Städtebau  

 

Stadterneuerung - Friedrichshain-Kreuzberg - Aufgehobene Gebiete

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Friedrichshain-Kreuzberg - Samariterviertel


Luftbild Samariterviertel 2001, Foto: STATTBAU GmbH
Luftbild Samariterviertel

Informationen

Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Bezirk Friedrichshain- Kreuzberg von Berlin

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Samariterviertel
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 10.02.2008


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Das Samariterviertel befindet sich 3,5 km östlich vom Alexanderplatz im Bezirk im Friedrichshain-Kreuzberg. Das dicht besiedelte Gründerzeitquartier hat vorwiegend Wohnfunktion. Es gehört zum Stadtteil Friedrichshain, der nach dem gleichnamigen 1848 angelegten Park benannt wurde. Die Bänschpromenade und einige Jugendstilhäuser entlang der Bänschstraße wurden als Denkmalbereich unter Schutz gestellt. Die Samariterkirche (1892-1894) und einige andere Einzelgebäude prägen das Stadtbild und sind ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt.
 
Daten (Stand: 31.12.2007)
Fläche 33,8 ha
Grundstücke 263
Wohnungen 5.258
Einwohner 8.324
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Sanierungsziele

Schwerpunktziele waren der Erhalt der städtebaulichen Substanz und die Bewahrung der geschichtlichen Identität sowie eine familienfreundliche Entwicklung des Gebiets. Die Minderung des enormen Defizits an Grün- und Freiflächen wurde durch quantitative und qualitative Verbesserungen sowie Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen an öffentlichen und privaten Gebäuden bzw. Flächen erreicht. Eine intensive Sozialplanungstätigkeit führte auch dazu, dass die Bevölkerungsstruktur noch heute eine Durchmischung von Haushalten in Einkommen, Lebensdauer vor Ort und Haushaltsgröße aufweist.

Ergebnisse der Sanierung

Das Samariterviertel ist ein stabiles Gebiet mit stetigem Bevölkerungszuwachs (34 % Zuwachs seit Beginn der Voruntersuchung) und einer nach wie vor heterogenen Bevölkerungsstruktur.

Die Ergebnisse der Sanierung können sich sehen lassen: mehr als 90 % der Wohngebäude (mit 4.678 Wohnungen) sind saniert, davon 1.900 Wohnungen mit öffentlichen Fördermitteln.
Durch die umfassende Sanierung des Altbaubestandes wurde die historische Bausubstanz erhalten und modernisiert und der Wohnungsleerstand beseitigt. Etwa ein Drittel der Altbauwohnungen sind mit öffentlichen Fördermitteln erneuert worden. Ende 2007 gab es insgesamt 5.258 Wohnungen im Samariterviertel, von denen 365 in Neubauten liegen oder durch Dachgeschossausbau entstanden sind. Die Anzahl der 3-Zimmer-Wohnungen und solcher mit mehr Räumen ließ sich zwar deutlich erhöhen, dennoch konnte die Nachfrage nicht vollständig gedeckt werden. Nach wie vor bestehen die meisten Wohnungen im Gebiet aus zwei Zimmern.

Bei der Mehrheit der Fassadenerneuerungen ist Rücksicht auf deren ursprüngliche Gestaltung genommen worden. Im denkmalgeschützten Bereich der Bänschstraße haben die Häuser ihre Originalfarben aus den Entstehungsjahren des Gebietes zurückbekommen.

Die bedarfsgerechte Sanierung von Schulen, Kita's, öffentlichen Kultureinrichtungen sowie die Gestaltung der Straßen und Grünflächen ist weitgehend durchgeführt. Mehr als 25 Millionen Euro sind in die Verbesserung öffentlicher Flächen und Einrichtungen investiert worden.

Neue aufwändig geplante und liebevoll gestaltete Spielplätze, entsiegelte und begrünte Höfe sowie Erneuerungen in einigen Straßen- und Gehwegbereichen tragen zu einem angenehmen Wohnumfeld bei.

Seit 2001 sind verstärkt Mittel in die Erneuerung und in die bedarfsgerechte Anpassung der beiden Grundschulen sowie in das Heinrich-Hertz-Gymnasium geflossen. Der Bedarf an Sanierungsmaßnahmen in den Schulen ist so hoch, dass Erneuerungen auch nach Aufhebung des Status als Sanierungsgebiet fortgesetzt werden müssen. In besonderem Maße trifft dieser Umstand auf die Innenräume der Schulen zu. Bei den Schulfreiflächen wurden bisher die wesentlichen Baumängel behoben. Die Liebigschule erhielt in der Zellestraße einen neuen Schulhof, die Freiflächen der Pettenkofer Grundschule wurden in 2008 fertiggestellt sein. Mit dem Neubau einer wettkampfgerechten Sporthalle auf dem ehemaligen Schulgartengelände an der Samariterstraße und dem Erhalt der vorhandenen, teilweise bereits sanierten Turnhallen wird der Bedarf an Sportflächen im Gebiet zufriedenstellend gedeckt werden können.

Die Gewerbesituation hat sich stabilisiert. Eine Vielzahl - vor allem kleinerer Unternehmen aus dem Dienstleistungs-, Handels- und Gastronomiesektor mit spezifischem Charakter - prägen das Bild des Samariterviertels. Neu angesiedelte Unternehmen haben sich vorzugsweise in sanierten Gebäuden niedergelassen.
Neubauten für wohnverträgliches Gewerbe, für das vor allem im Umfeld der Pettenkoferstraße Potenziale bestehen, konnten bislang nicht umgesetzt werden. Ferner befindet sich der Gewerbehof Rigaer Straße 71-73a weitgehend in dem Zustand wie zu Beginn der Sanierung im Samariterviertel.

Fortzuführende Maßnahmen

Die Weiterführung begonnener Maßnahmen, die planungsrechtliche Sicherung von Sanierungszielen und vor allem die Stärkung eines Netzwerkes von Initiativen und Bewohnern des Gebietes, das für den Erhalt des Erreichten und die Weiterentwicklung des Samariterviertels nach der Entlassung als Sanierungsgebiet benötigt wird, haben zukünftig Priorität. Der Bezirk wird das bürgerschaftliche Engagement - wie es sich zum Beispiel beim Brachenprojekt und den verschiedenen Initiativen im Gebiet zeigt - auch weiterhin unterstützen.

Die qualitative Aufwertung der öffentlichen und sozialen Infrastruktur, insbesondere der Schulen wird weitergeführt. 150 Wohnungen können auf den bisher unbebauten Grundstücken neu gebaut werden. Als Maßnahmen im Bereich Verkehr stehen der Abschluss des Umbaus der Pettenkoferstraße bis Ende 2008 und der Rigaer Straße bis 2010 bevor. Im westlichen Bereich um die Liebig- und Zellestraße werden weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen durchgeführt.

Für die drängendsten erhaltenden Baumaßnahmen für die Musikschule in der Zellestraße konnten noch Städtebaufördermittel eingesetzt werden. Der Umbau des dortigen Mehrzweckraumes bietet in der Nähe des Forckenbeckplatzes die Möglichkeit für quartiersbezogene Aktivitäten.


Rechtsverordnungen

Saniertes Wohnhaus Pettenkoferstraße / Bänschstraße (1)
Pettenkoferstraße / Bänschstraße (1)

Bänschstraße, Foto: STATTBAU GmbH
Bänschstraße

Schreinerstraße, Foto: STATTBAU GmbH
Schreinerstraße

Spielplatz "Drachenland", Foto: STATTBAU GmbH
Spielplatz 'Drachenland'

Lehmhaus, Forckenbeckplatz, Foto: STATTBAU GmbH
Lehmhaus, Forckenbeckplatz

Pettenkofer Grundschule, Foto: Christian Muhrbeck
Pettenkofer Grundschule
Foto: Christian Muhrbeck

Flur der Pettenkofer Grundschule, Foto: Christian Muhrbeck
Flur der Pettenkofer Grundschule
Foto: Christian Muhrbeck

Turnhalle der Pettenkofer Grundschule, Foto: Christian Muhrbeck
Turnhalle der Pettenkofer Grundschule
Foto: Christian Muhrbeck

Turnhalle in der Musikschule Zellestraße vor der Sanierung, Foto: STATTBAU GmbH
Turnhalle in der Musikschule Zellestraße vor der Sanierung

Multifunktionssaal in der Musikschule Zellestraße nach der Sanierung, Foto: Wolfgang Reuss
Multifunktionssaal in der Musikschule Zellestraße nach der Sanierung
Foto: Wolfgang Reuss


Fotos - außer (1) und soweit nicht unter den Fotos angegeben:
STATTBAU GmbH

Publikationen

Broschüre "Stadterneuerung im Samariterviertel - Fast fertig, aber nicht zu Ende" erhältlich bei der STATTBAU GmbH,
Tel.: 030 69081-154
E-Mail: stadterneuerung@
stattbau.de

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