Städtebau  

 

Stadterneuerung - Pankow

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Pankow - Helmholtzplatz


Sanierungsgebiet Helmholtzplatz, Blick auf Bremer Höhe; Foto: falcon crest
Sanierungsgebiet Helmholtzplatz, Blick auf Bremer Höhe; Foto: falcon crest

Informationen

Berlin Pankow

Bezirk Pankow von Berlin

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Helmholtzplatz
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 09.12.2014


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Das Gebiet

Vor 150 Jahren noch nahezu unbebaut, gehörte das Gebiet um den Helmholtzplatz bereits um 1900 zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten Berlins. Die gründerzeitliche Bebauung ist in großen Teilen noch unversehrt vorhanden. Zahlreiche Einzelbauten stehen unter Denkmalschutz, darunter unter anderem die am westlichen Gebietsrand gelegene Wohnanlage der Mietergenossenschaft "Bremer Höhe". Der zentral gelegene Helmholtzplatz prägt das Quartier.

Das Gebiet Helmholtzplatz hat seit seiner Festlegung als Sanierungsgebiet deutlich an Attraktivität als beliebtes innerstädtisches Wohnquartier gewonnen. Besonders bei Familien ist das Gebiet beliebt.

Von 1999 bis Ende 2005 wurde im Gebiet Helmholtzplatz ein Quartiersmanagement durchgeführt.
 
Daten (Stand: 31.12.2012)
Fläche 81,9 ha
Grundstücke 560
Wohnungen 13.880
Einwohner 22.107
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Sanierungsziele

Die Sanierung umfasste sowohl die Wohngebäude, soziale und kulturelle Einrichtungen als auch die Spiel- und Grünflächen sowie den öffentlichen Raum. Den Schwerpunkt der Sanierungsaktivitäten bilden die Erneuerung und Qualifizierung von Schulen und Kindertagesstätten sowie die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer.
 

Ergebnisse der Sanierung

Knapp 76 % des gründerzeitlichen Wohnungsbestandes ist zwischenzeitlich saniert. Zahlreiche Dachgeschosse wurden zu attraktiven Wohnungen ausgebaut. Andererseits sind ca. 3.400 Wohnungen noch nicht erneuert; davon befinden sich rund 1.000 Wohnungen in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Der verbliebene Erneuerungsbedarf ist im Gebiet unterschiedlich verteilt - besonders entlang der Hauptverkehrsstraßen sind viele Wohngebäude noch unsaniert.

Die Neubautätigkeit im Gebiet Helmholtzplatz setzt sich weiter fort. Vorreiter dieses Trends zum Wohnen in der Stadt sind Baugemeinschaften. Hierbei handelt es sich meistens um Familien mit Kindern, die gezielt nach geeigneten Grundstücken suchen und im Rahmen gemeinschaftlicher Planung ihre individuellen Wohnvorstellungen realisieren. Dazu gehört auch das genossenschaftliche, generationsübergreifende Wohnen in der Pappelallee 43 und 44.

Bei der Erneuerung der sozialen Infrastruktur - Schulen, Kita's, Jugendfreizeiteinrichtungen - sowie Verbesserung des Spiel- und Freiflächenangebotes und der Verkehrssicherheit wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt.

An den drei allgemein bildenden Schulen im Gebiet sowie dem Oberstufenzentrum (OSZ) in der Pappelallee wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die bauliche Erneuerung der Thomas-Mann-Grundschule ist weitgehend abgeschlossen. In mehreren Bauabschnitten erfolgten die Erneuerung des Daches, der Klassenräume und Flure, dem Ausbau des Kellergeschosses zu Werk- und Freizeiträumen, die Erneuerung der Sporthalle, der Aula, der Bibliothek und der Sanierung der Fassaden und des Schulhofes.

Aufgrund der steigenden Kinderzahlen wurde aus dem KinderJugendKulturZentrum in der Senefelderstraße 6 wieder eine Schule. Heute befindet sich im Eliashof ein integrierter Schul- und Musikschulstandort. Die Sanierung des Gebäudes wird in einzelnen Bauabschnitten bei laufendem Betrieb umgesetzt. Erneuert wurden bisher Klassen- und Verwaltungsräume, eine Mensa wurde neu eingerichtet, das Vorderhaus für die Musikschule hergerichtet. Werkräume und Musikübungsräume entstanden in den Kellern der Seitenflügel. Die Planung für die Schulhöfe wurde mit einem Kinderbeteiligungsverfahren gestartet. Baubeginn wird im Sommer 2012 sein.

An den beiden Gymnasien im Sanierungsgebiet wurde die Neugestaltung der Pausenhöfe abgeschlossen. Am Heinrich-Schliemann-Gymnasium erfolgte die Sanierung der Gebäudehülle aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Die Sanierung der Aula und der Umbau der Mensa erfolgten 2012. Sanierungsbedarf besteht noch im Innenbereich und bei den Außenanlagen.

Im Käthe-Kollwitz-Gymnasium wurden Mittel für den 2. Pausenhof aus dem Programm Stadtumbau Ost bereitgestellt. Die Fertigstellung des Hofes erfolgt in 2012. Maßnahmen wie die Sanierung der Fassade, Fenster und Sanitäranlagen stehen noch. ,An beiden Schulen finden noch Sanierungsarbeiten am Gebäude statt.

Die starke Zunahme der Kinderzahlen hat zu einer verstärkten Nachfrage nach Kita-Plätzen geführt, so dass es zu zahlreichen Gründungen von Eltern-Initiativ-Kita's kam. Die Kita Greifenhagener Straße 2 wurde aus Eigenmitteln des kirchlichen Trägers umfassend erneuert. In der Einrichtung Pappelallee 41A fanden umfangreiche Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen statt. An der Lychener Straße 55 entstand ein Kitaneubau in freier Trägerschaft. Ein weiterer Kitaneubau soll 2015 in der Pappelallee 40 entstehen.

Der "SportJugendClubLychi 75" richtet sich an Jugendliche und ist darüber hinaus als multifunktionales Angebot für alle Altersgruppen gedacht. Dazu wurden ein ehemaliges Lehrerwohnhaus und eine Sporthalle saniert und umgebaut. Eine besondere Attraktion stellt der Indoor-Seilgarten im Dachgeschoss dar.

In größeren Baulücken entstanden unter intensiver Beteiligung der Bewohner und von Elterninitiativen mehrere neue Spielplätze und Freiflächen. Der "Helmholtzplatz" bildet das grüne Zentrum des Quartiers. Das ehemalige Toilettenhaus auf dem Platz wurde zu einem "PlatzHaus" mit Angeboten für die Anwohner umgebaut, das alte Transformatorenhaus erfuhr eine denkmalgerechte Sanierung und beherbergt heute das Cafe "Kiezkind", ein Treffpunkt der vielen jungen Familien aus dem Quartier.

Bei der Verkehrssicherheit sind ebenfalls Fortschritte zu verzeichnen. Das Gebiet ist als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Durch zahlreiche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie den Umbau von Kreuzungen und den Bau von Querungshilfen sowie Fußgängerüberwegen wird dies unterstützt.

Das Gebiet Helmholtzplatz verfügt über eine kleinteilige und breit gefächerte Gewerbestruktur. Besonders die Sparten Mode, Design sowie Läden "rund ums Kind und die Familie" sind in großer Anzahl vorhanden. Die Versorgung des Sanierungsgebiets mit Waren des täglichen Bedarfs ist durch zahlreiche kleinere Lebensmittelgeschäfte und mehrere Supermärkte sowie einem wöchentlich stattfindenden Wochenmarkt am Helmholtzplatz sehr gut. Am nordwestlichen Gebietsrand ist mit den "Schönhauser Allee Arcarden" ein Einkaufszentrum mit regionaler Ausstrahlung entstanden.

Fortzuführende Maßnahmen

Der vermehrte Zuzug von Familien und in Folge die starke Zunahme der Kinderzahlen hat zu veränderten Rahmenbedingungen und damit auch zu neuen Herausforderungen für den letzten Abschnitt der Sanierung im Gebiet Helmholtzplatz geführt. Zwischenzeitlich übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich - so dass nach neuen Lösungen gesucht werden muss.

Handlungsbedarfe bestehen aber auch noch in anderen Bereichen:
  • der Erneuerung der Schulen, sowie dem Neubau einer Kita in der Pappelallee 40,
  • der Entwicklung der großen untergenutzten gewerblichen Flächen im nordöstlichen Bereich des Sanierungsgebiets,
  • der sukzessiven Verbesserung der Gehwege in Verbindung mit weiteren notwendigen verkehrsberuhigenden Maßnahmen.

Aufgrund des zunehmenden Parkdrucks im Gebiet wurde die Parkraumbewirtschaftung für den gesamten südlichen Prenzlauer Berg eingeführt.

Mit Blick auf die bevorstehende Aufhebung des Sanierungsstatus sollte die Sicherung wesentlicher Sanierungsziele über diesen Zeitraum hinaus erfolgen sowie eine Verstetigung der über Jahre gewachsenen Beteiligungsstrukturen und des großen bürgerschaftlichen Engagements angestrebt werden.


Rechtsverordnungen

Spielplatz auf dem Helmholtzplatz, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Spielplatz auf dem Helmholtzplatz (1)

Gethsemanekirche, Foto: Philipp Schumann
Gethsemanekirche (2)

Schliemannstraße, Foto: Michael Schroedter
Schliemannstraße (3)

MACHmit! Museum für Kinder; Foto: Philipp Schumann
MACHmit! Museum für Kinder (4)

TrafoHaus auf dem Helmholtzplatz; Foto: S.T.E.R.N. GmbH
TrafoHaus auf dem Helmholtzplatz (5)

Heinrich-Schliemann-Gymnasium; Foto: Philipp Schumann
Heinrich-Schliemann-
Gymnasium (6)

Käthe-Kollwitz-Oberschule Foto: Philipp Schumann
Käthe-Kollwitz-
Oberschule (7)

Schulhof der Käthe-Kollwitz-Oberschule Foto: Philipp Schumann
Schulhof der Käthe-
Kollwitz-Oberschule (8)


Fotos:
(1) S.T.E.R.N. GmbH
(2,4,6,7,8) Philipp Schumann
(3) Michael Schroedter


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