Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Städte mit Profil haben eine Altstadt

Kongreß Stadtumbau Ost zu Perspektiven des Altbaubestandes
Oktober 2007

Im Mittelpunkt des Kongresses zum Stadtumbau Ost am 19. Oktober standen Perspektiven für den innerstädtischen Altbaubestand.
Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass dieses Thema europäische und auch internationale Dimensionen aufweise. Keiner wolle eine gesichtslose Stadt ohne Profil, deshalb wurden Entwicklungen vorangetrieben, die die Innenstädte gestärkt haben. Im Osten weisen vier von fünf Innenstädte hervorragende Ergebnisse vor. Allerdings müsse eine Tendenz nachdenklich stimmen: Finanzmittel fließen immer noch zu großen Teilen in den Abriss statt in die Aufwertung. Deshalb müsse der Altbaubestand auch in Hinblick auf den Leerstand neu bewertet werden.

Dr. Heike Liebmann vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung führte aus, das Altbaugebiete kommunikative Zentren darstellen und die Bewohner sich stark mit ihnen identifizieren. Trotzdem stehe jede fünfte Altbauwohnung im Osten Deutschland leer, wegen fehlender Sanierung, ungünstigem Zuschnitt oder nicht ausreichenden Stellplätzen. Kommunen müssten Prioritäten setzen, dabei den Denkmalschutz mit einbeziehen und auch unterschiedliche Nutzungsansätze verknüpfen. Schließlich seien Städte mit hoher Lebensqualität auch für die Wirtschaft attraktiv.
In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten Kommunalpolitiker, Vertreter von Wohnungsgesellschaften, Planer und Finanzexperten ihre Erfahrungen vor. Während man in Brandenburg grundsätzlich keine Altbausubstanz abreißen will, schloss das Leipzigs Bürgermeister Martin zur Nedden nicht völlig aus. Wichtig sei deshalb auch die Einbeziehung der Eigentümer bei der Erarbeitung der Stadtentwicklungskonzepte.

Prof. Dr. Franz Pesch vom Städtebau-Institut der Uni Stuttgart betonte in seinem Vortrag die Bedeutung innerstädtischer Altbauquartiere für die Identität von Städten. Wichtig sei, städtebauliche Leitbilder direkt mit den Bürgern zu erarbeiten und so eine breite Öffentlichkeit zu schaffen. Allerdings bedürfe es da auch der verstärkten Hilfe der öffentlichen Hand, denn Stadterneuerung ist ebenso Wirtschaftspolitik. Das gesellschaftliche Klima werde städtefreundlicher, konstatierte Ben Rodenhäuser von Foresight. Einige Zielgruppen brauchten sogar die Stadt wie beispielsweise Familien, Senioren, Singles, Wissensarbeiter und Migranten. Sie würden sich für eine Stadt entscheiden, die ihnen ein bestimmtes Maß an Lebensqualität böte.
In einer abschließenden Gesprächsrunde wurden verschiedene Strategien für Innenstädte diskutiert.

Von: Text: R. Friedrich

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