Städtebau  

 

Stadterneuerung - Mitte - Aufgehobene Gebiete

Aufgehobenes Sanierungsgebiet Mitte - Beusselstraße


Die Reformationskirche an der Beusselstraße ist Wahrzeichen des Beusselkiezes.
Die Reformationskirche an der Beusselstraße ist Wahrzeichen des Beusselkiezes.

Informationen

Berlin Mitte

Bezirk Mitte von Berlin

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Beusselstraße
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Status: Aufgehobenes Sanierungsgebiet
seit dem 21.02.2007


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Das Gebiet

Das ehemalige Sanierungsgebiet Beusselstraße liegt am westlichen Rand des Bezirkes Mitte im Ortsteil Moabit. Als Folge kriegsbedingter Zerstörungen besteht heute eine Mischung aus vorwiegend gründerzeitlicher Wohnbebauung, Zeilenbauten der 50er/60er Jahre und größeren unbebauten Arealen, die teilweise als Betriebsparkplätze genutzt werden. Es befinden sich eine Kindertagesstätte und drei Spielplätze im Wohngebiet. Insgesamt ist es durch die dichte, gründerzeitliche Bebauung und die direkt angrenzende Industrie geprägt und weist wenig Grünflächen und attraktive Aufenthaltsbereiche auf.
Durch mehrere Hauptverkehrsstraßen wird das Wohnquartier in Nord-Süd- sowie in Ost-West-Richtung durchschnitten und durch Lärm- und Schadstoffemissionen, trennende Barrieren und Schleichverkehr in den Wohnstraßen beeinträchtigt. Die Beusselstraße selbst fungiert zusätzlich als Anlieferstraße für den Großmarkt Westhafen sowie als Autobahn- und Flughafenzubringer.

Die zögerlichen Investitionstätigkeiten der vielen privaten Grundstückseigentümer sowie die städtebaulichen Rahmenbedingungen (einfache, in Teilen sehr dicht bebaute Arbeiterwohngebäudestruktur in direkter Nachbarschaft zur Industrie) erschwerten die Bemühungen, das Gebiet in seinen Wohnqualitäten zu attraktivieren. Zu verzeichnen ist daher eine stetige Veränderung der Bevölkerungsstruktur mit zunehmenden sozialen Problemen.

Das Sanierungsgebiet ist Teil der Gebietskulisse für das Quartiersmanagement Moabit West (Beusselstraße).

Daten (Stand: 31.12.2007)
Fläche 10,6 ha
Grundstücke 93
Wohnungen 1.952
Einwohner 3.045
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Sanierungsziele

Durch die Sanierung sollten gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse geschaffen und die Funktion als Wohngebiet v.a. durch die sozial verträgliche Instandsetzung und Modernisierung der Wohngebäude gestärkt werden. Defizite bei der sozialen Infrastruktur sowie bei Grün- und Freiflächen mussten abgebaut werden, die Qualitäten der vorhandenen und neuen Anlagen waren nachhaltig zu sichern und zu pflegen. Weitere Ziele waren die Verkehrsreduzierung und -beruhigung zur Aufwertung des öffentlichen Raumes sowie zur Schaffung von mehr attraktiven Aufenthaltsbereichen für die Nachbarschaft.

Stand der Sanierung

In 12-jähriger Sanierungstätigkeit hat sich viel verändert:
  • Es wurden auf 5 Grundstücken städtebauliche Missstände behoben und durch Neubebauung und / oder öffentliche Begrünung eine wesentliche Qualitätssteigerung des städtebaulichen Erscheinungsbildes erreicht.
  • Der Erneuerungsbedarf an den Wohngebäuden ist in allen Blöcken wesentlich zurückgegangen.
  • Die Aufenthalts- und Gestaltungsqualität des Straßenraumes konnte durch Umgestaltungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Rostocker, Wittstocker und Berlichingenstraße erhöht werden. Darüber hinaus wurde in der Beusselstraße durch Geschwindigkeitsreduzierung die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärm- und Luftbelastung gemindert.
  • Die Versorgung mit öffentlichen Grün- und Freiflächen wurde durch eine Angebotserweiterung auf den Grundstücken Berlichingenstraße 20 sowie Berlichingenstraße 8-11 sowie durch gestalterische Aufwertungen auf den vorhandenen Spielplätzen verbessert. Darüber hinaus wurde die Umgestaltung von Teilen des ehem. Güterbahnhofsgeländes Moabit im Rahmen des Sanierungsprozesses initiiert und begonnen. Die Fertigstellung des in Höhe des Unionsplatzes vorgesehenen Stadtteilparks ist für 2010 vorgesehen.
  • Die soziale Infrastruktur konnte im Wesentlichen mit zwei Projekten eine Angebotsverbesserung und -erweiterung erzielen: mit dem Umbau des ehem. Lehrerwohnhauses Rostocker Straße 32 zum Nachbarschaftshaus sowie dem Neubau eines Hauses für junge Menschen mit umfangreichen Außenanlagen in der Berlichingenstraße 10-11.
Die private Investitionstätigkeit war im Sanierungszeitraum konstant mäßig und konzentrierte sich mehr auf wohnungsbezogene Maßnahmen. Einige Wohnhäuser in der südlichen Beusselstraße sowie ein Haus in der Erasmusstraße und der Rostocker Straße wurden im Rahmen des Programms "Soziale Stadterneuerung" umfassend modernisiert und instand gesetzt. Auf der Fläche einer ehemaligen Reifenwerkstatt in der Huttenstraße wurde ein 6-geschossiges Wohn- und Gewerbegebäude errichtet und somit das von Kriegszerstörungen aufgerissene Stadtbild wieder geschlossen. Die ungeordnete gewerbliche Bebauung auf den Grundstücken Kaiserin-Augusta-Allee 2-3 wurde im Zuge einer Betriebserweiterung des benachbarten Unternehmens abgerissen, das Grundstück neu geordnet und neu bebaut. Die in Teilen lückenhafte und somit städtebaulich unbefriedigende Ecksituation im Bereich Beusselstraße 83/83a Ecke Erasmusstraße wurde durch eine Neubaulösung komplett geschlossen.

Mit Mitteln der Programme "Stadtweite Maßnahmen", "Soziale Stadt" und durch Städtebaufördermittel des Bezirks Mitte konnten seit 1999 auch die Investitionen in die technische und soziale Infrastruktur gelenkt werden. So wurden u.a. der Rostocker Platz neu gestaltet und die Straßenräume in der Rostocker, Wittstocker und Huttenstraße zu verkehrsberuhigten Bereichen umgestaltet. Der Spielplatz in der Rostocker Straße wurde erweitert und eine Blockdurchwegung zur Berlichingenstraße geschaffen. Kernpunkt der Erneuerung der sozialen Infrastruktur stellte der Umbau des ehemaligen Kinder- und Jugendhauses in der Rostocker Straße 32 zu einem Nachbarschaftszentrum dar. Dieses hat sich mit seinen vielfältigen gemeinwesenorientierten Angeboten und dem offenen Nachbarschaftstreff zu einem wichtigen und lebendigen Treffpunkt sowie zu einem Zentrum für soziale Aktivitäten und Bürgerengagement entwickelt.

Mit dem im April 2009 eröffneten "Haus für junge Menschen" in der Berlichingenstraße 10-11 und seinen umfangreichen Außenanlagen für Sport und Spiel und Aufenthalt wurde ein besonderes Sanierungsziel erreicht, welches eine Angebotserweiterung für Kinder und Jugendliche bietet. Zielgruppe sind überwiegend die so genannten Lückekinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Das Projekt wurde in Kofinanzierung durch Städtebaufördermittel und im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" realisiert.

Fortzuführende Maßnahmen

Auf dem von der Bahn aufgegebenen ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs Moabit wird ein weiterer Beitrag zum Abbau des hohen Grünflächendefizits für den Stadtteil geleistet. Eine 15.000 m² Fläche wurde zu diesem Zweck vom Land Berlin angekauft und die Herstellung eines öffentlichen Stadtteilparks vorbereitet. Der Bau wird aus Mitteln des Stadtumbaus West finanziert. Seine Planung geht einher mit einem umfangreichen Beteiligungsverfahren der örtlichen Akteure und der Bewohner. Mit der Fertigstellung kann für das Jahr 2010/2011 gerechnet werden.


Rechtsverordnungen

Rostocker Straße 32, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Rostocker Straße 32

Spielplatz Berlichingenstraße 20, Foto: S.T.E.R.N. GmbH
Spielplatz Berlichingenstraße 20

Bauaktion mit Jugendlichen, Herbst 2002
Bauaktion mit Jugendlichen, Herbst 2002

neue Grünfläche Berlichingenstraße 8
neue Grünfläche Berlichingenstraße 8

Beusselstraße 88 nach der Sanierung
Beusselstraße 88


Fotos:
S.T.E.R.N. GmbH

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