Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Die Postkarte zur Kunst-Aktion

20.10. Stadtraum-Intervention Sirius am U-Bhf Hellersdorf

Ein "Apparat für Menschen und Vögel" erhebt sich von 11 bis 23 Uhr auf dem Alice-Salomon-Platz
Oktober 2012

Die Berliner Künstlerin Anke Westermann ist eine der Gewinnerinnen des Kunstwettbewerbs Helle Mitte, bei dem 2011 Ideen für Kunst-Aktionen zum Nachdenken über den öffentlichen Raum an einem "unfertigen Ort" wie dem Alice-Salomon-Platz gesucht wurden. Der Wettbewerb wurde gefördert im Rahmen des Stadtumbau Ost. Die sechs Gewinner stellten und stellen ihre Werke 2012 rund um die Helle Mitte vor (siehe Projektseite Temporäre Kunstprojekte).

Am 20. Oktober 2012 lädt Anke Westermann mit ihrem Sirius-Projekt - einer 15 Meter hohen, leeren Hebebühne - zum Nachdenken und Diskutieren über öffentliche Räume und Teilhabe von Künstlern ein. Gleichzeitig ruft die Aktion potenziell auch zahlreiche andere Assoziationen hervor. Anke Westermann:

"In Referenz zur „Lenin-Tribüne“ von El Lissitzky wird 95 Jahre nach der Oktoberrevolution eine Hebebühne, Modell Haulotte 16 TPX, auf dem Alice-Salomon-Platz stehen. Die Aussichtsplattform bleibt jedoch leer. Wir warten vergeblich auf den neuen „Lenin“.

Oben an der Plattform sind stattdessen ein Monitor und eine closed circuit Videokamera angebracht. Die Kamera filmt aus der Vogelperspektive den Platz, auf dem sich viele Menschen taubengleich versammeln, ein Automat streut dabei konfettiähnlichen Puffreis umher. Diese Aufnahmen werden zeitgleich auf den Monitor übertragen und sind so von unten als räumliche Umkehrung sichtbar.

Die Installation stellt einen reflektiven Bezug zu den Programmen der Russischen Revolution und der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in Russland her. Sie stellt die Ursprungsvisionen einer konstruktivistischen Utopie einer technisierten Gesellschaft zur Debatte, deren Spuren sich in der Planung der Plattenbau-Siedlung Hellersdorf wiederfinden. Die Stadtraum-Installation spricht so Menschen aller Alters- und Gesellschaftsschichten an, sich mit den Gestaltungsprinzipien der Moderne und den damit verbundenen sozialistischen Ideen spielerisch auseinanderzusetzen." Gemeinsam soll über die architektonischen und gesellschaftlichen Utopien für das kommende Jahrhundert nachgedacht werden.

Mehr zum Projekt auch auf den Seiten von Anke Westermann

Von: Anke Westermann u. Kulturamt Marzahn-Hellersdorf, bearb. A. Stahl, Grafik: Anke Westermann