Städtebau  

 

Stadterneuerung - Pankow - Rundgang Teutoburger Platz

Straßenumbau Oderberger Straße




Die Oderberger Straße ist mit einer Breite von 35 Metern und der charakteristischen Baumreihe in Gehwegmitte eines der Elemente, die die städtebauliche Eigenart des Gebietes um den Teutoburger Platz mit bestimmen. 1873 wurde sie als Verbindung zwischen der Schönhauser Allee und der Kastanienallee angelegt. Während der Zeit der deutschen Teilung lag die Oderberger Straße im Grenzgebiet zwischen Ost- und West-Berlin und endete damals als Sackgasse an der Eberswalder Straße. Nur für Fußgänger war sie über den nördlichen Fußweg mit der Eberswalder Straße verbunden.

In den Wendejahren waren hier zahlreiche alternative Wohn- und Kulturprojekte zu finden. In den späten 1990er Jahren entwickelte sich die Oderberger Straße zunehmend zu einem allgemein beliebten Wohnquartier. Kleine Läden, Cafés und Restaurants in den inzwischen überwiegend sanierten Gründerzeithäusern, zusammen mit den von Anwohnern angelegten Beeten, bepflanzten Baumscheiben und Blumenkübeln geben der Straße ihr ganz eigenes Flair.

Mit der Festsetzung einer Verordnung zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart für das Gebiet Teutoburger Platz im Jahr 2007 wurde es möglich, finanzielle Mittel des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz u. a. für die notwendige grundlegende Erneuerung der Gehwege der Oderberger Straße einzusetzen. Im Rahmen der Erneuerung unter Berücksichtigung historischer Elemente sollten gleichzeitig die Sicherheit und Aufenthaltsqualität im Straßenraum erhöht und die Infrastruktur für Fahrradfahrer verbessert werden. Erreicht wurde dies durch die Reparatur der Gehwege mit "historischen Fenstern" im Pflasterbelag, die grundhafte Erneuerung der Fahrbahn mit Herstellung von Querungshilfen, neue Straßenbeleuchtung und die Ergänzung des vorhandenen Baumbestandes, Anlage von Begrünungsinseln in Gehwegvorstreckungen, das Aufstellen von Bänken und 56 mobilen Beeten, für die Pflegepatenschaften durch den Verein Bürgersteig e.V. und die Bürgerinitiative Oderberger Straße (BIOS) übernommen worden sind.

Bereits bei der Planung und Vorbereitung der Baumaßnahme wurden die Berliner Wasserbetriebe, die parallel zur Erneuerung der Straße den Neubau einer Abwasserdruckleitung sowie die Erneuerung von Trink- und Abwasserleitungen planten, einbezogen und die Leistungen gemeinsam ausgeschrieben.
Die Öffentlichkeit wurde durch den Maßnahmeträger schon im Zuge der Planung des Vorhabens in besonderer Weise einbezogen. Durch eine intensive Beteiligung, u. a. 2008 im Rahmen eines Workshop-Verfahrens "Gemeinsam die Oderberger Straße gestalten!", kritisch begleitet durch die Bezirkspolitik (BVV), wurde durch Überarbeitung des ursprünglichen Planungsansatzes ein Ergebnis erzielt, das den Besonderheiten dieser Straße in Gestaltung und Nutzung Rechnung trägt. Unter Einbeziehung der BIOS, die sich mit dem Ziel gegründet hatte, zu verhindern, dass ein radikaler Umbau des Straßenraumes den Charme der Straße zerstört, wurden Ausführungsplanung und Grüngestaltung durch das Bezirksamt, das Planungsbüro und den Maßnahmeträger abgestimmt. Die Anwohner wurden vor Baubeginn durch öffentliche Veranstaltungen sowie vor und während der Durchführung durch Handzettel informiert. Kleinteilige Bauabschnitte unter Berücksichtigung der Gastronomieaußenplätze sowie monatliche Bausitzungen mit BIOS führten zur Reduzierung der Belastungen für Anwohner und Gewerbetreibende.

Die Umgestaltung führte zu deutlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr, mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und durch die bewusste Wiederverwendung historischer Pflaster- und Natursteinmaterialien zu einer gestalterischen Verbindung von Geschichte und modernen Nutzungsansprüchen.

Städtebauförderung - Logos
Oderberger Straße; Foto: S.T.E.R.N. GmbH, Berlin
 

Oderberger Straße; Foto: S.T.E.R.N. GmbH, Berlin
Fotos: S.T.E.R.N. GmbH, Berlin


Eigentümer: Bezirksamt Pankow von Berlin
Finanzierung: Programm Städtebaulicher Denkmalschutz
Planung: TÜV Rheinland Grebner Ruchay Consulting GmbH
Investition Baukosten: 2.091.300 € Fördermittel
218.000 € bezirklicher Eigenanteil
Bauzeit: 2010 - 2012