Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Wertschätzung per Fingerzeig bei der Präsentation am 16. Januar
Das Rathaus in rot - ein Hinweis auf die jährliche Nacht der Politik

Experimentelle Bürgerbeteiligung in Lichtenberg in Zusammenarbeit mit der UdK

Im Rathaus wurde zur Nacht der Politik am 16. Januar der Wert der Stadt verhandelt
Januar 2015

Nachdenken über Stadtentwicklung und Stadtumbau kann mitunter recht ungewöhnliche Formen annehmen. Zur diesjährigen "Lichtenberger Nacht der Politik" am 16. Januar reckten die zahlreichen Gäste der Aktion "Lichtenberg wertschätzen" immer wieder ein bis zehn Finger in die Höhe, um den Wert von urbanen Phänomenen wie Klangvielfalt, Jahreszeiten oder des Bühnencharakters bestimmter Orte zu bestimmen.

Ausgedacht hatten sich diese Veranstaltung rund 20 Studierende der Universität der Künste (UdK) aus 8 Ländern und die Leiterin des dort angesiedelten lived/space/lab, Saskia Hebert. Im Rahmen des Projekts "Experimentelle Bürgerbeteiligung" untersucht sie in Zusammenarbeit mit dem Bezirk und mit immer neuen Seminargruppen seit 2011 den Zusammenhang zwischen den gebauten Räumen einer Stadt und dem gelebten Raum ihrer Bewohner.

Im vergangenen Jahr zeichneten die Studierenden im Rahmen des Seminars "Stadt (ver)handeln" große Kreidekreise an recht unwirtlichen Orten im Gebiet an der Frankfurter Allee Nord auf den Boden, um mit lokalen ExpertInnen, den Menschen, die in der Nähe wohnen oder arbeiten, ins Gespräch zu kommen. Dabei stellten sie Fragen wie: "Was bedeutet dieser Ort für Sie?", die für viele Passanten nicht so leicht zu beantworten waren. Die Frage "Was wäre dieser Ort ohne die Bäume", führte schon eher zum Ziel und auch Interventionen, wie eine verrückte Performance oder ein Brettspiel auf der Straße, provozierten interessante Gesprächen und überraschende Denkanstöße.

Diese sind für die Politik in Lichtenberg besonders wertvoll – wie der stellvertretende Bezirksbürgermeister Andreas Prüfer bei der Aktion am 16. Januar bekannte, gelegentlich würde man mit der Nase auf bestimmte Dinge gestoßen. Denn auch kleine Eingriffe im Stadtraum haben manchmal eine große Wirkung.

Diesmal wurde unter anderem und natürlich nicht zum ersten Mal sehr deutlich, dass sich der Wert der Stadt nicht nur in Bodenpreisen ausdrücken lässt. Ein Interview-Team schuf ganz in diesem Sinne eine Weiterentwicklung von Monopoly, bei dem die Spielenden die Stadt nicht verhökern sondern benutzen. Am Ende der Veranstaltung meldeten sich viele potenzielle Mitspieler. Auch die Aufkleber "Lichtenberg wertschätzen" gingen reißend weg und werden hoffentlich an vielen Orten im Bezirk wieder auftauchen.

Von: Anka Stahl

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