Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Frankfurter Allee Nord

Blockkonzept für das ehemalige MfS-Areal


Der Block des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS) an der Frankfurter Allee umfasst mehr als 7 Hektar mit teils massiven Plattenbauten und wenigen Zugängen. Von 1950 bis 1990 war er - außer für die bis zu 8000 Mitarbeiter - vollkommen unzugänglich.

Zu Beginn besetzte das MfS das Gebäude des ehemaligen Finanzamts und dehnte sich von dort allmählich aus. Vorhandene Bauten wurden größtenteils abgerissen, einige zweckentfremdet. Neue Bürohochhäuser und ein Archivgebäude kamen hinzu.

Seit der Wende wurde das Areal vor allem als Bürostandort der Bahn sowie als Sitz der Stasi-Unterlagenbehörde und des Stasi-Museums genutzt. Das Finanzamt ist wieder an seinem angestammten Platz. Die Poliklinik wird als Ärztehaus betrieben; Anbieter von Dienstleistungen, Bundes- und Landeseinrichtungen, ein Imbiss, verschiedene Verbände und ein Wohnheim haben sich neu angesiedelt.

Seit der Aufgabe des Standortes durch die Bahn erfährt der Komplex vor allem in den überdimensionierten Plattenbauten entlang der Rusche­straße einen Funktionsverlust mit hohen Leerständen. Durch die jahrelange Abschottung ist der Block sowohl verkehrs- als auch leitungstechnisch nicht an die Umgebung angeschlossen und bildet noch immer einen Fremdkörper im Gebiet.

Gleichzeitig birgt das zentrumsnahe und verkehrsgünstige Areal große Potenziale. Ein Teil der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Der Bezirk Lichtenberg wies das Areal deshalb als besonderen Entwicklungs­schwerpunkt für das Stadtumbau- und Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord aus und ließ ein Entwicklungskonzept erstellen.

Es enthält konkrete Maßnahmevorschläge sowie Empfehlungen zu weiteren Verfahrensschritten, die auf drei unterschiedlichen Szenarien basieren. Alle Varianten zielen darauf ab, den Block als möglichen Standort für Dienstleistungen, Kultur und Kreativwirtschaft sowie - in bestimmten Bereichen - für Wohnzwecke zu etablieren.

Die Vorschläge reichen vom Qualifizieren des öffentlichen Raums über Teilabriss und Neubau eines Verwaltungsstandortes bis zur Maximalvariante "Kultur- und Geschichtscampus" mit großflächigem Abriss und kompletter Umgestaltung. Wohnungsbau sowie die Initiierung eines Lernorts für Demokratie ergänzen die Maximalvariante.

2013 wurde durch den Bezirk ein Rahmenplan mit der Zielstellung beschlossen, den Block für Büros, Verwaltung, kulturelle und gesundheitliche Zwecke zu entwickeln.

Basiskonzept in drei Varianten

Variante 1: Qualifizieren

Diese Minimalvariante beinhaltet den teilweise schon gegebenen Nutzungsmix aus Gewerbe,
Dienstleistung und Kultur. Die Gebäude sollen weitestgehend erhalten und lediglich minderwertige
Bausubstanz abgerissen werden. Die Freiflächen und die Straßen und Wege sind zu qualifizieren.

Variante 2: Baukasten

Für Variante 2 wird ein Teilabriss entlang der Ruschestraße und der Frankfurter Allee
vorgeschlagen. An diese Stelle könnte der Neubau eines Verwaltungsstandortes treten. Auch der
"Baukasten" setzt ansonsten auf einen ähnlichen Nutzungsmix und die Qualifizierung des
öffentlichen Raums.

Variante 3: Kultur- und Geschichtscampus

Variante 3 beinhaltet den großflächigen Abriss von Gebäuden und die komplette Neuanlage von
Freiflächen und Erschließung. Besonders Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft sollen so
angezogen werden. Wohnungsbau sowie ein "Campus der Demokratie" ergänzen dieses Konzept.
Eine Präsentation zur Ausgangslage und zu den Varianten mit vielen Plänen und Zeichnungen
finden Sie unter Dokumente.

Quelle: Stattbau GmbH u. Bezirksamt Lichtenberg, bearb. A. Stahl
Stand: März 2016
Die Blockkante an der Normannen-/Ecke Ruschestraße
Geschlossene Plattenbebauung unterschiedlicher Höhe

Informationen

Adresse:

Block zwischen Rusche-, Normannen-, Magdalenenstraße u. Frankfurter Allee
10365 Berlin
Lichtenberg

Auftraggeber/Bauherr:

Bezirk Lichtenberg

Gesamtkosten:

20.000 EUR aus dem Programm Stadtumbau Ost, inkl. Mittel der EU (EFRE)

Konzept:

Stattbau GmbH

Realisierung:

2012

größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen
Das Kantinengebäude wurde 1997-98 eingefügt
Flachbau mit Glasfront in Innenhof mit geschlossenen, sehr hohen, schmucklosen Plattenbaufassaden
Gebäude aus den 50er Jahren im Blockinneren
hellblaues vierstöckiges Gebäude im Stil der Karl-Marx-Allee quer zur Straße, dahinter quer dazu großer Block mit rötlicher Spiegelverglasung

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Spieweck, Imke
Bezirksamt Lichtenberg, Abt. Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung
Tel: (030) 90296 6442

Projekt-News

September 2015

Stasi-Block: Glücksfall oder Problemfall?

Januar 2015

Podiumsdiskussion "Von der Stasi-Stadt zum Campus der Demokratie?"

Januar 2014

Bürgerforum Frankfurter Allee Nord auf der Nacht der Politik in Lichtenberg

Logo Europäische UnionBundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und ReaktorsicherheitLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung