Städtebau  

 

Stadterneuerung - Pankow

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Pankow - Wollankstraße


Rathauscenter Breite Straße 20; Foto: Marian Lachmund
Rathauscenter Breite Straße 20
Bleichröderpark; Foto: Marian Lachmund
Bleichröderpark

Informationen

Berlin Pankow

Bezirk Pankow von Berlin

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Wollankstraße
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 27.04.2011


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Das Gebiet

Das Sanierungsgebiet umfasst den wesentlichen Teil Alt-Pankows zwischen dem S- und U-Bahnhof Pankow und dem S-Bahnhof Wollankstraße. An der Bebauungsstruktur sind die Spuren der verschiedenen Siedlungsphasen deutlich ablesbar. Es finden sich Villen, Gründerzeitbauten meist ohne Hinterhaus, Wohnhäuser aus den dreißiger Jahren und Plattenbauten. Die Häuser sind in der Regel viergeschossig. Vorgärten sowie baumbestandene Straßen prägen das Ortsbild. Die Angerfläche mit grünen Wegen zum Schloss und zum Bürgerpark, das Rathaus, die Kirche und der Markt sind markant für den Alt-Pankower Ortskern. Die Geschäfte am Anger an der Breite Straße und an der Berliner Straße bilden das Hauptzentrum des Berliner Nordens und des Bezirkes Pankow mit Entwicklungspotenzialen.

Daten (Stand: 31.12.2010)
Fläche 68,3 ha
Grundstücke 344
Wohnungen 4.215
Einwohner 7.719
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Sanierungsziele

Der Schwerpunkt der Sanierung lag neben der Wohnungsmodernisierung in der Verbesserung der Sozialen Infrastruktur und der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes. Die Defizite an öffentlichen Grün- und Freiflächen sowie Mängel der Gebäudesubstanz und Ausstattung von Schulen und Kitas sollten durch Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sowie Neubau behoben werden. Die Zielsetzungen für das Sanierungsgebiet erfolgten unter der Prämisse, es als Wohn- und Arbeitsort zu erhalten und seine Funktion als Ortskern, entsprechend seiner Position im Berliner Zentrengefüge, zu einem Hauptzentrum weiter zu entwickeln.
Eine der wichtigsten Aufgaben der Sanierung war die Modernisierung und Instandsetzung des Altbaubestandes sowie die integrierende Nutzung bzw. Bebauung von Baulücken und Brachflächen im Stadtraum.

Ergebnisse der Sanierung

71% des Altbaubestandes konnten seit 1992 saniert werden, das sind über 2.300 Wohnungen Mehr als ein Drittel ist öffentlich gefördert. Insgesamt sind im Sanierungszeitraum ca. 38 Mio. € an öffentlicher Förderung in die Modernisierung und Instandsetzung investiert worden.
Durch Neubaumaßnahmen z.B. durch Baulückenschließungen oder Dachausbauten entstanden rund ein Fünftel des heutigen Gesamtbestandes an Wohnraum (teils öffentlich gefördert). Durch Beseitigung des Leerstandes und Neubau kam es zu einem konstanten Bevölkerungswachstum. Die Gebäude- und Fassadensanierungen haben somit zu einer langfristigen Stabilisierung des Gebietes beigetragen.
Die heutige Sozialstruktur im Gebiet lässt darauf schließen, dass die Ziele der sozialen Stadterneuerung erreicht wurden und die Sanierung sozialverträglich umgesetzt wurde. Die Bevölkerung ist durch eine ausgewogene Mischung unterschiedlichster Bewohnergruppen nach Alter, Haushaltsstruktur und Einkommen charakterisiert.

Die Summe der Investitionen für Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur umfasste insgesamt 26 Mio. € (Stand 2009). Bis zur endgültigen Abwicklung der Sanierung werden es insgesamt ca. 34 Mio. € sein. Die drei öffentlichen Kindertagesstätten wurden umgebaut und umfassend modernisiert sowie ihre Außenanlagen neu gestaltet. Ein Kita-Neubau entstand im Rahmen des städtebaulichen Vertrages zur Entwicklung des historischen Grundstücks der Alten Mälzerei. Der derzeitige Bedarf an Kindertagesplätzen wird zusammen mit den Plätzen weiterer acht Kitas in freier Trägerschaft gedeckt. Alle öffentlichen Schulstandorte stehen heute unter Denkmalschutz. Sie sind bzw. werden weiterhin schrittweise erneuert.

Zur Aufwertung und Ergänzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielplätze wurden insgesamt 2,4 Mio. € und zur Verbesserung der verkehrlichen Infrastruktur 5,1 Mio. € investiert (Stand 2009). Bis zur endgültigen Abwicklung der Sanierung werden es für die verkehrliche Infrastruktur insgesamt ca. 6,1 Mio. € sein.
Die öffentlichen Freiflächen wurden vor allem über das Programm "Wohnungsnahe Infrastruktur - Stadtweite Maßnahmen" von 1999 – 2002, aus EFRE-Mitteln und Sanierungsfördermitteln sowie über Beschäftigungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit neu angelegt bzw. wiederhergestellt. Mit Hilfe dieser Förderprogramme wurden auch kleinteilige Projekte mit geringem Bauvolumen realisiert. Die Maßnahmen umfassten die Umgestaltung bzw. Neuanlage von Gehwegen inklusive Begrünung sowie kleinere Aufenthaltsbereiche.
Die innere Erschließung des Gebietes über Grün- und Wegeverbindungen wurde ausgebaut. In den beiden größeren Parkanlagen, Bleichröderpark und Paule Park sind jeweils Kinderspielplätze integriert. Insgesamt entstanden über das Gebiet verteilt sechs Spielplätze.

Nördlich des Angers konnten auf einer großen Brach- und Parkplatzfläche das Rathaus-Center sowie kleinteilige Angebote im südlichen Angerbereich realisiert werden. Mit dem regelmäßigen Marktangebot auf dem Anger, der Kirche sowie Nutzungen beispielsweise der bezirklichen Galerie, ist der Anger ein urbanes Bindeglied im Hauptzentrum geworden.

Im Zuge des Neubaus des Rathaus-Centers und nötiger Zufahrten wie auch der Modernisierung der Straßenbahn wurden zugleich große Investitionen für Umbau der Kreuzungen Breite/Berliner Straße und Breite/Mühlenstraße getätigt. Die Investitionen wurden aus Ausgleichsbeträgen finanziert.
Neben den Maßnahmen im Wohnumfeld wurden im bzw. an das Gebiet angrenzend, große Umbaumaßnahmen an den Verkehrsanlagen des Landes Berlins, der BVG und DB in Angriff genommen. Dazu gehören die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 und der Brückenbau über die Berliner Straße im Zusammenhang mit dem U-Bahnhofausbau.

Die Sanierung der Berliner Straße wird das Erscheinungsbild aufwerten und eine Belebung initiieren. Das in der Realisierung befindliche Geschäftshaus auf dem Garbátyplatz wird die Eingangssituation ins Zentrum ansprechender gestalten. An der Straße und in ihrem Rückraum liegen das modernisierte ehemalige Jüdische Waisenhaus mit der Bibliothek, die Volkshochschule sowie mehrere neue private Schulen. Zum Hauptzentrum gehören auch die Nebenstraßen, deren kleinteiliger Einzelhandel zu einer wohnungsnahen Versorgung beiträgt: die Wollankstraße und die Florastraße haben sich diesbezüglich gut entwickelt. Der östliche Teil der Florastraße wurde neu gebaut und die Straße wurde in ihrer ganzen Länge zur Tempo 30 Zone ausgewiesen. Die Wollankstraße wurde 2010 umgebaut.

Die das Bild des Sanierungsgebiets prägenden ehemaligen (gewerblichen) Großstandorte Alte Mälzerei und Elektrokeramische Fabrik sowie die Zigarettenfabrik, die am Rand liegt, wurden neu entwickelt. Die Wiedernutzung der Brache der ehemaligen Elektrokeramischen Fabrik mit Wohnnutzung wurde noch im Jahr der Aufhebung des Sanierungsgebiets auf den Weg gebracht. Die Alte Mälzerei ist seit 2010 umfangreich für eine Wohnnutzung mit 130 Wohneinheiten saniert.

Fortzuführende Maßnahmen

Es wurde eine Entwicklung angeschoben, die auch nach dem Ende des Sanierungszeitraums weitergeht.
Das Hauptzentrum an der Berliner Straße bis zum S-Bahnhof Pankow, besitzt noch Nachholbedarf. Entlang der Berliner Straße gibt es viele Potenzialflächen, die bisher im Schatten der unmodernisierten Straße lagen.
Die Mieterberatung "FSW Im Kiez" e.V. wird weiterhin eine offene Mieterberatung anbieten und die belegungsgebundenen Wohnungen betreuen.
Bereits angefangene Maßnahmen, wie z.B. die Erneuerung der Berliner Straße werden zum Abschluss gebracht. Zusätzliche Fördermittel konnten im letzten Jahr der Sanierung für neue Maßnahmen bereitgestellt werden. Dies betrifft die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Vorderhauses der Reinhold-Burger-Oberschule, Maßnahmen im Innern des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums und die Erneuerung der Gehwege der Florastraße im Abschnitt zwischen Wollank- und Mühlenstraße.
Bereits länger gebundene Sanierungsmittel für die Schulstraße werden ab 2012 für die Erneuerung der Fahrbahn und Gehwege eingesetzt. Der Neubau der Sporthalle für Schul- und Breitensport ist auf dem Hof der Reinhold-Burger-Oberschule gesichert. Für die Weiterentwicklung des Zentrums Breite Straße und Berliner Straße unterstützte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den Bezirk bei der Beauftragung einer städtebaulichen Studie zu Entwicklungsperspektiven und erforderlichen Schritten zur Nutzung der Potenziale des Zentrums Alt-Pankow. Nach Fertigstellung der Straßenbaumaßnahme Berliner Straße voraussichtlich 2012 geht es darum, in Abstimmung mit den Eigentümern, die bestehenden Flächenpotenziale unter bzw. ungenutzter Grundstücke zu aktivieren.


Rechtsverordnungen

Mondfrau auf dem Anger vor dem Rathaus; Foto: Marian Lachmund
Mondfrau auf dem Anger vor dem Rathaus

Museum "Alte Bäckerei" Foto: Jahn, Mack & Partner
Museum "Alte Bäckerei"
Foto: Jahn, Mack & Partner

Paule-Park im Blockinnenbereich; Foto: Marian Lachmund
Paule-Park im Blockinnenbereich

Elisabeth-Shaw-Schule – Grunowstraße 17; Foto: Jahn, Mack & Partner
Elisabeth-Shaw-Schule – Grunowstraße 17
Foto: Jahn, Mack & Partner

Neue Schönholzer Straße 15-16; Foto: Jahn, Mack & Partner
Neue Schönholzer Straße 15-16
Foto: Jahn, Mack & Partner

Einkaufen in der Breite Straße; Foto: Marian Lachmund
Einkaufen in der Breite Straße

Belichtung zum 'Traumboulevard' an der Alten Pfarrkirche; Foto: IG-Alt-Pankow
Belichtung zum "Traumboulevard" an der Alten Pfarrkirche
Foto: IG-Alt-Pankow

Spielanlage Bleichröderpark; Foto: Marian Lachmund
Spielanlage Bleichröderpark

Platzanlage Alte Mälzerei - Neue Schönholzer Straße 26 - 29; Foto: Marian Lachmund
Platzanlage Alte Mälzerei - Neue Schönholzer Straße 26 - 29


Fotos (soweit nicht unter den Fotos angegeben):
Marian Lachmund

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