Städtebau  

 

Stadterneuerung - Tempelhof-Schöneberg - Rathaus Tempelhof und näheres Umfeld

Geschichte


Luftbild vom Sanierungsgebiet, 1953; Quelle: Geoportal Berlin
Luftbild, 1953  Quelle: Geoportal Berlin

Entstehung bis zum 19. Jahrhundert

Der Ortskern Alt-Tempelhof gehört zu den ältesten Siedlungskernen auf dem Gebiet des heutigen Landes Berlin.
Im frühen 13. Jahrhundert entsteht eine Niederlassung des Templerordens. Über Jahrhunderte bleiben dörfliche Struktur und Nutzung der angrenzenden Flächen für die Landwirtschaft unverändert.
Im 19. Jahrhundert beginnt der Ausbau als Wohn- und Industriestandort nahe dem wachsenden Berlin. Den Durchbruch für eine rasante Besiedlung bringt die Anlage des Teltowkanals (1906 eröffnet). Er erschließt neue Industrieflächen und führt zur Entwässerung von Bauflächen.

1900 – 1945

Bis zum ersten Weltkrieg vollzieht sich eine umfangreiche Bebauungstätigkeit, überwiegend in 2- bis 4-geschossigem Wohnungsbau für bürgerliche Wohnbedürfnisse. Öffentliche Infrastruktur (wie das Luise-Henriette-Gymnasium und die Kaiserliche Post) entsteht. Die Parkanlagen westlich des heutigen Tempelhofer Dammes werden realisiert und der Tempelhofer Damm wird zum lokalen Zentrum für Einzelhandel und Dienstleistungen.
Der Bereich östlich des Tempelhofer Dammes wird ab Ende des 19. Jahrhunderts planerisch für die Bebauung vorbereitet, in dem verschiedene Straßenfluchtlinien in Nord-Süd- bzw. Ost-West-Richtung festgelegt werden.
Ein 1911 geplantes Gemeinderathaus an Stelle des heutigen Rathauses wird allerdings erst nach der Eingemeindung nach Berlin in den Jahren 1937-38 gebaut.
In der Zwischenkriegszeit entstehen weitere Wohnbauten in kommunaler oder genossenschaftlicher Trägerschaft.
Nicht baulich genutzt werden die schon vor 1914 durch Planstraßen vorbereiteten Baumschulen-Flächen nördlich des "Franckepark". Sie waren im Ersten Weltkrieg gärtnerisch genutzt worden und werden nun als Kleingartenanlagen gestaltet.

1945 – 2000


Städtebauliche Planungen 1964; Quelle: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Ergänzungen SenStadtWohn
Städtebauliche Planungen 1964
Quelle: BA Tempelhof-Schöneberg, Ergänzungen SenStadtWohn

Nach dem 2. Weltkrieg wird die Bebauung östlich des Tempelhofer Dammes auf bis dahin durch Kleingärten genutzten Flächen fortgesetzt und an der Felixstraße entstehen Geschosswohnungsbauten in Zeilenbauweise.

Unter dem programmatischen Begriff "Zentrum Tempelhof" wird ab den 1960er Jahren das städtebauliche Gesamtkonzept verfolgt, das Umfeld des Rathauses Tempelhof zu einem sozialen und kulturellen Zentrum des damaligen Bezirks Tempelhof zu entwickeln: Das Rathaus erhält 1969 als wichtige Ergänzung demokratischer Institutionen durch einen Anbau einen eigenen Saal für die Bezirksverordneten­versammlung (BVV). Die Bezirkszentralbibliothek und das Stadtbad Tempelhof werden in dieser Zeit an der Götzstraße realisiert.

Mit Verlängerung der heutigen U-Bahnlinie 6 vom Bahnhof Tempelhof bis Alt-Mariendorf wird 1966 die Erschließung deutlich verbessert.

Das städtebauliche Konzept wird aber nur in Teilen umgesetzt, so wird beispielsweise eine Volkshochschule neben der Bezirkszentralbibliothek nicht realisiert oder auch die Kleingärten inmitten des Gebiets, die einer öffentlichen Parkanlage weichen sollen, bleiben bestehen.
Die in den 1960er Jahren an der Straßenecke Götzstraße / Felixstraße erbaute katholische Kirche St. Johannes Capistran mit Franziskanerkloster und Studentenhaus wird zugunsten der Errichtung eines Pflegeheimes und von Seniorenwohnungen bereits 2005 wieder abgerissen.

Ab den 2000er Jahren

Zwischen 2006 und 2008 gab es Bemühungen eines privaten Entwicklers von Einzelhandelsflächen, auf den nördlich des Rathauses angrenzenden Flächen unter dem Projektnamen "Rathausgalerie" einen Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort zu realisieren. Hierzu war u.a. der Abriss des durch die Fusion mit dem Bezirk Schöneberg nicht mehr genutzten BVV-Saales vorgesehen. Die Planungen wurden aber ab 2010 nicht weiterverfolgt.