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Mitsprache auf dem Fröbelplatz
Messung der Lärmbelastung durch den Verkehr auf der Prenzlauer Allee
Mitmach-Baustelle: Das Sagen haben die Kinder
Viele Punkte auf der Richtig-Wichtig-Liste

Treffpunkt Spielplatz am Tag der Städtebauförderung

Ob in Pankow oder Spandau: Die zukünftiger Nutzer bestimmen mit
Mai 2017

Prenzlauer Berg: Spielplatz im Fröbelpark

Es dauert sicher nur noch wenige Tage, bis der TÜV den Fröbelplatz zum Spielen freigibt. Kleines Achselzucken bei den Besuchern, die zum Tag der Städtebauförderung extra hierher kamen. Sie wollen vor allem mitbekommen, was überhaupt geplant ist in ihrem Park nahe der Prenzlauer Allee. Die Aufmerksamkeit des Publikums zieht besonders eine mehrteilige Pinnwand zum Thema Lärmschutz auf sich. Stete Messungen vor der Wand zeigen auf dem Computer, wie die Lärmbelastung steigt, wenn die Fahrzeuge vorbeisausen. Die Werte sind hoch – bis zu 70 Dezibel – und eine Wand mit einer Höhe von rund zwei Metern könnte das grüne Umfeld des Fröbelplatzes spürbar vor Lärm schützen. In einer kleinen Ausstellung präsentieren Sebastian Holtkamp und seine Kollegen vom Gebietsbeauftragten "Planergemeinschaft" anschaulich die möglichen baulichen Varianten eines solchen Lärmschutzes. Je höher die eine Wand, desto besser. 

Wer mag, kann selbst aufschreiben, was ihm an dem Park gefällt, was stört – und die Notizen an der Pinnwand für alle sichtbar befestigen. Wer mehr Zeit mitbringt, wie zwei Jugendliche, kann in eine vorbereitete A4-Skizze einzeichnen, welche Veränderungen erwünscht sind. Da reicht die Palette von Bänken oder Hängematten über eine ruhige Ecke bis hin zur Fläche fürs Urban Gardening. Manche wären schon froh, wenn überhaupt etwas in diesem Park mit üppig grüner Wiese passiert. Eine Nachbarin warnt, dabei die Nachtigall nicht zu verscheuchen, die hier ihren Lebensraum hat. Andere Passanten lassen sich die aktuellen Messungen erklären oder fachsimpeln mit Vertretern der Planergemeinschaft. Ein interessanter Disput, der sicher in den nächsten Jahren seine Fortsetzung findet.

Spandau: Bunte Punkte auf der Richtig-Wichtig-Liste: Kinder beteiligen sich an der Umgestaltung des Spielplatzes am Cosmarweg

An diesem 13. Mai regnet es und man könnte vermuten, dass ein Spielplatz bei diesem Wetter gähnend leer ist. Weit gefehlt – überall leuchten die kleinen gelben Bauhelme und die grünen Warnwesten. Diejenigen, die sie tragen, sind stark beschäftigt – ganz wie echte Bauarbeiter. Sie graben und füllen Schubkarren mit Sand, der später mit Wasser zu "Mörtel" vermischt wird. Die "Tiefbauer" graben die ersten Rohrleitungen von der kleinen Wasserpumpe durch die große Sandfläche. Die anwesenden Eltern dürfen helfen, aber das Sagen haben die jungen Bauleute in leuchtender Schutzkleidung, die jedes Kind mit nach Hause nehmen darf.

Es gibt sogar ein echtes Baustellenschild, denn wir sind auf der "Mitmach-Baustelle" und jede Hand wird gebraucht. Schließlich rollen bald die großen Bagger an, dann wird der Bereich tatsächlich als Wasser- und Kleinkindspielplatz umgebaut.

Damit die mit rund 160.000 Euro kalkulierte Baumaßnahme tatsächlich den Bedürfnissen der zukünftigen Nutzer entspricht, gab es dazu eine Planwerkstatt – ein in Spandau bewährtes Verfahren. Kinder der Kita Tausendfühler malten wenige Tage zuvor unter Anleitung der Landschaftsplanerin des Projekts Erlebnisräume (GSJ gGmbH) ihren Wunsch-Spielplatz und setzten ihn dann aus Knete, Pappresten und Strohhalmen zusammen. Die bunten Modelle stehen nun auf der Tischtennisplatte; auf Stellwänden sind die Bilder aus der Planwerkstatt zu sehen. "Da, wo das blaue Papier ist, will ich Wasser haben, das da raus sprüht", erklärt Lukas seinen Eltern. Die mit kleinen Beispielfotos visualisierten Vorschläge der Kitakinder dürfen die anderen Kinder aus dem Wohngebiet am Tag der Städtebauförderung mit Klebepunkten bewerten. Ganz klar gehen die Wassersprüh-Fontänen als Sieger hervor.

Auch der zuständige Baustadtrat von Spandau, Frank Bewig, greift zur Schaufel und informiert sich bei den kleinen „Landschaftsarchitekten“. Der Zeitpunkt passt perfekt, denn wenige Tage zuvor wurde vom Senat dieser Stadtteil zum neuen Stadtumbaugebiet Brunsbütteler Damm/Heerstraße erklärt. Der Spielplatz soll eine der ersten Baumaßnahmen sein. Im Hochsommer spielen auf der großen, von schönen alten Bäumen eingefassten Fläche, bis zu 200 Kinder. Doch die Spielgeräte sind in die Jahre gekommen und die kleine Wasserpumpe reicht nicht für alle. Im Umfeld leben viele jüngere Kinder und der Zuzug von Familien hält weiter an. Auch Flüchtlingsfamilien kommen hierher - zwei Unterkünfte befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die jungen „Bauarbeiter“ jedenfalls werden den Baustart im Herbst mit Spannung verfolgen und prüfen ob ihre Wünsche wahr werden.

Weitere Berichte zum Tag der Städtebauförderung am 13. Mai 2017

Von: G. Radev / B. Gericke / BA. Spandau / A. Staudinger, GSJ gGmbH

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