Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Nachrichten-Archiv

Aktuelles


Senator Andreas Geisel spricht zur Weiterentwicklung der Großsiedlungen
Rund 130 Gäste waren zur Fachtagung gekommen
Der sogenannte Baukasten am Regine-Hildebrandt-Park ist die Heimat des Kompetenzzentrums Großsiedlungen e. V.

Große Wohnsiedlungen als Modell für die Zukunft?

Fachleute, Akteure und BürgerInnen trafen sich zur Fachtagung "30 Jahre Hellersdorf"
Juni 2016

Die Großsiedlung Hellersdorf wurde vor 30 Jahren zum Stadtbezirk. Diesen Status hat sie zwar inzwischen verloren, doch auch das hier beheimatete Kompetenzzentrum Großsiedlungen feiert 2016 ein Jubiläum - das 15. Aus diesem Anlass veranstaltete der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V. am 3. Juni 2016 eine Fachkonferenz zur Entwicklung der nach Marzahn zweitgrößten Großsiedlung Deutschlands vom DDR-Neubaugebiet zur grünen Wohnstadt. Unter den rund 130 Gästen waren u. a. Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel, Bezirksbürgermeister Stefan Komoß sowie der Rektor der gastgebenden Alice-Salomon-Hochschule, Prof. Dr. Uwe Bettig.

Im Laufe seines Bestehens haben sich die Aufgaben des Kompetenzzentrums Großsiedlungen stark gewandelt: Ging es früher um das Sammeln von Erfahrungen bei der Bewältigung der Probleme des großen Einwohnerverlustes wird die Großsiedlung nun zu einem der möglichen Modelle für den Umgang mit dem starken Bevölkerungsanstieg. Verlor Hellersdorf zwischen 1990 und 2002 rund ein Viertel seiner Bewohnerschaft und standen bis zu 11.500 Wohnungen leer, so sollen in den kommenden Jahren rund 2.000 neue Wohnungen entstehen.

Welche Erkenntnisse aus dem schnellen Bau der Großsiedlung und den darauf folgenden, tiefgreifenden Veränderungen sind übertragbar auf heutige Prozesse? Wo liegt die Zukunft Hellersdorfs angesichts eines angespannten Wohnungsmarktes, der Notwendigkeit des Weiterbauens innerhalb des Siedlungsgefüges und der großen Integrationsaufgaben?

Senator Geisel sprach über Berlins Strategien zur Weiterentwicklung der Großsiedlungen: Insgesamt werden in der Stadt in den kommenden Jahren 12 neue große Baugebiete mit insgesamt 50.000 Wohnungen für 100.000 Menschen entstehen. Das entspricht der Größenordnung von Hellersdorf in den 1980er-Jahren. Aber auch in den bestehenden Siedlungen sollen vorhandene Potenziale für Nach­verdichtung genutzt werden. In der Hellersdorfer Großsiedlung sind circa 2.000 Wohnungen auf 20 Teilflächen vorgesehen. Diese Nachverdichtung muss aber behutsam vor sich gehen und auch Verbesserung für die bereits ansässige Bevölkerung mit sich bringen, so Andreas Geisel.

Hier spielen Förderprogramme wie Stadtumbau Ost und Soziale Stadt eine wichtige Rolle. Mehr als 132 Millionen Euro sind in diesem Rahmen investiert worden. Voraussetzung für die breite Akzeptanz der Entwicklung war die umfassende Beteiligung der Menschen. Die große Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner der "Platte" lebt gern hier - auch wenn das für so manchen Außenstehenden schwer verständlich ist. Aus der Entwicklung von Hellersdorf lässt sich viel lernen, so Andreas Geisel. Großsiedlungen seien zukunftsfähig. Abschließend sagte Senator Geisel: "Wir können Berlin nur mit den Berlinerinnen und Berlinern gestalten. Sorgen Sie dafür, dass die Menschen mitreden können..."

Anschließend berichteten Architektinnen und Stadtplaner, die den Bau von Hellersdorf entscheidend prägten, über die planerischen Ansätze und die Restriktionen des Bauens im Rahmen des Wohnungsbauprogramms der DDR sowie über die schwierige Phase des Übergangs der noch unfertigen Wohnsiedlung in die kapitalistische Marktwirtschaft.

Am Nachmittag stellten sich erfolgreiche Hellersdorfer Initiativen und Projekte vor, die das soziale Zusammenleben mit prägen, darunter das Kinderforscherzentrum Helleum und der gemeinnützige Verein Kids & Co.

Am folgenden Tag schloss die Tagung mit einer Rundfahrt zu aktuellen Projekten im Gebiet und dem Besuch des 2015 eröffneten Skywalks mit seinem fantastischen Blick über die Großsiedlung.

Von: Anka Stahl und Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V., Fotos: Anka Stahl (1,2), Regina Friedrich

Fördergebiete & Projekte

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung