Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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1. Station: Architekt Manfred Öller erklärt die energetischen Finessen in der am 11.5. eröffneten Sporthalle Hagenstraße
2. Station: Kitaleiterin Irmgard Duletzki (r.) mit ihrer Kollegin Pfeiffer-Hamann.
3. Station: Das „Holzhaus“ mit seiner modernen Küche
4. Station: Drachenspielplatz Gotlindestraße

Tag der Städtebauförderung: Lichtenberg präsentiert Erfolge

Ein fachkundiger Spaziergang zu Spiel und Sport
Mai 2017

Genia Krug ist als Gebietsbeauftragte für die Region Frankfurter Allee Nord guter Dinge, denn in Sachen Stadtumbau kann sie an diesem 13. Mai sichtbare Ergebnisse präsentieren. Zuerst gewährt sie den etwa 20 Besucherinnen und Besuchern einen ersten Blick in die frisch sanierte Sporthalle Hagenstraße 26, die erst zwei Tage zuvor vom Bezirksbürgermeister Michael Grunst eröffnet wurde. Solange nur noch die äußeren Strukturpfeiler der alten Halle standen, konnten sich die Nachbarn kaum vorstellen, dass daraus solch ein Schmuckstück werden würde.

Bereits die neuen Umkleideräume empfangen mit freundlichen Holzbänken, Toiletten und Duschen in leuchtenden Farben. Die geräumige Sporthalle strahlt mit hellen Wänden aus Ahornholz. Eine ehemalige Lehrerin freut sich: „Die Halle ist jetzt viel schöner als zuvor.“ Der Grundriss wurde lediglich in den Nebenräumen verändert. „Von vorn herein war klar, dass hier eine Grundsanierung erfolgen muss. Aber Bauen im Bestand ist nicht immer einfach“, versichert der anwesende Architekt Manfred Öller. Die Bauzeit betrug 14 Monate, die Finanzierung von 1,82 Millionen Euro erfolgte aus Mitteln des Stadtumbaus. Diente die Halle zuvor vor allem dem Sport von Vereinen, steigt nun die Nachfrage umliegender Schulen und von jungen Familien. Alle wollen hier Sport treiben – erst recht die Nachbarn, die sich von der Frische dieser Halle beeindruckt zeigen.

Ebenso angetan sind die Besucher von der um- und ausgebauten Kita Singemäuse an der Gotlindestraße, der zweiten Station dieses Rundganges. Die energetische Sanierung war im Sommer 2016 abgeschlossen und nun - mit dem Einzug des Frühlings - kann Irmgard Duletzki auch den weitläufigen Garten präsentieren. Doch zunächst zeigt die Kitaleiterin mit großem Stolz „ihr“ wunderschönes Haus. Sie ist froh, dass die Strapazen der Bauzeit nun Geschichte sind, denn die Sanierung erfolgte bei laufendem Betrieb. „Gebaut wurde in Etappen“, ergänzt Architekt Thomas Lang, der das Projekt seit 2009 betreut. „Nicht einfach war die Lösung für die Fluchtwege. In dem ehemaligen Wochenheim von 1960 wurde sogar ein Treppenhaus versetzt, eine Fußbodenheizung eingebaut und ein Neubau hinzugefügt.“ Trotzdem blieb es beim vereinbarten Kosten- und Zeitrahmen. 

Über eine Millionen Euro kamen aus dem Programm Stadtumbau. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn „heute kann die Kita fast 100 Kinder mehr betreuen: insgesamt 236“, betont Frau Duletzki. Die Besucher indes bewundern die vielseitig nutzbaren Gruppenräume. Sogar ein Musikzimmer gibt es und einen separaten Bewegungsraum. Über die Farbpalette in den Waschräume durften die Erzieherinnen mitbestimmen. Im Neubau, finanziert aus einem weiteren Förderprogramm, stehen die Computer für die Erzieherinnen und auch der Raum für Elterngespräche war ein Wunsch der Beschäftigten. Insgesamt haben sich die Bedingungen für alle verbessert. „Hier macht es einfach Spaß, zu arbeiten. Überall sind helle, schöne Räume“, betont Erzieherin Pfeifer-Hamann. Draußen stehen seit einigen Wochen neue Spielgeräte; der Rasen ist frisch gesät. Bis Ende 2017 sollen noch Randflächen und die Mauer zum Straßenbahnhof gestaltet werden. Aber dann ist die Kita ein wahres Paradies für Kinder.

Von da aus sind es bis zum 3. Halt des Rundgangs nur wenige Schritte. Auch das im Herbst 2016 übergebene „Holzhaus“, eine Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche, ruft bei der Besuchergruppe anerkennendes Staunen hervor. Welch ein Hingucker! „Der Bau trägt zur Identifikation der Jugendlichen bei und strahlt etwas aus“, betont der Leiter Patric Tavanti. Kein Wunder, mit den Architekten Kersten & Kopp konnte ein renommiertes Büro gewonnen werden. In relativ kurzer Bauzeit wurde ein nachhaltiger, Energie sparender Flachbau aus Holz errichtet. Innen schmeichelt dem Auge das helle Fichtenholz, außen schimmert die Verkleidung aus Lärchenholz in Grautönen. Hier möchte man gern eintreten! Den Jugendlichen steht ein großer Raum mit einer offenen Küche, Computer-Arbeitsplätzen und Sitzecke zur Verfügung, den Kindern ein Tanz-/Theaterraum sowie Spielzimmer. Die jungen Leute stammen meist aus sozial schwachen Familien, sind zum Teil Flüchtlinge und froh, hier sein zu dürfen. 

Zu guter Letzt gewährt Genia Krug noch einen Blick in die Zukunft. Bald wird der heiß ersehnte Drachenspielplatz an der Gotlindestraße eröffnet. Der ist nicht nur in seiner Ausstattung mit Spielgeräten bemerkenswert, sondern auch dadurch, dass er von Auszubildenden errichtet wird. Die erlernen den Beruf des Landschaftsgärtners und sammeln hier wertvolle praktische Erfahrungen. Nebenan, auf dem ehemaligen Friedhof, befindet sich ihre Ausbildungsstätte. Also nur ein Katzensprung hinein in die Praxis.

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Von: G. Radev