Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Schöne Aussichten auch für 2011

Jahresrückblick 2010

Großer Einsatz aller Akteure des Stadtumbaus für eine lebens- und liebenswerte Stadt
Januar 2011


Ein Jahr ist schnell vorbei und schnell greift am Jahresanfang auch wieder Routine um sich. Wir halten kurz inne und blicken zurück auf ein bewegtes Jahr. 

Licht und Schatten in der Politik
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schuf 2010 mit den Aktionsräumen Plus die Voraussetzung für die bessere Abstimmung der Fördermaßnahmen der Städtebauförderung in fünf besonders benachteiligten Quartieren.

Trotz der anerkannt positiven Bilanz der gesamten Städtebauförderung wurden die Bundesmittel dafür im November vom Bundestag um 155 Millionen Euro - rund ein Viertel - gekürzt. Besonders betroffen ist das Programm "Soziale Stadt".  Der Senat von Berlin prüft den Ausgleich fehlender Bundesmittel durch Landes- und EU-Mittel, um das Quartiersmanagement auf dem bisherigen finanziellen Niveau zu halten.   

Ergebnisse des Stadtumbaus
Bildung war in vielen Fördergebieten das große Thema. Der Rückbau von Schulen und Kindergärten gehört der Vergangenheit an. Die Kapazitäten werden im Gegenteil wieder erhöht, z.B. im Märkischen Viertel, wo im August der Grundstein für den Erweiterungsbau der Chamisso-Grundschule gelegt wurde. In Prenzlauer Berg wurde die Grundschule Danziger Straße denkmalgerecht saniert. Reaktiviert wurde auch die Schule im Eliashof. Auch DDR-Systembauten werden ökologisch saniert. So hat an der Grundschule Am Teutoburger Platz, die Umgestaltung begonnen hat. Solche Schulgebäude lassen sich  auch für kulturelle Bildung (um)nutzen: An der Frankfurter Allee entstand aus einer Plattenbauschule die neue Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg.

Die in den vergangenen Jahren durch Rückbau frei gewordenen Flächen werden in Marzahn-Hellersdorf vielfach den vorhandenen Schulhöfen angegliedert. Aus gepflasterten Plätzen sind naturnahe Orte zum Spielen und Entdecken geworden, wie an der Beatrix-Potter-Grundschule. Solche Orte entstanden auch auf anderen bisher wenig genutzten Erbstücken der Berliner Teilung, wie der Kreuzberger Lohmühleninsel. Ihr südlicher Teil wurde in den letzten Jahren zu einem naturnahen Park mit Spiel- und Sportinseln umgestaltet.  

Auch Industriebrachen werden saniert und beleben als grüne Oasen das Umfeld:  Auf einem ehemaligen GASAG-Gelände wurde der Cheruskerpark erweitert. Die so genannte GASAG-Nordspitze ist ein Baustein auf dem Weg zur geplanten Schöneberger Schleife.

Wegevernetzung zur Überwindung der städtebaulichen Teilung ist auch in Moabit ein wichtiges Ziel. Während der Stadtumbau dort weitergeht, wurde er in Alt-Mitte mit der Fertigstellung des kleinen Parks in der Elisabethkirchstraße abgeschlossen. Auch die degewo beendeet in Marzahn-Hellersdorf ihre Stadtumbau-Vorhaben. Im Schorfheideviertel wurden die letzten Multifunktionsboxen an die Anwohner übergeben. Massiven Wohnungsrückbau wird es in Berlin in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Die Anpassung des Wohnungsbestandes an die Anforderungen der älteren Bewohnerinnen und Bewohner rückt in den Vordergrund. 

In Neu-Hohenschönhausen bilden einige Quartiere nach einem starken Bevölkerungswandel langsam eine neue Identität aus. Große Grün- und Spielflächen entstanden im Warnitzer Bogen und auf der Krugwiese. Daran beteiligt ist das Kiezmanagement Welsekiez.

Um Vernetzung und Zusammenwachsen geht es auch im Mehrgenerationenhauses der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde, dessen letzter Bauabschnitt Anfang des Jahres übergeben wurde. Begonnen hat der Bau des neuen Quartierszentrums  Westerwaldstraße, das mit Klubhaus, Bibliothek und Kirche ebenfalls einen sozio-kulturellen Mittelpunkt im Falkenhagener Feld bildet.

Das etablierte  Quartierszentrum im Lichtenberger Wohngebiet Fennpfuhl ist der Anton-Saefkow-Platz. Seine Umgestaltung konnte 2010 endlich abgeschlossen werden. Begonnen hat der Umbau der Karl-Marx-Straße, der Schlagader von Neukölln. Sie wird zu einem anwohnerfreundlichen Boulevard umgestaltet. Mit der Freitreppe an der Sonnenbrücke rückt Neukölln ein Stückchen näher ans Wasser.

Näher ans Wasser wird 2011 auch Kreuzberg rücken. Es ist geplant, mit dem Bau der Steganlagen und des Uferweges auf der Kreuzberger Spreeseite zu beginnen, um die Ufer für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.  

Ausstellungen:
Sie erlaubten im vergangenen Jahr interessante Rück- und Ausblicke: Im Sommer wurde mit "Stadtumbau in Berlin" eine Zwischenbilanz der vergangenen Jahre gezogen. Im Herbst stellte "Aktionsräume plus - Impuls für eine lebenswerte Stadt", die neue Initiative des Berliner Senats vor. Die "Berliner Einsichten" warfen einen Blick auf das Wohnen in den letzten 20 Jahren, verbunden mit einer realistischen Zukunftsvision.

Keine Vision: Auch 2011 werden viele Projekte realisiert, die das Leben in den Berliner Quartieren noch lebenswerter machen. Wir freuen uns, weiter darüber berichten zu dürfen. 

Von: A. Stahl, Foto: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Stefan Müller, Anka Stahl (2)

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