Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Kinder der Freizeiteinrichtung Kompass mit ihrem Angelo
Modellbau im August 2016
Wie soll Angelos Gesicht aussehen? Alles wird gemeinsam besprochen
Eine Lage Steine fehlt noch – aber Angelo nimmt schon deutlich Gestalt an

Ein Schutzengel für die Kids vom Kompass

Chilling Dreams Projekt in Hellersdorf ist fertig
Dezember 2016

Angelo schaut etwas melancholisch, auf jeden Fall aber wachsam in die Runde. Den Schutzengel zum Chillen haben sich die Kinder der Freizeiteinrichtung Kompass in Hellersdorf gemeinsam mit den Pojektbegleiterinnen von bwgt e. V. für den Wettbewerb zum Kinder- und Jugendbeteiligungs-Projekt "Chilling Dreams" ausgedacht.

Die besondere Form des Chill-Objekts stach aus den vielen Vorschlägen heraus. Die große Engelsfigur, die mit ihren bogenförmigen Flügeln Schutz und Rückzug bietet, war folgerichtig eine der fünf Ideen, die im Juli von der Jury zur Umsetzung ausgewählt wurden. Der Wettbewerb wurde gemeinsam von der jetzigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, von der IGA Berlin und vom Büro des Gebietsbetreuers für den Stadtumbau in Marzahn-Hellersdorf, der S.T.E.R.N. GmbH, ausgelobt.

Im August bauten die Kompass-Kids mit dem Berliner Bildhauer Christoph Glamm verschiedene Modelle im Maßstab 1:10. Papier, Holzbausteine und Knete kamen zum Einsatz. Angelo sollte im ruhigen Teil des Gartens aus einzelnen Sandstein-Quadern als ringförmigen Mauer mit einem Querschnitt von drei Metern entstehen, die mit ihrer Höhe von 1,20 Meter vor Wind und Blicken schützt. Die Sandsteine aus dem Elbsandsteingebirge mussten nicht nur so behauen werden, dass sie ohne große Lücken zusammenpassen, sie sollten auch ein Muster aus Strichen erhalten, das das Gefieder des Engels zeigt. Am schwierigsten war natürlich der Kopf mit dem Gesicht des Engels - auch dafür wurden gemeinsam Entwürfe angefertigt.

Im Oktober wurde der Sandstein geliefert. Bis November klopfte und bohrte Christoph Glamm im Garten des Kompass quaderförmige Sandsteine zurecht, während es fast fortwährend nieselte. Steine auswählen, grob behauen, fein das Muster einarbeiten und die Quader mit Gewindestangen verbinden – eine Geduldsübung – doch jeden Tag wuchst Angelo ein Stück weiter und immer kamen Kinder um zu helfen, schließlich ist es vor allem ihr Projekt.

Ende November war alles fertig – inklusive einer hölzernen Sitzfläche innerhalb der schützenden Mauer. Doch nun musste alles wieder abgebaut und im Garten eingelagert werden. Dafür hatte Christoph Glamm alle Steine vorsorglich nummeriert. Wie ein 3D-Puzzle lassen sie sich wieder zusammensetzen. Nichts ist fest verfugt. Im März werden alle Teile zum IGA-Gelände gebracht und zwischen April und Oktober dort für alle Besucher ausgestellt. Danach kehrt Angelo zurück zum Kompass, um seinen Platz im Garten einzunehmen.

Der Künstler Christoph Glamm

Christoph Glamm hat sehr viel Erfahrung in der Arbeit mit künstlerischen Schülerprojekten. Als gelernter Steinmetz studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und war anschließend an verschiedenen Ausstellungen und Aktionen beteiligt – u.a. an "30 Tage 30 Künstler" in den Hackeschen Höfen und am Skulpturengarten am Klostersee Lehnin. Seit 2004 arbeitet er ausschließlich mit Kindern aller Altersgruppen und immer mit dem Material Stein.

Weitere Informationen über Christoph Glamm unter www.glamm-steine.de

Von: Anka Stahl, Quelle u. Fotos: Julia Geiß, bwgt e. V.

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