Städtebau  

 

Stadterneuerung - Mitte - Rundgang Spandauer Vorstadt

Neue Schönhauser Straße 8


Bildcollage verschiedener Ansichten der Neue Schönhauser Straße 8

Das Gebäudeensemble in der Neuen Schönhauser Straße besitzt wegen der vielfältigen Architektur, der differenzierten Traufhöhen der Häuser und der acht Baudenkmale aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht einen hohen Stellenwert. Der Bereich wurde daher sehr früh als Förderungsschwerpunkt des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz festgelegt. Wesentliches Ziel war es, die Gebäude mit ihren zum Teil spätklassizistischen Fassaden denkmalgerecht zu restaurieren. Der geknickte Straßenverlauf bildet den fast 300-jährigen Stadtgrundriss der Spandauer Vorstadt noch heute ab; er folgt der Memhardt'schen Stadtbefestigung, die ehemals sternförmig um die Stadt Berlin/Cölln angelegt wurde (11. Bastion).

Eines der Baudenkmale in diesem Ensemble ist die Neue Schönhauser Straße 8.

Das von dem berühmten Barockbaumeister Unger entworfene und 1787 errichtete Bürgerhaus wurde in den Jahren 1996 bis 1998 mit Förderungsmitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz instand gesetzt. Aus denkmalpflegerischer Sicht wurde insbesondere auf die Wiederherstellung der frühklassizistischen Putzfassade und die Restaurierung des wertvollen bildhauerischen Schmucks geachtet.

Pflanzengirlanden mit Schlusssteinköpfen zieren die hohen Rundbogenfenster im Erdgeschoss. Diese anmutigen, an der Fassade freiplastisch modellierten weiblichen Büsten sind wahrscheinlich aus der Werkstatt Jan Pierre Antoine Tassaerts, des Hofbildhauers Friedrich II.

Ebenfalls sorgfältig restauriert wurde die aus der Entstehungszeit des Gebäudes erhaltene barocke Holztreppe im Vorderhaus mit ihrem filigranen, frühklassizistischen Geländer. Die Treppe ist eine der letzten vergleichbaren Anlagen aus dieser Zeitepoche in Berlin überhaupt.

Sozialgeschichtlich von Interesse ist, dass der Erbauer Mollard Knopflieferant des Königs Friedrich II. war. Der finanzierte den Bau, ein frühes Beispiel einer Städtebauförderung nach dem Siebenjährigen Krieg.

Der dreigeschossige und siebenachsige Barockbau beeindruckt im Stadtbild nach der Restaurierung besonders zwischen dem benachbarten deutlich höheren Altbau auf der linken Seite und dem eher schlichten Neubau rechts davon.


Abbildungen:
KoSP GmbH (3)
Hübner & Oehmig
KoSP GmbH

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