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Stadterneuerung - Pankow

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Pankow - Winsstraße


Stadtplatz Marie, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
"Stadtplatz Marie"

Informationen

Berlin Pankow

Bezirk Pankow von Berlin

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      Winsstraße

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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 27.04.2011


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Das Gebiet

Vor rund 150 Jahren noch unbebaut, gehörte das Gebiet bereits um 1900 zu den am dichtesten besiedelten Stadtteilen Berlins. Es ist geprägt durch eine gründerzeitliche Baustruktur mit hohem Mischnutzungsanteil. Die teilweise sehr großen Baublöcke sind charakterisiert durch Gewerbe- und Industriebauten im Innenbereich. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Quartier Winsstraße von flächenhaften Zerstörungen verschont; mit wenigen Ausnahmen blieb die alte Bebauung erhalten. Auch während der Wiederaufbauphase fanden keine Änderungen am historischen Stadtgrundriss statt. Aus der hohen baulichen Dichte der gründerzeitlichen Mietshausbebauung resultiert ein strukturell bedingtes hohes Freiflächendefizit.
 
Daten (Stand: 31.12.2007)
Fläche 34,7 ha
Grundstücke 225
Wohnungen 5.020
Einwohner 8.568
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Sanierungsziele

Das Gebiet Winsstraße sollte entsprechend seiner Funktion als Cityrandgebiet als innerstädtisches Wohnquartier gestärkt und weiterentwickelt werden. Dazu dienten die Erneuerung von Wohn- und Gewerbegebäuden sowie der sozialen und kulturellen Einrichtungen, die Verbesserung und Erweiterung von Spiel- und Grünflächen, die Einrichtung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Straßenraum und die Erneuerung des Wohnumfeldes. Ziel war die Bewahrung der Stadtstruktur, eine erhaltende Erneuerung des Gebietes bei gleichzeitiger behutsamer Anpassung an Anforderungen, die auf interner und überörtlicher Strukturentwicklung beruhen. Der Verbleib von Handel, Handwerk und nicht störendem Gewerbe im Gebiet ist ein wesentliches Element in diesem Konzept und bedarf weiterer Unterstützung.
 

Ergebnisse der Sanierung

Rund 56 % des erneuerungsbedürftigen Altbaubestandes wurden bis Ende 2007 umfassend modernisiert und instand gesetzt. Von den ursprünglich insgesamt 4.354 Wohnungen mit Erneuerungsbedarf sind ca. 2.450 Wohnungen (56 %) - teilweise mit Hilfe öffentlicher Mittel - erneuert; ca. 1.900 Wohnungen müssen noch saniert werden. Das vergleichsweise geringe Neubaupotenzial konzentrierte sich auf Dachgeschoßausbauten und einige Baulücken. Bis Ende 2007 wurden 180 Wohnungen (einschließlich 60 Seniorenwohnungen) neu geschaffen.

Seit einiger Zeit zeichnete sich ein verstärktes Interesse von Baugemeinschaften an brachliegenden Grundstücken für eine Bebauung mit Wohnhäusern ab. Die Gruppen, die sich häufig aus Familien mit Kindern zusammensetzen, haben das Ziel, selbst genutztes Wohneigentum durch gemeinsame Planung nach individuellen Vorstellungen zu schaffen. So wurde in direkter Nachbarschaft zum Stadtplatz "Marie" 2007 das Baugruppenprojekt Marienburger Straße 40 mit 22 Wohnungen fertig gestellt.
Durch Umnutzung ehemaliger Gewerbeflächen und Neubau von 4 Townhouses im Hofbereich entstehen derzeit auf dem Grundstück Greifswalder Straße 228/228A 30 zusätzliche Wohnungen. Durch Umbau und Umnutzung des ehemaligen Umspannwerkes im hinteren Bereich der Prenzlauer Allee 33 kommen weitere 50 Wohnungen dazu. Das Neubaupotenzial erhöht sich auf ca. 247 WE.

Auf dem Grundstück Greifswalder Straße 221/223 wurde neben dem Neubau eines öffentlich geförderten Seniorenwohnhauses mit 60 Wohnungen für betreutes Wohnen auch das bestehende Fabrikgebäude saniert und entwickelt. Die privaten Außenanlagen des Blocks sind z.T. als Schulhoferweiterung bzw. Neubaustandort für eine Turnhalle der Heinrich-Roller-Schule vorgesehen sowie als privat genutzte Freiflächen umgestaltet worden.

Zwei Grundschulen wurden bereits weitgehend erneuert. Eine dritte ist langfristig an einen privaten Schulträger vermietet. Die Heinrich-Roller-Schule konnte mit Mitteln aus verschiedenen Förderprogrammen als ökologisches Modellprojekt saniert werden.
Die Grundschule an der Marie in der Christburger Straße 7 wurde behindertengerecht umgebaut. Das denkmalgeschützte ehemalige Lehrerwohnhaus ist aus bezirkseigenen Mitteln und Fördermitteln der EU (EFRE) zu Hort und einer Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung umgebaut worden. Als letzter Abschnitt der Erneuerung dieser Schule wurde 2005 der Neubau einer Zweifach-Turnhalle auf dem Grundstück Winsstraße 49/50 abgeschlossen.

Gebäude und Außenanlagen der für die Versorgung des Gebietes wichtigen Kindertagesstätte in der Jablonskistraße 33 (außerhalb des förmlich festgesetzten Sanierungsgebietes) wurden bis 2005 erneuert. Die Kapazität von ursprünglich 120 Plätzen wurde auf 190 Plätze erweitert. Die Nachfrage nach Kita-Plätzen im Quartier konnte damit jedoch nicht gedeckt werden. In den vergangenen Jahren gründeten sich immer wieder neue Eltern-Initiativ-Kitas oder andere kleine Einrichtungen in freier Trägerschaft, die auf Räume in Erdgeschossen von Wohnhäusern, meist ohne eigene Freifläche zurückgreifen müssen.

Für die wohnortnahe Versorgung mit Kinderspielplätzen gibt es im Gebiet Winsstraße wenig Flächenpotenzial. Um so wichtiger sind ihre Qualität und Akzeptanz.

Auszeichnungen: Deutschen Spielraumpreis, "Gustav-Meyer-Preis", Preis "Soziale Stadt"
Der ehemalige Parkplatz am Rand des Wohngebietes in der Straße Prenzlauer Berg 5 wurde zum "Skatepark", einem Spielplatz für ältere Kinder und Jugendliche mit Skate-Elementen und Kletterturm umgestaltet. Das Konzept wurde unter Einbindung von jungen Skateboard-Spezialisten entwickelt. In der Fachwelt wird die Qualität des Platzes anerkannt: das Projekt wurde mit dem Deutschen Spielraumpreis 2002 ausgezeichnet.
Der mit intensiver Bürgerbeteiligung in der Planungs- und Umsetzungsphase hergestellte Stadtplatz "Marie", Marienburger Straße 41-46 wurde im Jahr 1999 mit dem "Gustav-Meyer-Preis" und im Jahr 2000 mit dem Preis "Soziale Stadt" ausgezeichnet.

Die ursprünglich bis 2007 befristete Zwischennutzung konnte durch einen Grundstückstausch zwischen Berliner Feuerwehr und Bezirk in eine dauerhafte Nutzung umgewandelt werden. Im Juni 2008 wurde dieser Platz nach wiederum von Anwohnern und Nutzern intensiv mitgestalteter Planungs- und Bauphase mit neuen zusätzlichen Spielangeboten und einer allgemeinen Qualifizierung erneut eröffnet. In dieser Form wird er der dauerhaften Nutzung als Spiel- und Stadtplatz des Quartiers gerecht. Eine Anwohnerinitiative leistet bereits Unterstützung bei der Pflege.
In Ergänzung der von Anwohnern geplanten und gebauten Platzfläche Raabestraße 5 hat die Neugestaltung des Spielplatzes Raabestraße 4 begonnen. Bei der Entwicklung der Gestaltungskonzeption wurde ein Beteiligungsverfahren durchgeführt, an dem auch Schüler der nahe gelegenen Heinrich-Roller-Schule intensiv beteiligt waren. Noch im Jahr 2008 wird der Spielplatz fertig gestellt.

Bei der Umgestaltung des Straßenraumes konnten erste Fortschritte erzielt werden. Als erste bauliche Maßnahme der Verkehrsberuhigung wurden im Bereich des Stadtplatzes "Marie" jeweils zwei gegenüberliegende Gehwegvorstreckungen realisiert. Inzwischen wurde auch vor der Schule Christburger Straße 7 und in der Raabestraße mit Gehwegvorstreckungen sowie durch den Umbau der verkehrsreichen Kreuzung Marienburger Straße / Winsstraße die Sicherheit der Kinder auf ihrem Schulweg erheblich verbessert. In diesem Jahr entstehen weitere Querungshilfen vor der Turnhalle Winsstraße 49/50.
Der Umbau der Greifswalder Straße und die Gehwegerneuerung stehen kurz vor ihrer Fertigstellung. Mit dem Bau von Gehwegvorstreckungen, Querungshilfen und der Anlage von Radfahrstreifen konnte die Verkehrssicherheit hier erheblich erhöht werden. Zur Verbesserung der Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind bisher im Gebiet knapp 250 Fahrradabstellbügel aufgestellt worden.

Auszeichnungen: Deutscher Städtebaupreis, Europäischer Städtebaupreis
Für die Vielzahl von mehr als 50 umfassenden Erneuerungsverfahren mit Planungsbeteiligung durch die Nutzer im Kinder- und Jugendbereich in den fünf Sanierungsgebieten Prenzlauer Berg wurden dem Land Berlin, dem Bezirk Pankow und der S.T.E.R.N. GmbH unter dem Motto "Auch den Kindern gehört die Stadt - Kinderfreundliche Stadterneuerung in einem dicht bebauten Gründerzeitviertel von Berlin" der Deutsche Städtebaupreis 2003 und der Europäische Städtebaupreis 2004 verliehen.

Fortzuführende Maßnahmen

Für den weiteren Sanierungsprozess stehen folgende Handlungsfelder im Vordergrund:
  • Wohnumfeldverbesserung - insbesondere weitere Maßnahmen zur Schulwegsicherung, Kreuzungsumbauten und Gehwegerneuerungen.
  • Verbesserung der Spielplatzsituation ggf. auch durch Zwischennutzungen.
  • Unterstützung der privaten Eigentümer bei der Entwicklung von Nutzungskonzepten für die großen im Gebiet vorhandenen Gewerbeimmobilien - wie z.B. den Gewerbehof Greifswalder Straße 212/213. Unterstützung der Verbesserung des Einzelhandels insbesondere in der Greifswalder Straße.
  • Überprüfung des Erfordernisses für eine Parkraumbewirtschaftung.

Die Sicherung von Sanierungszielen über den Zeitraum der Sanierungsgebietsfestsetzung hinaus stellt vor der förmlichen Aufhebung des Gebietes eine wesentliche Aufgabe dar. Es gilt auch bei einer anhaltenden Bevölkerungszunahme eine ausreichende Versorgung mit Infrastruktureinrichtungen sicherzustellen und so die Sanierungserfolge zu bewahren.


Rechtsverordnungen

Medienstandort "Marienburg", Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Medienstandort "Marienburg"

Spielplatz Marie, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Spielplatz Marie

Sportfreifläche Christburger Straße 7, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Sportfreifläche Christburger Straße 7

Heinrich-Roller-Straße 19, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Heinrich-Roller-Straße 19

Baugemeinschaft Marienburger Straße 40, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Baugemeinschaft Marienburger Straße 40

Werkstatt Fördern durch Spielmittel, Immanuelkirchstraße 24/25, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Werkstatt Fördern durch Spielmittel, Immanuel-
kirchstraße 24/25

Raabeplatz, Platzgestaltung durch Bewohner, Raabestraße 5, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Raabeplatz, Platzge-
staltung durch Bewohner, Raabestraße 5

Modernisierter Altbau, Winsstraße 60
Modernisierter Altbau, Winsstraße 60 (1)


Fotos:
S.T.E.R.N. GmbH,
außer (1) Philipp Schumann/S.T.E.R.N. GmbH
 


 
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