Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Auf dem Gelände des ehem. Ministeriums für Staatssicherheit der DDR im Fördergebiet Frankfurter Allee Nord

4. Fachforum "Klimagerechte Stadtteilentwicklung als neue Aufgabe des Stadtumbaus"

Teilnehmer diskutierten über Umsetzungsmöglichkeiten
Dezember 2011

Im Rathaus Lichtenberg in der Möllendorffstraße trafen sich am 1. Dezember 2011 Fachleute von Senat und Bezirksämtern zu ihrem 4. Fachforum. Thema war die Einbeziehung der klimagerechten Stadtteilentwicklung in den Stadtumbau. Eingeladen hatte die Stadtumbau-Gruppe IV B 4 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gemeinsam mit dem Bezirksamt Lichtenberg. Der neue Lichtenberger Stadtrat Wilfried Nünthel (Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung) nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen und informierte kurz über einige aktuelle Entwicklungen im Bezirk. Circa 25 Millionen Euro seien bisher in den Lichtenberger Stadtumbau-Gebieten investiert worden, natürlich auch unter dem Aspekt der klimagerechten Stadt. Mit der neu berufenen Lichtenberger Klimaschutzbeauftragten sind die besten Voraussetzungen für die Umsetzung dieser Querschnittsaufgabe geschaffen worden.

Der Leiter der Stadtumbau-Gruppe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Dirk Böttcher, umriss den rechtlichen Rahmen des neuen Klimaschutzziels im Stadtumbau. Die diesjährige Novelle des Baugesetzbuches sieht neben der Anpassung an demographischen und wirtschaftlichen Strukturwandel die Anpassung an den Klimawandel als neue Aufgabe des Stadtumbaus vor. Die klimagerechte Stadt- und Quartiersentwicklung muss ohne finanzielle Mittel eine leere Worthülse bleiben, darin waren sich die Teilnehmer des Forums einig. Daher verfolgt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt das Ziel, auch in der nächsten EU-Förderperiode ab 2014 europäische Fördermittel zur Umsetzung der Stadtumbauprojekte einzusetzen.

Berlin hat zum Thema "Klimagerechte Stadt" bereits eigene Leitlinien und Ziele festgelegt. Dazu zählen insbesondere das Energiekonzept 2020 und der Stadtentwicklungsplan Klima (StEP Klima), den Dr. Heike Stock von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Dr. Gregor Langenbrinck vom Büro Urbanizers im Laufe der Veranstaltung vorstellten. Im StEP Klima sind die räumliche Analyse der klimatischen Situation in den Berliner Stadtteilen mit dem jeweiligen Handlungsbedarf sowie 12 konkrete Aktionsplanprojekte aufgeführt. 

Zuvor stellten Stephan Lange und Hartmut Schönknecht vom Bezirksamt Mitte das Stadtumbau-Projekt "Green Moabit" vor. Ab Januar 2012 erarbeitet der Bezirk ein Stadtteilentwicklungskonzept für das größte innerstädtische Gewerbe- und Industriegebiet Berlins. Ziel ist ein Handlungskonzept mit einem umsetzungsfähigen Maßnahmekatalog für den Stadtteil. Ein wichtiger Akteur bei der Erarbeitung und der tatsächliche Realisierung wird das Unternehmensnetzwerk Moabit sein, das eng mit dem Bezirksamt zusammenarbeitet und bereits eigene Projekte gestartet hat. Wichtig bei der Umsetzung von Maßnahmen sei die gemeinsame Betrachtung aller Themenfelder wie Energie, Müll, Wasser usw. Alle hier entscheidenden Akteure sollten an einem Tisch sitzen, denn das Problem des einen könne die Lösung für den anderen Bereich darstellen. Diese Synergieeffekte gelte es zu nutzen.

Die Teilnehmer der Diskussion wiesen auf verschiedene Zielkonflikte hin. Mitunter müsse man sich zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung entscheiden. Auch die soziale Situation der betroffenen Bürger dürfe man nicht aus den Augen verlieren. Maßnahmen dürften nicht allein mit der Klimaproblematik begründet werden. Zustimmung und aktive Teilnahme erreiche man nur, wenn für die Akteure ein tatsächlicher Nutzen generiert wird.

Im Anschluss stellte Genia Krug vom Büro Stattbau die Pläne für das jüngste Fördergebiet Frankfurter Allee Nord vor. Als Leitbild für den Stadtumbau wählte der Bezirk Lichtenberg "Gesundheit, Ökologie, besondere Orte". Einige dieser besonderen Orte wurden auf dem abschließenden Rundgang durch das Gebiet in Augenschein genommen. Vertreterinnen vom Bezirksamt und von Stattbau stellten ihre Pläne für die nächsten Jahre vor Ort vor.

Von: Text u. Foto: Anka Stahl

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