Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Wettbewerbsgebiete

Prenzlauer Berg


Die Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg.

Von der ruhigen Wohngegend für Familien über etablierte Altbaubereiche bis zum angesagten Szeneviertel oder ärmeren Quartiersmanagement-Gebieten reicht der bunte Mix von Lebensstilen, die im Prenzlauer Berg nebeneinander existieren.

Zwar war die Einwohnerzahl zwischen 1995 und 2002 nur um gut acht Prozent geschrumpft " weniger als im Berliner Durchschnitt. Im Detail aber gab es große Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Rückgänge vor allem bei den unter 18jährigen hatten dafür gesorgt, dass das Gebiet zur Zeit des Stadtumbau-Wettbewerbs mit Schulen besonders gut ausgestattet war.

Geschlossene Gründerzeitbebauung mit Stadtplätzen dominiert zu 85 Prozent den Bestand. Plattenbauten der 80er Jahre und einige Wohnhäuser der 30er Jahre folgen auf den Plätzen zwei und drei.
Gut 40 Prozent aller Wohnungen waren im Jahr 2002 saniert.

Vor allem kleine Wohnungen und unattraktive nicht modernisierte Hinterhäuser standen leer, schwerpunktmäßig rund um Helmholtz- und Falkplatz; Bedarf bestand hingegen an größeren Wohnungen.
Insgesamt waren gut acht Prozent des Wohnraums nicht vermietet .

Probleme

Karte des Wettbewerbsgebiet Prenzlauer Berg.
Karte des Wettbewerbsgebiet Prenzlauer Berg.

Große Verkehrstraßen zerschneiden das Gebiet. Dass die Rasenflächen in den Parks schütter waren oder Müll dort herumlag zeugte davon, dass gerade in den dicht bebauten Quartieren die wenigen Grünflächen nicht ausreichten.
Auch Kita-Plätze waren Mangelware: Die vorhandenen Kitas, wie Schulen und andere Bezirkseinrichtungen überwiegend in unsanierten Plattenbauten untergebracht, konnten nur 70 Prozent der Kinder unter sechs Jahren aufnehmen. Die Zahl der Vorschulkinder nahm aber im Gegensatz zu der der Schulkinder ständig zu " ebenso wie die der Personen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 45 Jahren.

Dabei setzte sich eine kleine, mobile Gruppe, die häufiger die Wohnung wechselt, von einer großen und sesshaften Mehrheit ab. Die große Bandbreite an Milieus, Lebensstilen und sozialen Strukturen unterschied das Gebiet deutlich von anderen.

Strategie

Die Fassade sanierter Altbauten.
Altbau-Fassade

Das Miteinander von Gebäuden und Stadträumen aus allen Epochen der Berliner Stadtgeschichte macht die Stärke des Gebiets aus: Angepasst an die aktuellen Erfordernisse waren alle möglichen neuen Nutzungen dieses Bestands möglich.
Sanierung und Umwandlung von Gebäuden könnten den Wohnungsleerstand beheben, so der Vorschlag, abgerissen werden müsste kaum etwas.

Allerdings standen die Schaffung neuer Kitas oder die Sanierung öffentlicher Gebäude dringend an, der Verkehr musste beruhigt werden und neue grüne Verbindungsachsen würden das Gebiet wohnlicher machen. So bliebe es auch für die neu zugezogenen Familien mit Kindern attraktiv.

 

S. Wolkenhauer -Quelle: Louis Back, Karte: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Fotos: S. Wolkenhauer
Stand: Mai 2012

Fördergebiete & Projekte

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung