Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz

Programmziele und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen


Städtebaulicher Denkmalschutz

Wesentliche Ziele des Programms in Berlin

Das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz hat den Erhalt, die Sicherung und Weiterentwicklung von historischen Stadtzentren und -quartieren zu zukunftsfähigen und attraktiven Wohn- und Lebensorten mit hohem Identifikationswert und baukultureller Bedeutung zum Ziel.

Das Programm unterstützt Maßnahmen:
  • zur Stärkung von Quartieren mit historischer und stadtentwicklungspolitischer Bedeutung sowie baulichem und städtebaulichem Handlungsbedarf in den Stadterweiterungsgebieten des 19./20. Jahrhunderts, in den Siedlungen der Berliner Moderne und in Ortskernen,
  • zur nachhaltigen Sicherung und zukunftsfähigen Weiterentwicklung von baukulturellem Erbe und wertvoller historischer Baustrukturen, die einen hohen Sanierungsbedarf aufweisen,
  • zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Berlin durch Erhaltung und Herrichtung historischer Bauten für neue imageträchtige Nutzungen.

Bei der Entwicklung der Fördergebiete werden die Querschnittsziele der integrierten Stadtentwicklung berücksichtigt, das sind u.a. die Anpassung an die Anforderungen aus demographischen Veränderungen, an die Anforderungen der Barrierefreiheit sowie die Berücksichtigung von Belangen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und deren Gleichstellung. Die nachhaltige Weiterentwicklung der Fördergebiete im Sinne des Klimaschutzes und der Klimaanpassung sind mit den Anforderungen zum Schutz des baukulturellen Erbes zu vereinbaren.

Entwicklung der Programmschwerpunkte seit 1991

Zu Beginn des Programms 1991 stand der Einsatz der Fördermittel für die Sicherung der vom Verfall bedrohten Bausubstanz, die Beseitigung des Gebäudeleerstands und die Modernisierung des Wohnungsbestandes im Vordergrund. Vorrangig wurden zunächst Wohngebäude, dazugehörende Remisen, aber auch Gewerbegebäude gefördert. Nach 10 Jahren Stadterneuerung war in den Fördergebieten ein hoher Erneuerungsstand bei den privaten Altbauten erreicht. Die Modernisierung und Instandsetzung der öffentlichen Gebäude und des öffentlichen Raums blieb dahinter weit zurück. Als politische Konsequenz daraus erfolgte eine Neuakzentuierung der Fördermittelvergabe nach dem Prinzip "öffentliches Geld für öffentliches Eigentum und privates Geld für privates Eigentum". Seit 2002 steht die Erneuerung und Qualifizierung des öffentlichen Raums, der Straßen und Plätze sowie der öffentlichen sozialen und kulturellen Einrichtungen im Vordergrund des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Private Vorhaben werden weiterhin gefördert, sofern sie gemeinnützig sind und wesentliche öffentliche Funktionen vertreten.

Mit der Verwaltungsvereinbarung Städtebauförderung 2012 sind integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte, die unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu erstellen und regelmäßig fortzuschreiben sind, Voraussetzung für die Aufnahme von Fördergebieten in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Auf Grundlage der integrierten Konzepte, die unterschiedliche Aspekte und Dimensionen berücksichtigen müssen (u.a. soziale, demografische und ökonomische Entwicklungen, Anforderungen an das Wohnen, den Verkehr und die technischen Infrastrukturen, kulturelle und kommerzielle Funktionen, soziale Einrichtungen), soll der Erneuerungsprozess in den Fördergebieten vorausschauend und ganzheitlich geplant und ein abgestimmtes Handeln erreicht werden. Für alle Berliner Fördergebiete liegen entsprechende integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte vor, sie können über die Links auf den für die Fördergebiete angelegten Internetseiten eingesehen werden.

Die Zukunftsaufgabe des Klimaschutzes stellt die Fördergebiete des Städtebaulichen Denkmalschutzes vor besondere Herausforderungen: Zur nachhaltigen Weiterentwicklung dieser Quartiere im Sinne des Klimaschutzes und der Energieeffizienz ist ein sensibler Umgang mit Gebäuden und Stadträumen geboten. In der dialoghaften Auseinandersetzung mit denkmalpflegerischen, bautechnischen, baukulturellen und städtebaulichen Fragen sind sowohl gebäudebezogen überzeugende technische Lösungen, als auch quartiersbezogene Ansätze der Erneuerung historischer Stadtquartiere zu entwickeln und umzusetzen.

Berlin wächst - neue Herausforderung und zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung in Berlin ist, die steigende Nachfrage nach Wohnungen zu befriedigen. Dadurch ergeben sich vielfältige Aufgaben im Hinblick auf den Wohnungsneubau, die Sicherung und Weiterentwicklung des Wohnungsbestands und die öffentliche Infrastruktur. Das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz bewegt sich in Bestandsquartieren, aber auch hier stellen sich in diesem Zusammenhang Aufgaben: In den Fördergebieten mit Wachstumspotenzialen sollen daher die Programmmittel vorrangig für die Erneuerung und Anpassung der sozialen Infrastruktur, die Aufwertung und Neuanlage von Grünflächen und Spielplätzen und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Erforderlich ist dies zudem in Fördergebieten in der Nachbarschaft zu Wachstumsquartieren, um mit dem Entwicklungsdruck aus diesen Quartieren umzugehen und den von ihnen ausgehenden Infrastrukturbedarfen nachzukommen.
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