Städtebau  

 

Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg - Rundgang Warschauer Straße

Gubener Straße 23 und 24:
Der Spielplatz im Blockinnenbereich


Bildleiste verschiedener Ansichten der Gubener Straße
Das Sanierungsgebiet Warschauer Straße ist wie viele innerstädtische Quartiere durch eine äußerst hohe Bebauungsdichte geprägt. Folge hiervon ist, dass im Quartier ein erhebliches Defizit an öffentlichen Grün- und Freiflächen besteht. Der Mangel an geeigneten unbebauten Flächen erfordert es, auch kleinste Flächenpotenziale zu nutzen, um wenigstens ein Mindestangebot an öffentlicher Infrastruktur bereitzustellen.

Dieses gilt zum Beispiel für den im Oktober 2005 eingeweihten Kinderspielplatz im Innenbereich des Baublocks zwischen Marchlewski-, Torell-, Gubener und Revaler Straße (Block 8). Der heutige "Dschungelspielplatz" liegt auf den im Blockinnenbereich liegenden Teilflächen der Privatgrundstücke Gubener Straße 23 und 24, die straßenseitig mit Miethäusern bebaut sind.

Zwar befand sich auf den Grundstücken bereits vor der Wende ein von einer Kita genutzter Spielplatz, dessen Spielgeräte 1997 einer Brandstiftung zum Opfer fielen. Eine Wiederherstellung war jedoch zunächst nicht möglich, weil die rund 1.000 m² große Fläche inzwischen im Zuge von Resitutionsverfahren wieder in den Besitz der Alteigentümer übergegangen war, die Einwände gegen eine öffentliche Nutzung auf ihren Grundstücken hatten. Intensive Verhandlungen mit den Eigentümern waren erforderlich, um schließlich 2003 die komplizierten Eigentums-, Zugangs- und Nutzungsrechte einvernehmlich zu regeln.

Mitte 2003 wurde nach einem Wettbewerbsverfahren der Entwurf für den barrierefreien "Dschungel-Spielplatz" ausgewählt. Finanziert mit Fördermitteln der Europäischen Union wurde die Neugestaltung im Frühjahr 2005 begonnen und im Herbst abgeschlossen.

Der "Dschungelspielplatz ist über das private Wohngrundstück Gubener Straße 24 erreichbar. Ein automatischer Türöffner macht dort den Kindern den Weg zu "ihrem Dschungelreich" im Hinterhof frei. Dieses funktioniert aber nur tagsüber, um den Bewohnern der Häuser zumindest abends ihren verdienten "Feierabend" sicherzustellen. Anwohner der an den Spielplatz grenzenden Nachbargrundstücke können ihn direkt über Gartentore erreichen. Das Spielangebot ist trotz der geringen Größe von ca. 1.000 m² vielfältig und reicht vom Baumhaus mit Rutsche und Dschungelhütten über Hängematte, Balancierparcours bis hin zu einer Nestschaukel und einem Wasserspielgerät, das von einer solarbetriebenen Wasserpumpe versorgt wird. Die aus drei Entwürfen ausgewählte Konzeption als Dschungelspielplatz wurde von der Landschaftsplanerin Beate Vorkamp entwickelt und zusammen mit der Sanierungsbeauftragten BSM mbH als Maßnahmenträger umgesetzt. Gestalterisch unterstützt wurde das Konzept durch die Auswahl der "krumpelig gesägten" und mit Biofarben versiegelten Holzspielgeräte und den umgebenden Baumbestand.

Die Besonderheit des Spielplatzes liegt vor Allem in seiner Eignung für mobilitätseingeschränkte Kinder und Eltern. So sind wesentliche Teile - darunter der Zugang über eine Rampe, Wegflächen Nestschaukel und Wasserspielgerät - barrierefrei gestaltet und können problemlos auch von Rollstuhlfahrern erreicht werden, was eigentlich überall eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber nicht immer umsetzbar ist.
Abbildungen:
1. Entwurfsplanung, Büro Voskamp
2. Die Pforte zum Dschungel: Hauseingang Gubener Straße 24
3. Der Spielplatz
4. Spielplatzeröffnung im Oktober 2005


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