Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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„Stadtumbau – wie geht es nun weiter?“

Diese Frage beantwortet Christiane Höhne, Projektleiterin der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn, in einem Interview in der Januar-Ausgabe der Mieterzeitung „Wir in Marzahn“
Januar 2006

Vorab zog sie ein Resumee der vergangenen zwei Jahre. So hätten die Ahrensfelder Terrassen gezeigt, welche baulichen Möglichkeiten und welche Vielfalt der Plattenbau in konstruktiver und gestalterischer Hinsicht zuließe. Das zog auch viele Interessenten an, für viele der Anlass, überhaupt einmal nach Marzahn zu kommen.

Sie und ihre Mitarbeiter hätte es gefreut, dass die meisten Bewohner stark mit ihrem Wohngebiet und der Wohnungsbaugesellschaft verbunden und nach Marzahn-Nord zurückgekehrt seien - trotz aller Schwierigkeiten sowohl beim Leerzug als auch beim Planungs- und Bauprozess. Die Bevölkerungs- und damit die Leerstandsentwicklung in den Großsiedlungen machten bereits in der Bauphase der Ahrensfelder Terrassen deutlich, dass der Wohnungsbestand durch Rückbaumaßnahmen weiter reduziert werden muss, so Frau Höhne. „Von Anfang an war uns wie auch dem Bezirk bewusst, dass für den Stadtumbau nur die wenigen bisher unsanierten Gebäude zur Verfügung stehen und dass es sich in Einzelfällen bei den betreffenden Gebäuden auch um gute Wohnlagen handelt.“
Das bedeute, zwar eine möglichst große Anzahl Wohnungen vom Markt zu nehmen, aber mit dem verbleibenden Bestand die betroffenen Quartiere aufzuwerten und zu stabilisieren. Für den Gesamterfolg spielten nicht nur die Baumaßnahmen, sondern auch die Aufwertung der im Gebiet vorhandenen öffentlichen Einrichtungen und Freiflächen eine große Rolle.

Das vom Berliner Senat inzwischen bestätigte Stadtumbau-2-Programm  bezeichnete sie als richtigen Weg, nach wie vor stehen zu viele sanierte Wohnungen in Marzahn leer. stehen. Es käme nun darauf an, in die richtigen Projekte zu investieren, sich mit den baulichen Umgestaltungsmaßnahmen der Bevölkerungsentwicklung anzupassen und neue Qualitäten im Wohnungsangebot zu schaffen. Natürlich sei es für die betroffenen Bewohner zunächst schwer, Rückbauentscheidungen zu akzeptieren. Andererseits konnten sie in den überwiegenden Fällen das Mietverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen lösen und gemeinsam eine neue Wohnung finden.

Der wohl am meisten diskutierte Standort des weiteren Stadtumbaus sei zweifellos der Standort an den Ringkolonnaden. Hier gäbe es insgesamt viele positive Entwicklungen, aber leider auch große Probleme, führte die Projektleiterin aus. Beispielsweise wirke sich das seit mehreren Jahren leer stehende südliche Gebäude der Ringkolonnaden, negativ auf die Vermietung der angrenzenden Wohnhäuser aus.
Mit Teilrück- und anschließendem Umbau der Ludwig-Renn-Straße 64-72 in ein Haus für betreutes Wohnen soll der Bevölkerungsentwicklung Rechnung getragen werden. Kleine Wohnungen für ältere Bewohner sollen an der Sella-Hasse-Straße 2-30 entstehen. In den Jahren 2007/2008 soll der Rückbau der anderen Wohngebäude  an der Ludwig-Renn-Str. 46-62 und der Mehrower Allee 38-48 erfolgen. Der dramatische Leerstand mache auch den Abbruch der Gebäude Schorfheidestr. 2, 4 und 10, 12  notwendig. Dort müßten für alle Bewohner akzeptable Lösungen gefunden werden, um den schönen Innenhof zu erhalten.

Christian Höhne bedauerte, dass sich das Thema Stadtumbau in der öffentlichen Diskussion derzeit fast ausschließlich auf die Wohnungsbestände der WBGMarzahn bezöge. Aber der Bezirk müsse sich der Bevölkerungsentwicklung anpassen. „Auch für uns ist Leerziehen und Abreißen wesentlich komplizierter als zu sanieren und zu vermieten“, betonte Frau Höhne. Doch Stadtumbau bedeute viel mehr als nur die Reduzierung von Wohnungen. „Diese Chancen des Stadtumbaus, langfristig funktionierende Gebiete zu schaffen, gilt es zu erkennen und die immer weniger werdenden, aber noch zur Verfügung stehenden Mittel nachhaltig einzusetzen“, sagte sie abschließend.

Stadtumbau-Ost-Vorhaben der WBG Marzahn


Schorfheider Viertel
Sanierung: Schorfheidestr. 14 – 26 (begonnen 2005)
Abbruch: Schorfheidestr. 2/4 und 10/12 (2007)
Rückbau: Golliner Str. 45 – 49, Kölpiner Str. 13 – 23 (2008)

Ringkolonnaden
Umbau in ein Pflegeheim mit integriertem Service-Wohnen nach Teilrückbau auf sechs Etagen: Ludwig-Renn-Str. 66 – 72 (2006)
Sanierung: Sella-Hasse-Str. 2 – 30, teilweise Umbau zu kleinen Wohnungen (Baubeginn vorauss. Sommer 2006).
Abbruch: Ludwig-Renn-Str. 46 – 62, Mehrower Allee 38 – 48 (vorauss. 2007/08)

Cecilienviertel
Rückbau: Wuhlestr. 2 – 8 (2006)
Abbruch: Wuhlestr. 27 – 35/Cecilienstr. 158 – 162 (vorauss 2007/08)


Das vollständige Interview finden Sie unter www.degewo-ag.de

 

Von: Bearbeitung: R. Friedrich

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