Städtebau  

 

Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg - Rundgang Warschauer Straße

Wriezener Bahnhof und Revaler Viereck
Großvorhaben mit Auswirkungen auf das Sanierungsgebiet


Bildleiste verschiedener Ansichten des Wriezener Bahnhofes
Der Blick von der Warschauer Brücke auf die weiten Bahnanlagen des Wriezener Bahnhofs und nach Osten zum Wasserturm am Ostkreuz war in der Vergangenheit vor allem für Eisenbahnenthusiasten ein Genuss. Aber auch Menschen mit weniger ausgeprägter Neigung zur Bahntechnik kommen hier auf ihre Kosten, findet man doch nur an wenigen Stellen der Stadt einen vergleichbaren Panoramablick auf die östliche City mit Alexanderplatz und Fernsehturm.

Die Gleisanlagen des Wriezener Bahnhofs sind heute weitgehend demontiert, nur noch eine Weichenharfe unter der Brücke mündet in ein lang gezogenes Gleis parallel zur Helsingforser Straße, über das lange Waggonketten zur Reinigung in die auf der anderen Brückenseite, auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes gelegene Wartungshalle geschoben werden.

Das Gelände des Wriezener Bahnhofs wurde von der Deutschen Bahn verkauft und in sehr kurzer Bauzeit wurde auf einem Teil des Areals im Jahr 2006 ein Großmarkt und ein Baumarkt realisiert. Um einen Ausgleich für diese neue Bebauung zu schaffen, soll entlang der Helsingforser Straße ein schmaler, aber dafür lang gezogener Park entstehen, der durch den Investor auf dem Bahngelände finanziert wird und der Wohnbevölkerung im angrenzenden Sanierungsgebiet zu Gute kommen soll. Der Bebauungsplan, in dem die Bebauungsmöglichkeiten des Areals und die geplante Grünanlage rechtlich verankert sind, wurde im Jahr 2005 erarbeitet.

Auch auf der östlichen Seite der Warschauer Brücke möchte die Bahn das nicht mehr benötigte Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes ebenfalls an einen bauinteressierten Investor verkaufen, der jedoch noch nicht gefunden wurde. Die hier noch vorhandenen Gebäude und Hallen der ehemaligen Königlich- Preußischen Eisenbahnhauptwerkstatt Berlin II sind seit 1867 entstanden und ständig erweitert und umgebaut worden. Heute stehen einige davon unter Denkmalschutz. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung arbeiteten hier über 1.200 Beschäftigte an der Wartung und Instandsetzung von Lokomotiven und Waggons. Mit der Wende kam jedoch das Aus für den traditionsreichen Eisenbahnstandort. Bis 1995 wurde der Betrieb schrittweise eingestellt.

Heute werden einige Gebäude auf dem Gelände durch den Verein RAW Tempel e.V genutzt, der eine Heimat für zahlreiche soziokulturelle und kunsthandwerkliche Projekte darstellt. Workshops, Filmvorführungen, Zirkus, Kabarett und viele weitere Angebote machen das Gelände zu einem bedeutenden Standort alternativer Kultur und zu einem wichtigen Bestandteil der Friedrichshainer "Szene".
Abbildungen:
1. Die Warschauer Brücke, Eingang zum Sanierungsgebiet
2. Noch Wildwuchs und Fernwärmetrasse: Das Gelände des künftigen Anwohnerparks rechts des Talgo-Gleises

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