Städtebau  

 

Stadterneuerung - Neukölln - Aufgehobene Gebiete

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Neukölln - Wederstraße


Blick auf den Carl-Weder-Park Richtung Osten
Blick auf den Carl-Weder-Park Richtung Osten

Informationen

Berlin Neukölln

Bezirk Neukölln von Berlin

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Wederstraße
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 11.07.2010


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Das Gebiet

Der Bereich zwischen der Karl-Marx-Straße und der Hermannstraße sowie der Delbrückstraße und der Jahnstraße wurde 1995 als Sanierungsgebiet Wederstraße förmlich festgelegt. Die Wederstraße und ihre Umgebung bilden praktisch die Grenze zwischen den Ortsteilen Neukölln und Britz. Die städtebauliche Entwicklung des Gebiets Neukölln - Wederstraße wurde durch die Lage dieser Gemeindegrenze geprägt. Im Neuköllner Teil besteht eine weitgehend geschlossene 4-5 geschossige Blockrandbebauung; im Britzer Siedlungsteil hat sich dagegen bis heute eine offene, niedriggeschossige Vorortbebauung mit vielen Anbauten, Schuppen und Remisen erhalten.

Ein wesentlicher Grund für die Festlegung als Sanierungsgebiet war der Bau der Bundesautobahn A 100 in Tunnellage. Zum einen führte die über mehrere Jahrzehnte andauernde Planungsunsicherheit zu großen Modernisierungs- und Instandsetzungsrückständen, zum anderen galt es den Eingriff in die Gebietsstruktur nach dem Abriss des nördlichen und östlichen Teils der Wederstraße zu heilen.
 
Daten (Stand: 31.12.2007)
Fläche 23,9 ha
Grundstücke 232
Wohnungen 1.162
Einwohner 2.079
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Sanierungsziele

Das Entwicklungskonzept im Rahmenplan sah aufgrund des Baus der Autobahn eine neue Gebietsstruktur vor, die im westlichen Teil des Quartiers bis zur Rungiusstraße mehr Wohnfunktionen aufweist. Neben Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen beinhaltete dies umfangreiche Neubaumaßnahmen und die Verlagerung von Betrieben.

Der nordöstliche Teil dagegen, insbesondere in dem neu zu gestaltenden Bereich um den Tunnelmund der Autobahn, wurde als Gewerbegebiet mit direktem Autobahnanschluss bzw. als ein Schwerpunkt mit Mischnutzungen strukturiert.

Das Neuordnungskonzept, das diese Vorgaben konkretisiert, entspricht besonders in den Randbereichen des Quartiers dem Ziel einer weitgehend erhaltenden Erneuerung. In den trassennahen Bereichen sind jedoch tiefgreifende Umstrukturierungen erforderlich.
 

Ergebnisse der Sanierung


Wohnungsbestand

Der umfassende Erneuerungsbedarf der Wohnungen konnte auf mittlerweile 126 WE reduziert werden. Im Wohnungsneubau wurden 4 Vorhaben im öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau (2. Förderweg) mit insgesamt 92 WE realisiert. Zur Vorbereitung von Neubauten fanden bereits auf einigen Grundstücken durch die Sanierung in Form von Verlagerungen und Abrissen Bauvorbereitungen statt. Hervorzuheben ist hierbei die geplante Errichtung von Townhouses, (www.townhouse-neubritz.de), wofür ein eigenes Vermarktungskonzept mit Finanzierungsberatung entwickelt wurde.

Carl-Weder-Park

Im westlichen Teil des Gebiets entstand als begrünter "Deckel" des Autobahntunnels der etwa 1,7 ha große "Carl-Weder-Park", der Teil der insgesamt 6,6 ha großen planfestgestellten Ausgleichsmaßnahme ist. Anregungen und Wünsche (z.B. Spielplatz, grünes Klassenzimmer) der Betroffenen flossen in mehreren Werkstattgesprächen in die Planung der Grünanlage ein. Zur besseren Bindung und Identifikation der Bewohner mit dem Carl-Weder-Park ist 2002 ein künstlerisches Gutachterverfahren mit dem Ziel durchgeführt wurden, ein Konzept für jährliche Beteiligungsaktionen zu entwickeln. Daraus resultierend findet im Sommer regelmäßig die "Werkstatt für Veränderung" (WfV) von Seraphina Lenz statt. Bisherige Aktionen der WfV waren 2003: "platz nehmen" auf 100 blauen Liegestühlen, 2004: "über uns die sterne und unter uns die autobahn", 2005: "bewegende besucher" mit 2 Pferden in einer eigens angelegten Koppel, 2006: "zarte pflanzen" mit Blumenbeeten und Pflanzenbestimmungen, 2007: "verborgene Talente" und 2008 der Filmpark.

Erneuerung und Erweiterung der Zürich-Schule (Grundschule)

Die Modernisierung und Instandsetzung sowie Erweiterung der viel zu beengten Zürich-Grundschule begann 2002. So ist durch Ankauf des Grundstücks Bürgerstraße 52 die Schulhoffläche erweitert und nach Abriss des bestehenden Wohnhauses 2003 ein Kleinspielfeld angelegt worden. In 2004 wurden mit Städtebauförderungsmitteln ein Toilettenanbau am Hauptgebäude sowie die Sanierung von Fassaden und Dächern der Turnhalle, des Hauptgebäudes und einem für Schulzwecke übertragenen Altbau durchgeführt. 2005 wurde mit weiteren Fördermitteln der Umbau und die Modernisierung dieser alten Substanz weiter vorangetrieben und 2006 beendet. Zur Erweiterung der Schule erfolgten Übertragungen der Grundstücke Wederstraße 53/59 von der Stadt und Land Wohnbauten Gesellschaft mbH an den Bezirk Neukölln und die Mieterumsetzung mit Sozialplan. Danach wurden die Grundstücke baureif gemacht. Um die Schulerweiterung innerhalb des historischen Ensembles architektonisch bestmöglich einzupassen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der am 19.12.07 prämiert wurde. Ab November 2008 begannen die Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau, die in 2010 beendet werden sollen. Danach wird ein Teil des Altbaus nach heutigen Anforderungen umgebaut.

Jugendberatungshaus mit Kita und Spielflächen

Im September 2002 zog die Jugendeinrichtung zur beruflichen Beratung in das 2. OG des ehemaligen Speditionsgebäudes in der Glasower Straße 15 und gewann schnell überregionale Ausstrahlung. Ergänzt wurde das infrastrukturelle Angebot 2005 durch den Einzug einer Kita mit Hort, kombiniert mit Bereichen für Bewegung und Ernährung, im 1. OG des Jugendberatungshauses. 2007 konnte die Kita zur Erweiterung ihrer Fläche das eigens umgebaute Erdgeschoss beziehen und verfügt nun auch über eine dazugehörige Freifläche.

Orte fürs Lernen, Spielen und Veranstalten

Als weitere Infrastrukturstandorte wurden im Mai 2004 in der Rungiusstraße 19/21 der "Kultur-Bunker" mit einer Bühne, offenem Zirkuszelt und Arbeitsbereichen sowie nebenan das nach ökologischen Kriterien errichtete Unterrichtsgebäude im neuen Schulgarten eingeweiht. Ende 2007 erfolgte die Fertigstellung eines Spielplatzes für ältere Kinder ab 12 Jahren mit einem Freiluft-Fitness-Parcours in der Bürgerstraße 47/49.

Gewerbegebiet Juliushof

Entlang einer neu angelegten Erschließungsstraße wurden im ca. 1,4 ha großen Gewerbegebiet Juliushof nördlich des Tunnelmundes der Autobahn zwischen 2002 und 2007 mehrere Parzellen für Handwerker oder produktionsnahe Betriebe zum Erwerb mit anschließender Bebauung von Betriebsgebäuden zur Verfügung gestellt. Die Parzellen sind alle verkauft und teilweise bereits bebaut.

Fortzuführende Maßnahmen

Ein Schwerpunkt liegt in der Beförderung und Unterstützung von Neubauvorhaben, insbesondere durch Townhouses am Carl-Weder-Park, und der entsprechenden Verlagerung störender Gewerbebetriebe sowie der behutsamen Erneuerung des Wohnungsbestandes. Im Sanierungsgebiet ist noch ein Potential für weitere ca. 350 zu bauende Wohnungen vorhanden. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Aufgabe, eine Reparatur der Blockkanten nach dem Bau der Autobahn zu erreichen.

Daneben spielt die Verbesserung der Infrastruktur eine große Rolle. Als dabei wichtigste Aufgabe steht die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses zur Erweiterung der Zürich-Schule (Grundschule) an. Der Zeitraum hierfür ist von 2008 bis 2011 veranschlagt. Des Weiteren ist eine Umgestaltung und Verbesserung der Wegebeziehung im Carl-Weder-Park, die Schaffung einer Bewegungsfläche für Hortkinder und die Nachbarschaft und die planungsrechtliche Sicherung einer Kindertagesstätte mit 100 Plätzen in der Bendastraße 11c, die mit öffentlichen Mitteln im Sanierungszeitraum nicht mehr finanzierbar ist, vorgesehen.

Der Entwicklungsschwerpunkt für Gewerbe sieht neben der Vermarktung und Bebauung von Einzelgrundstücken auch südlich der Autobahn ein zusammenhängenden Riegel als Neubau zur Abschirmung der Wohnbebauung vor.


Rechtsverordnungen

Kulturbunker in der Rungiusstraße, Foto: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Kulturbunker in der Rungiusstraße

Townhouses
Townhouses

Zürich-Schule nach der Instandsetzung, Foto: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Zürich-Schule nach der Instandsetzung

Ökologisches Unterrichtsgebäude im Schulgarten, Foto: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Ökologisches Unterrichtsgebäude im Schulgarten

Turnhalle nach der Renovierung, Foto: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Turnhalle nach der Renovierung

Gewerbeverlagerung und Abriss Wederstraße, Foto: BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
Gewerbeverlagerung
und Abriss Wederstraße


alle Fotos: BSG Brandenburgische Stadterneuerungs-
gesellschaft mbH

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