Das Gebiet
Das Gebiet Teutoburger Platz gehört zu den Altbauquartieren des 19. Jahrhunderts, die ringförmig um den alten Stadtkern Berlin-Cölln entstanden sind. Prägend ist eine geschlossene, gründerzeitliche Miethausbebauung. Dienstleistungen, Einzelhandel und kulturelle Einrichtungen dominieren das Stadtbild im Quartier. Die Kastanienallee hat sich zu einer lebendigen Hauptachse des Gebietes entwickelt. Der ehemalige Realschulstandort in der Kastanienallee 82 ist neues Domizil einer internationalen privaten Sprachenschule, die sich als wichtiger Impulsgeber für das Gebiet erweist. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung und prägend für das Sanierungsgebiet sind darüber hinaus der Berliner Prater mit der zweiten Spielstätte der Volksbühne sowie das Areal der ehemaligen Brauerei Pfeffer, der sogenannten "Pfefferberg" als Veranstaltungsort und Standort für Galerien und freischaffende Künstler.
Daten (Stand: 31.12.2007)
| Fläche |
49,7 ha |
| Grundstücke |
315 |
| Wohnungen |
4.705 |
| Einwohner |
7.950 |
 |
Sanierungsziele
Nachdem die Erneuerung der Wohngebäude gut vorangeschritten ist, steht die Verbesserung der sozialen Infrastruktur im Mittelpunkt der Anstrengungen. Schulen,
Kitas und Grünflächen sollen erneuert und qualifiziert werden. Gleiches gilt für den öffentlichen Raum. Das Gebiet Teutoburger Platz ist seit 2005 auch Gebietskulisse für das
Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz". Dies eröffnet neue Chancen für die Erneuerung der denkmalgeschützten Gebäudesubstanz und der stadtbildprägenden Straßen und Plätze im Quartier.
Ergebnisse der Sanierung
Rund 70 % des
Wohnungsbestandes wurden bisher umfassend erneuert, etwa die Hälfte davon mit öffentlichen Mitteln Berlins gefördert. Die öffentliche Förderung zieht langfristige Miet- und Belegungsbindungen nach sich, während bei frei finanzierten Vorhaben einzelvertragliche Regelungen angestrebt werden.
Zwei
Wohnungsneubauten mit 29 Wohnungen sind im Rahmen des 2. Förderwegs errichtet worden. Mit dem Bau von 138 Wohnungen auf dem Grundstück Schwedter Straße 44-46 sowie dem Wohn- und Geschäftshaus der WIP in der Schönhauser Allee 178-180/Fehrbelliner Straße 3 mit insgesamt 50 Wohnungen sowie Einzelhandels und Büroflächen wurden große Neubauvorhaben im Sanierungsgebiet bereits realisiert.
Im Rahmen des Förderprogramms "Stadtweite Maßnahmen" ist die Qualifizierung der
Schulhöfe weitgehend umgesetzt worden sowie ein neuer
Spielplatz in der Choriner Straße 47/48 entstanden.
Die bauliche Erneuerung des
Schulstandortes an der Schönhauser Allee 165 und der
Kindertagesstätte in der Eberswalder Straße 11-13 ist weit vorangeschritten. Hervorzuheben ist neben Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer die umfassende Erneuerung der Schönhauser Allee als wichtige, das Sanierungsgebiet begrenzende Verkehrsachse.
Auszeichnung: Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises
Für die Vielzahl von vorbildlich realisierten Projekten im Kinder- und Jugendbereich wurden die Sanierungsgebiete in Prenzlauer Berg mit dem Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises 2003 ausgezeichnet.
Fortzuführende Maßnahmen
Das mit ca. 12.500 m² größte Grundstück im Gebiet, der ehemalige Marthashof an der Schwedter Straße wird von einem privaten Investor als Wohnstandort entwickelt. Hier entsteht attraktiver, familiengerechter Wohnraum.
Insbesondere die Schulgebäude im Sanierungsgebiet müssen instandgesetzt und modernisiert werden, auch um die vorhandenen räumlichen Kapazitäten effizient nutzen zu können. Aufgrund der seit 2002 kontinuierlich steigenden Einwohnerzahlen ist in diesem Bereich ein neuer Bedarfsschwerpunkt entstanden.
Die Grundschule am Teutoburger Platz weist einen hohen Erneuerungsbedarf sowohl am Hauptgebäude als auch an der Sporthalle auf. Ebenso wie die Schule an der Schönhauser Allee 165 steht sie im Mittelpunkt der Anstrengungen zur Qualifizierung der sozialen Infrastruktur.
Die Erneuerung der ehemaligen Brauerei Pfeffer, Schönhauser Allee / Christinenstraße schreitet voran. Insbesondere als Galerie- und Kulturstandort hat sich der Pfefferberg inzwischen einen Namen gemacht. Während die zur Christinenstraße hin gelegenen Baulichkeiten weitgehend erneuert sind ist die Erneuerung der den Biergarten flankierenden Gebäude, z.B. der ehemaligen Schankhalle, noch in der Vorbereitung.
Das von der "Stiftung Denkmalschutz" erworbene historische Bad an der Oderberger Straße konnte bisher noch nicht erneuert werden. Ziel ist aber der Erhalt und die Revitalisierung des Gebäudes.
Der
Berliner Prater soll als kommunaler Kulturstandort gesichert werden. Hierzu gehört insbesondere die bauliche Sicherung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes, welche im Rahmen des Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" gefördert wird. Der Prater ist befristet als Spielstätte der Volksbühne vorgesehen, die ihr eigentliches Domizil am Rosa-Luxemburg-Platz hat.
Vorgesehen ist ebenfalls die bauliche Erneuerung der Oderberger Straße und der Kastanienallee. Die Planung zur Oderberger Straße wurde in einem intensiven Dialog mit den Anwohnern entwickelt.
Bei den Grünflächen steht die Sicherung und Erweiterung der Spielplatz- und Grünfläche "Hirschhof" an der Oderberger Straße im Zentrum der Bemühungen. Das bislang gewerblich genutzte Areal soll als wohnungsnahe Grün- und Spielfläche entwickelt werden und wesentlich zur Minderung der Defizite in diesem Bereich beitragen.
Rechtsverordnungen
- Förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet
- Aufhebung des Sanierungsgebietes: geplant 2012
Modernisierter Altbau, Christinenstraße 32 (2)
Das Estradenhaus, Choriner Straße 56 (3)
Neubau, Fehrbelliner Straße 100 (4)
Prater,
Kastanienallee 9 (5)
Kastanienallee (6)
Fotos:
(1,6) S.T.E.R.N. GmbH
(2,4,5) Michael Schroedter/ S.T.E.R.N. GmbH
(3) Isabel Simon/ S.T.E.R.N. GmbH