Städtebau  

 

Stadterneuerung - Mitte - Rundgang Spandauer Vorstadt

Hackesche Höfe


Bildcollage verschiedener Ansichten der Hackeschen Höfe

Rosenthaler Straße 40-41

Der für einen Stadtrundgang durch die beiden einstigen Vorstädte und heutigen Sanierungsgebiete Spandauer Vorstadt und Rosenthaler Vorstadt im Ortsteil Mitte besonders geeignete Ausgangspunkt sind die Hackeschen Höfe am Hackeschen Markt.

Vor dem ehemals hier gelegenen Spandauer Tor begann im 17. Jahrhundert die allmähliche Besiedlung des späteren Vorstadtareals außerhalb der von einem Wassergraben umzogenen Festungsanlagen. Nach Abriss dieser Anlagen um 1750 wurde der nach dem damaligen Berliner Stadtkommandanten Graf von Hacke benannte Marktplatz angelegt.

In der eigenwilligen Grundrissform des Hackeschen Marktes sind die Konturen der Nordbastion der Berliner Festungsanlagen am Spandauer Tor noch ablesbar. Bestimmend für die Platzform und Raumbildung des Hackeschen Marktes ist die abgewinkelte Straßenfront der 1906 bis 1907 von Kurt Berndt und August Endell erbauten Hackeschen Höfe.

Der Gebäudekomplex umschließt insgesamt acht Höfe, die jeweils besonders gestaltet sind und einen eigenen Charakter haben. Die ausgewogene Mischung von Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Kunst, Kultur und Wohnen haben die Hackeschen Höfe zum Epizentrum der Ausgehkultur für Berliner und Touristen gemacht.

Mit ca. 50 Millionen EUR wurden von 1994 bis 1996 die 65 Gewerbeeinheiten und 80 Bestandswohnungen erneuert sowie 23 Wohnungen in den Dachgeschossen neu geschaffen.

Die Platzfassade ist neu gestaltet. Der von dem bedeutenden Stilkunstarchitekten August Endell gestaltete erste Hof stellt im Sinne der von ihm angestrebten "Genusskultur" eine phantasievolle Abwandlung der um die Jahrhundertwende üblichen Gewerbehofarchitektur in Berlin dar. Farbig inkrustierte Verblendsteine und die verschiedenartig geformten Fenster mit ihrer filigranen Sprossengliederung beleben die Hofflächen und schaffen die unverwechselbare Atmosphäre der Hackeschen Höfe. Der Originalbestand konnte weitgehend konserviert und behutsam ergänzt werden.

Die Fassaden im zweiten Hof sind mit weißen Verblendsteinen und Putzflächen betont sachlicher gehalten. Zwei anschließende Wohnhöfe öffnen sich zum Sophienkirchhof und dem Schulhof des Jüdischen Gymnasiums in der Großen Hamburger Straße. In dem an die kleinteilige Bebauung dieser schmalen Straße angepassten Vorderhaus Sophienstraße 6 befindet sich ein Ausgang der Passage zur Sophienstraße.

Neben diesem Ausgang wurden die Hackeschen Höfe um einen kleinen Neubau auf einem extrem schmalen Grundstück der Sophienstraße 7 ergänzt. Dieser 1999 fertig gestellte Neubau nimmt in seiner Fassadenstruktur die Eingangssituation der Hackeschen Höfe auf und integriert sie als Gestaltungselement in seine Fassade.

Die Fassade strukturiert sich nach der gewerblichen Nutzung in den drei unteren und der Wohnnutzung in den zwei oberen Geschossen.


Abbildungen:
KoSP GmbH

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