Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Die energetische Sanierung der Wohnungen der GESOBAU im Märkischen Viertel ist zur Hälfte abgeschlossen
Die Teilnehmer des Workshops vor dem sanierten und umgebauten Eingang der Thomas-Mann-Oberschule

Bis 2013 jährlich 41,6 Mio. EUR aus dem Berliner Haushalt für den Stadtumbau

Workshop der Berliner Verwaltung zum energetischen Stadtumbau
Juni 2012

Am 15. Juni 2012 trafen sich Vertreter der Stadtumbau-Gruppe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit den am Stadtumbau beteiligten Mitarbeitern der Bezirksämter und Vertretern der mit der Gebietsbetreuung beauftragten Büros zu einem gemeinsamen Workshop im Fontane-Haus im Märkischen Viertel. Schwerpunktthema des Treffens war die energetische Stadtsanierung.

Der Leiter der Stadtumbaugruppe der Senatsverwaltung, Dirk Böttcher, berichtete in seinem Eingangsbeitrag über die neuen Anforderungen bei der Evaluierung und beim Monitoring der beiden Förderprogramme Stadtumbau Ost und Stadtumbau West. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat mit dem Haushaltsgesetz für 2012 und 2013 jährlich 24,1 Mio. EUR für den Stadtumbau Ost und 17,5 Mio. EUR für den Stadtumbau West bewilligt.

Das Abgeordnetenhaus legt in Zukunft noch größeren Wert auf den Nachweis der Wirtschaftlichkeit der Projekte, was zusätzliche Dokumentationspflichten zur Folge hat. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als weiterer Fördermittelgeber möchte die Städtebauförderung stärker evaluieren. Einen Baustein der Evaluierung bildet die sogenannte Selbstevaluierung durch die Kommunen, die zukünftig auch beim Berliner Stadtumbau durchgeführt werden soll. Grundlage hierfür wird das Berliner Stadtumbau-Monitoring sein, das aktualisiert und erweitert wird.

Drei Handlungsfelder für den Klimaschutz im MV

Frau Hunkenschroer von der Gebietsbeauftragten S.T.E.R.N. GmbH berichtete über Meilensteine und Perspektiven der Entwicklung im Fördergebiet Märkisches Viertel. Der nachhaltige Klimaschutz wird hier auf drei Ebenen vorangetrieben. Das sind die energetische Sanierung des Wohnungsbestands der GESOBAU, die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude mit Mitteln des Stadtumbaus West und der Umstieg von Kohleverstromung auf die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wie Holz durch Vattenfall.

Bei der energetischen Sanierung der öffentlichen Gebäude wurden wichtige Projekte des Stadtumbaus bereits umgesetzt - wie Herr Ohlmann vom Büro Nemesis erläuterte. Dazu gehören die energetische Sanierung der Jugendverkehrsschule und der Thomas-Mann-Oberschule. Bei der Verkehrsschule konnte der CO²-Ausstoß um 38%, bei der Thomas-Mann-Oberschule sogar um 46% gesenkt werden - das entspricht einer Einsparung von jährlich 280 Tonnen CO² und 95.000 EUR an Energiekosten.

Doch es geht nicht nur um Kosteneinsparung: Durch die Sanierung wurde der früher sehr zugige, platzartigen Innenhof für die Schüler der Thomas-Mann-Oberschule wieder zum attraktiven Aufenthaltsort. Dies wurde bewirkt durch den Austausch von 400 Quadratmetern Glasfassade, die nun aus Isolierglas und Aluminium anstelle einer einfachen Glas-Stahl-Konstruktion ausgeführt sind.

Anschließend führte Herr Ohlmann die Besucher-Gruppe durch das an die Schule anschließende Fontane-Haus, das ab Juli 2012 energetisch saniert und umgestaltet wird und erläuterte die diesbezüglichen Pläne (siehe eigene Nachricht zum Fontane-Haus).

Frau Huthmann und Herr Wegner-Repke stellten danach das umfassende Programm zur energetischen Sanierung von ca. 11.000 Wohnungen der Wohnungsgesellschaft Gesobau vor und stellten Beispielwohnungen vor und nach der Sanierung vor. Die Mietkostensteigerung fällt für die Mieter trotz des höheren Komforts nach der Sanierung sehr moderat aus - die gleichzeitige Senkung der Betriebskosten kompensiert fast vollständig die anfallende Modernisierungsumlage.

Das Besondere dieser umfassenden und mit einem Investitionsvolumen von ca. 480 Mio. EUR in Deutschland einmaligen Maßnahme ist die Einbindung der energetischen Modernisierung nahezu des gesamten Wohnungsbestandes der GESOBAU in ein integriertes Stadtentwicklungskonzept. Dieses wurde ermöglicht durch die Aufnahme des Märkischen Viertels in das Programm Stadtumbau West. Durch die Investitionen und das Zusammenwirken der größten Wohnungsbaugesellschaft, des Energieversorgers und der öffentlichen Hand wird der komplette Stadtteil modellhaft energetisch saniert.

Von: Anka Stahl, Foto: bsm mbH