Städtebau  

 

Stadterneuerung - Sanierung

Ziele


v.l.n.r.: Sanierungsgebiet Mitte - Müllerstraße (Markt auf dem Leopoldplatz); Foto: Jahn, Mack & Partner // Sanierungsgebiet Lichtenberg - Frankfurter Allee Nord (Luftbild); Foto: Bezirksamt Lichtenberg, Werner Schmitz // Sanierungsgebiet Pankow - Helmholtzplatz (Spielplatz), Foto: S.T.E.R.N. GmbH

Ziele integrierter Gebietsentwicklung

- Gebiete der 12. Rechtsverordnung -

Als übergreifende Schwerpunkte der integrierten Gebietsentwicklung wurden festgelegt:

Wohnstandorte an künftige Lebensansprüche anpassen
Städtisches Leben für Jung und Alt erfordert qualitätvolle öffentliche Räume und eine gute wohnungsnahe Ausstattung mit sozialer und kultureller Infrastruktur. Mit gezielten Maßnahmen soll die Wohn- und Lebensqualität sozial verträglich aufgewertet werden.

Bezirks- und Stadtteilzentren stabilisieren und entwickeln
Das Zusammenspiel von Dienstleistungen, Handel, Kultur, Wohnen und Arbeiten macht die Vitalität und Funktionsfähigkeit von zentralen Stadträumen aus. Die Bezirks- und Stadtteilzentren haben als zentrale Stadträume eine Leitfunktion für die Zukunft der Stadt, in dem ihre Attraktivität durch funktionale, soziale und bauliche Vielfalt gestärkt wird. Neue Potenziale sollen gemeinsam mit den Partnern vor Ort erschlossen werden.

Sozial schwierige Gebiete nachhaltig stabilisieren und aufwerten
Gebiete mit hoher sozialer Problemdichte sind nachhaltig zu stabilisieren und aufzuwerten. Eine hohe Qualität und breite Verfügbarkeit von guten Bildungs-, Freizeit-, Sport-, und kulturellen Angeboten verbessern das Image und sollen die Kommunikation und das Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern.

Historisch wertvolle Stadtquartiere und Ensembles revitalisieren
Die Sicherung und Entwicklung des baukulturellen Erbes hat eine große Bedeutung für die Schönheit und das Image Berlins und schafft lokale Identität. Die historischen Quartiere sollen als lebendige Orte für alle Lebensbereiche, wie Wohnen, Arbeiten, Handel, Kultur und Freizeit gestärkt werden. Die Förderung soll dazu beitragen historische Gebäude, Straßen und Plätze, aber auch die bauliche und strukturelle Eigenart der Gebiete zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung
Die Förderung soll einen städtebaulichen und baulichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung der Quartiere leisten.

Aktive Beteiligung, Zusammenarbeit und Eigeninitiative fördern
Beteiligung, Mitwirkung und die Förderung von Eigeninitiative und ehrenamtlichem Engagement ist zentrales Anliegen der Stadterneuerung. Denn nur partnerschaftliche Stadtentwicklung, Partizipation, Einbindung der Zivilgesellschaft und der Wirtschaftsakteure ermöglichen es, Projekte zielgenau umzusetzen.

Ziele für eine sozialverträgliche Stadterneuerung – Sanierungsgebiete

- Gebiete ab der 12. Rechtsverordnung -

Zur Konkretisierung sozialer Sanierungsziele im Rahmen der Erarbeitung und Fortschreibung der Sanierungsplanung sind folgende übergreifende "Ziele für eine sozial verträgliche Stadterneuerung" zu beachten:
  1. In den Stadterneuerungsgebieten sind vorwiegend Funktionsdefizite im Bestand zu beheben. Ergänzend dazu hat die Nutzung der vorhandenen Neubaupotentiale für Wohnraum gesamtstädtische Bedeutung. Sie sind vorrangig im Sinne einer bedarfsorientierten Wohnungsversorgung zu nutzen. Dabei steht die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung im Vordergrund, das heißt von einkommensgerechten Angeboten nach den konkreten gebietsspezifischen Erfordernissen. Die Nutzung der öffentlichen Wohnungsbauförderung durch private Bauherren wird angestrebt.
    Neubauprojekte bieten im Vergleich zum Bestand oft bessere Chancen für die Realisierung inklusiver und altersgerechter Wohnformen, die den Bedürfnissen des demografischen Wandels entsprechen. Auf die Nutzung dieser Chancen in angemessenem Umfang ist hinzuwirken.
    Ziel ist auch bei Neubauquartieren die Entwicklung von sozial gemischten Nachbarschaften. Entsprechend soll die Schaffung eines differenzierten Wohnungsangebotes gesichert werden, was auch förderfähigen Wohnraum einschließt.

  2. Die Bestandserneuerung richtet sich auf Quartiere unterschiedlicher Entstehungszeiträume. Die soziale Mischung soll erhalten und gefördert werden. Dabei steht die energetische Sanierung im Spannungsfeld zur Vermeidung von Verdrängungstendenzen, denen entgegenzuwirken ist. Der Erhalt von "Nischensituationen" für Wohnen oder Gewerbe kann von Bedeutung sein, soweit nicht städtebauliche Belange entgegenstehen.

  3. Bei der Sanierung und Errichtung von Wohnfolgeeinrichtungen sind auch die funktionalen Bedarfe des Bevölkerungswachstums im Quartier zu berücksichtigen. Von besonderer Bedeutung sind dabei Einrichtungen für die nachwachsenden Generationen. Einrichtungen der sozialen und Bildungsinfrastruktur sollen in die lokalen Gesellschaften hinein wirken (Vernetzung, Kiezbildung).

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