Städtebau  

 

Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg - Rundgang Warschauer Straße

Mittelpromenade Warschauer Straße: Aktivierung und Neugestaltung des knappen Freiflächenangebots


Bildleiste verschiedener Ansichten der Mittelpromenade Warschauer Straße
Die Defizite im Wohnumfeld des Sanierungsgebietes machen es erforderlich, dass alle verfügbaren Flächenpotenziale durch Begrünungs- und Gestaltungsmaßnahmen für eine Nutzung durch die Bewohner erschlossen und aufgewertet werden. Für die Mittelpromenade der Warschauer Straße wurden in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten Nutzungsansprüche formuliert. Gefordert wurde immer wieder die Verlegung der Tramgleise in die Mittelachse der Promenade, ebenso die Nutzung als Stellplatzfläche für KFZ. Ungeachtet dieser Ansprüche, die zu einem weiteren Verlust der wenigen für die Bewohner nutzbaren Freiflächenangebote geführt und die Warschauer Straße zu einer reinen Verkehrsachse degradiert hätten, konnte die Mittelpromenade als begrüntes Band im Sanierungsgebiet erhalten werden.

In den Jahren 2001/2002 wurde die Promenade neu gestaltet. Die an vielen Stellen unterbrochene doppelte Baumreihe wurde durch Neupflanzungen wiederhergestellt, der schadhafte Asphaltweg durch einen gebundenen Sandbelag ersetzt. Bänke, zuvor nur vereinzelt vorhanden, und mehrere befestigte Platzflächen sollen die Aufenthaltsqualität und die Nutzungsmöglichkeiten verbessern. Ein Lichtband beidseitig des Weges soll der Promenade und damit dem gesamten Straßenzug ihren individuellen Charakter verleihen. Auf dem Dach des Gebäudes Warschauer Straße 74/75 wurde eine vom Straßenraum aus nicht sichtbare Solarstromanlage errichtet, die den für das Lichtband erforderlichen Strom produzieren soll.

Trotz der beengten Lage zwischen Tramlinien und den Fahrbahnen der Warschauer Straße, beeinträchtigt durch Lärm- und Schadstoffemissionen des Verkehrs, wurde die Promenade nach der Neugestaltung erheblich stärker von Bewohnern und Passanten genutzt, ein Zeichen für den eklatanten Mangel an Grün- und Freiflächen und die Notwendigkeit entsprechender Erhaltungs- und Gestaltungsmaßnahmen im Gebiet.

Leider jedoch konnte die Maßnahme bisher nicht abgeschlossen werden. Im Jahr 2005 wurden die Gleisanlagen der Tram erneuert. Die Ausführung als begrüntes Gleis hat zwar das Erscheinungsbild weiter verbessert, gleichzeitig wurden jedoch bei den Bauarbeiten Schäden verursacht, die nun im Folgejahr zu beheben sind. Der Promenadenabschnitt am Frankfurter Tor zeigt nach wie vor sein altes Gesicht, weil dort voraussichtlich im Jahr 2006 die Tramhaltestelle umgebaut werden soll. Weitere Eingriffe in der Zukunft sind absehbar. An der Tramhaltestelle Grünberger Straße sollen die Bahnsteige von der Straßenseite in die Promenade verlegt werden und irgendwann soll auch ein Gleisbogen von der Kopernikusstraße in Richtung Norden gebaut werden. All dieses ist eine unbefriedigende Situation zahlreicher Provisorien und neuer Eingriffe, die sich aus der Vielzahl der mit dem Straßenraum befassten Institutionen und deren nicht hinreichend aufeinander abgestimmten Planungen ergibt.
Abbildungen:
Die Promenade nach der Neugestaltung von 2001


Städtebauförderung - Logos