Städtebau  

 

Stadterneuerung - Pankow

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Pankow - Winsstraße


Stadtplatz MARIE; Foto: Philipp Schumann/S.T.E.R.N. GmbH
Stadtplatz "MARIE"; Foto: Philipp Schumann/S.T.E.R.N. GmbH

Informationen

Berlin Pankow

Bezirk Pankow von Berlin

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Winsstraße
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 27.04.2011


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Das Gebiet

Vor rund 150 Jahren noch unbebaut, gehörte das Gebiet bereits um 1900 zu den am dichtesten besiedelten Stadtteilen Berlins. Es ist geprägt durch eine gründerzeitliche Baustruktur mit hohem Mischnutzungsanteil. Die teilweise sehr großen Baublöcke sind charakterisiert durch Gewerbe- und Industriebauten im Innenbereich. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Quartier Winsstraße von flächenhaften Zerstörungen verschont; mit wenigen Ausnahmen blieb die alte Bebauung erhalten. Auch während der Wiederaufbauphase fanden keine Änderungen am historischen Stadtgrundriss statt. Aus der hohen baulichen Dichte der gründerzeitlichen Mietshausbebauung resultiert ein strukturell bedingtes hohes Freiflächendefizit.

Daten (Stand: 31.12.2010)
Fläche 34,7 ha
Grundstücke 228
Wohnungen 5.200
Einwohner 9.200 (31.12.2012)
fill

Sanierungsziele

Das Gebiet Winsstraße sollte entsprechend seiner Funktion als Cityrandgebiet als innerstädtisches Wohnquartier gestärkt und weiterentwickelt werden. Dazu dienten die Erneuerung von Wohn- und Gewerbegebäuden sowie der sozialen und kulturellen Einrichtungen, die Verbesserung und Erweiterung von Spiel- und Grünflächen, die Einrichtung von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Straßenraum und die Erneuerung des Wohnumfeldes. Ziel war die Bewahrung der Stadtstruktur, eine erhaltende Erneuerung des Gebietes bei gleichzeitiger behutsamer Anpassung an Anforderungen, die auf interner und überörtlicher Strukturentwicklung beruhen.

Ergebnisse der Sanierung

Zum Abschluss der Sanierung sind mehr als 60 Prozent der Wohnungen umfassend modernisiert und instand gesetzt, davon mehr als 500 Wohnungen mit Unterstützung von Fördermitteln des Bundes und des Landes Berlin aus dem Programm Soziale Stadterneuerung mit preisgebundenen Mieten und Belegungsbindung. 640 Wohnungen wurden im Sanierungszeitraum neu gebaut. Davon befinden sich 220 Wohnungen in neu errichteten Gebäuden, 290 entstanden durch den Ausbau von Dachgeschossen und 130 durch Umnutzung ehemaliger Gewerbeflächen.

Die umfassende Erneuerung und Schaffung neuer sozialer Infrastruktureinrichtungen sowie die Neuanlage von Grün- und Spielflächen haben wesentlich zur Verbesserung von Wohnqualität und Erscheinungsbild des Quartiers beigetragen.
Die bauliche Erneuerung der "Grundschule an der Marie", Christburger Straße 7, ist abgeschlossen. Die Außenanlagen wurden im Zuge des Baus der neuen Zweifach-Turnhalle umgestaltet. In dem angrenzenden ehemaligen Lehrerwohnhaus, das ebenfalls umfassend erneuert und umgebaut wurde, erfolgt ein Teil der Hortbetreuung. Die modellhafte Sanierung der Heinrich-Roller-Grundschule, Heinrich-Roller-Straße 18, als Öko-Schule ist, einschließlich der Sanierung der Gymnastikhalle und der Schulhofflächen, ebenfalls abgeschlossen. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen wird diese Schule dreizügig als offene Ganztagsgrundschule geführt. Der erforderliche Neubau einer Sporthalle mit zwei Hallenteilen wird auf einer Teilfläche eines direkt benachbarten Grundstückes derzeit begonnen (Bauzeit 2013 bis 2015).

Die Doppel-Kindertagesstätte in Plattenbauweise in der Jablonskistraße 33, 34 und die Kindertagesstätte Prenzlauer Berg 15-16 (beide außerhalb des Sanierungsgebietes), die umfassend saniert und in ihren Kapazitäten erweitert worden sind, decken einen großen Teil des Bedarfs aus dem Sanierungsgebiet. Darüber hinaus verfügt das Gebiet Winsstraße über Kita-Angebote in Wohngebäuden, mehrheitlich ohne eigene Freifläche, und im Gemeindehaus der Immanuelkirch-Gemeinde.

Im Sanierungszeitraum konnten im Sanierungsgebiet zwei Kinder- und Jugendeinrichtungen neu errichtet werden:
  • der Abenteuerspielplatz auf der MARIE, Marienburger Straße 46, als kommunales Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren
  • die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung im Gartenhaus an der MARIE, dem ehemaligen Lehrerwohnhaus, Winsstraße 49, in freier Trägerschaft für Kinder und Jugendliche ab 11 bis unter 17 Jahren.
  • Für den pädagogisch betreuten Abenteuerspielplatz auf der MARIE wird ab 2014 der Neubau eines Spielhauses zur Qualifizierung und Stabilisierung des Angebotes beitragen.

Auszeichnungen: Deutschen Spielraumpreis, "Gustav-Meyer-Preis", Preis "Soziale Stadt"
Der ehemalige Parkplatz am Rand des Wohngebietes in der Straße Prenzlauer Berg 5 wurde zum "Skatepark", einem Spielplatz für ältere Kinder und Jugendliche mit Skate-Elementen und Kletterturm umgestaltet. Das Konzept wurde unter Einbindung von jungen Skateboard-Spezialisten entwickelt. In der Fachwelt wird die Qualität des Platzes anerkannt: das Projekt wurde mit dem Deutschen Spielraumpreis 2002 ausgezeichnet.
Der mit intensiver Bürgerbeteiligung in der Planungs- und Umsetzungsphase hergestellte Stadtplatz "Marie", Marienburger Straße 41-46 wurde im Jahr 1999 mit dem "Gustav-Meyer-Preis" und im Jahr 2000 mit dem Preis "Soziale Stadt" ausgezeichnet.

Ein wesentliches Sanierungsziel konnte mit der Schaffung und langfristigen Sicherung des Stadtplatzes an der MARIE erreicht werden. Durch seine zentrale Lage, vielfältige Angebote und den vor allem von Anwohnern und Platznutzern aller Altersgruppen getragenen Planungs- und Entstehungsprozess hat sich der Platz zum Identifikationsort für das Quartier entwickelt. Die Aktivitäten der KiezgärtnerInnen stehen ebenso wie die Kommunikation zwischen den Anliegern - Schule, Hort, Jugendeinrichtung, Baugruppe - und anderen Nutzern für die Lebendigkeit des Platzes. Nach einer ursprünglich auf 10 Jahre befristeten Zwischennutzung konnte die Fläche dauerhaft gesichert werden.
Darüber hinaus wurde in den früheren Baulücken Raabestraße 4 und 5 ein Kleinkinderspielplatz neu angelegt. Für Jugendliche und gemeinsam mit ihnen wurde auf dem ehemaligen Parkplatz Prenzlauer Berg 5 ein Skaterplatz errichtet. Die Umgestaltung einer ehemaligen Friedhofsfläche an der Heinrich-Roller-Straße zu einer öffentlichen Park- und Spielfläche, den "Leise-Park" ist in dieser Art beispiellos in Berlin.

Bereits zu Beginn des Sanierungsprozesses ist das Gebiet als Tempo-30-Zone ausgewiesen worden. Im Sinne einer weiteren Verkehrsberuhigung wurden die Knoten Marienburger Straße / Winsstraße, Christburger Straße / Winsstraße und Immanuelkirchstraße / Winsstraße umgebaut. Durch die Schaffung von Querungshilfen vor Infrastruktureinrichtungen, öffentlichen Grün- und Spielflächen und anderen stark von Fußgängern frequentierten Bereichen konnte die Verkehrssicherheit hier erhöht werden. Weitere Kreuzungsumbauten (Jablonskistraße / Winsstraße, Knotenpunkt Winsstraße / Heinrich-Roller-Straße) und die Erneuerung von Gehwegen werden in 2013 und 2014 durchgeführt. In 2010 wurde für das Gebiet die Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Mit der Neuordnung des ruhenden Verkehrs in der Greifswalder Straße, der Schaffung eines Angebotsstreifens für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer und der Aufstellung von Fahrradbügeln im Gebiet wurde auch die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer spürbar verbessert.
Mit der umfassenden Erneuerung der Frankonia-Höfe (Prenzlauer Allee 36), des Gewerberiegels Immanuelkirchstraße 14 a/b, der Marienburg (Marienburger Straße 16), der Heinrich-Roller-Straße 15 sowie eines Teiles der ehemaligen "Treffmodelle" Greifswalder Straße 212/213 haben sich attraktive Dienstleistungs- und Ausbildungsstandorten entwickelt. Durch überwiegenden Erhalt der Gewerbeflächen und deren wohnverträgliche Nutzung konnte die angestrebte Mischung aus Wohnen und Gewerbe gestärkt werden.

Auszeichnungen: Deutscher Städtebaupreis, Europäischer Städtebaupreis
Für die Vielzahl von mehr als 50 umfassenden Erneuerungsverfahren mit Planungsbeteiligung durch die Nutzer im Kinder- und Jugendbereich in den fünf Sanierungsgebieten Prenzlauer Berg wurden dem Land Berlin, dem Bezirk Pankow und der S.T.E.R.N. GmbH unter dem Motto "Auch den Kindern gehört die Stadt - Kinderfreundliche Stadterneuerung in einem dicht bebauten Gründerzeitviertel von Berlin" der Deutsche Städtebaupreis 2003 und der Europäische Städtebaupreis 2004 verliehen.

Bis Mitte der 1990er Jahre war das damals graue und unscheinbare Quartier Winsstraße stark sanierungsbedürftig und sah sich einem steten Bevölkerungsrückgang gegenüber. Nach dem Abschluss des Sanierungsprozesses präsentiert es sich in einem völlig neuem Gewand: Das Ziel des Erneuerungsprozesses, das Gebiet entsprechend seiner Funktion als citynaher Wohnstandort mit eingelagerten Arbeitsstätten zu erhalten und wesentlich zu verbessern, konnte erreicht werden


Rechtsverordnungen


Medienstandort "Marienburg", Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Medienstandort "Marienburg"

Spielplatz Marie, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Spielplatz Marie

Sportfreifläche Christburger Straße 7, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Sportfreifläche Christburger Straße 7

Heinrich-Roller-Straße 19, Foto: Philipp Schumann/S.T.E.R.N. GmbH
Heinrich-Roller-Straße 19 (1)

Baugemeinschaft Marienburger Straße 40, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Baugemeinschaft Marienburger Straße 40

Werkstatt Fördern durch Spielmittel, Immanuelkirchstraße 24/25, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Werkstatt Fördern durch Spielmittel, Immanuel-
kirchstraße 24/25

Raabeplatz, Platzgestaltung durch Bewohner, Raabestraße 5, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Raabeplatz, Platzge-
staltung durch Bewohner, Raabestraße 5

Modernisierter Altbau, Winsstraße 60
Modernisierter Altbau, Winsstraße 60 (2)


Fotos:
S.T.E.R.N. GmbH,
außer (1,2) Philipp Schumann/S.T.E.R.N. GmbH

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