bürger für den Stephankiez in Mitte) wird spätestens im Frühjahr den 1600 Quadratmeter großen Bürgergarten mit Beeten, Bäumen und Hochbeeten bestellen.

Spätestens 2013 beginnt auch der Bau der Umgehungsstraße nördlich des Stadtgartens, die die Siemens- und auch die Quitzowstraße vom Lieferverkehr des angrenzenden Gewerbegebiets entlasten soll. Nach deren Fertigstellung werden aus dem Stadtumbau weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie Übergänge und Poller finanziert, damit die Bewohner und die Schüler des Quartiers rund um den Unionplatz sicher in ihren Stadtgarten gelangen können.

Von: Anka Stahl

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