Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Fördergebiete, Vorhaben und Rundgänge

Urbanstraße – Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg


Blick vom Landwehrkanal auf das Fördergebiet Urbanstraße, April 2017; Foto: Erik-Jan Ouwerkerk
Blick vom Landwehrkanal auf das Fördergebiet Urbanstraße, April 2017  Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

 
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Ausgangslage

Das Fördergebiet Urbanstraße setzt sich aus den beiden Erhaltungsgebieten Graefestraße und Urbanhafen-Südstern zusammen. Es erstreckt sich in Nord-Süd-Ausrichtung zwischen Landwehrkanal und Hasenheide sowie dem Kottbusser Damm im Osten und der Baerwaldstraße im Westen. Die Urbanstraße schneidet das Viertel in zwei Hälften. Bereits 2009 wurde das Erhaltungsgebiet Graefestraße als zweites Fördergebiet des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. 2011 erfolgt nun die Erweiterung der Förderkulisse um das Gebiet Urbanhafen-Südstern.

Die Erschließung als Stadtgebiet wurde in den 1860er Jahren auf Grundlage der Pläne von Peter Joseph Lenné ausgeführt. Er entwarf einen Stadtgrundriss, der die Straßen- und Grünzugraster der nördlich anschließenden Luisenstadt verlängerte und die Verläufe der historischen Feldwege integrierte. Schmuckplätze und grüne Promenaden, wie die Fontane-, Grimm- und Baerwaldpromenade, waren kennzeichnend für das Gebiet. Das Quartier hat den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstanden und der historisch geprägte Stadtgrundriss ist im Wesentlichen konstant erhalten. Die Bebauungsstruktur ist gekennzeichnet durch überwiegend dichte Blockbebauung aus der Zeit Ende des 19. Jahrhunderts. Prägend für die Blockbebauung sind die ursprüngliche und zum Teil erhaltene Repräsentativwirkung der Straßenfassaden sowie die Unterscheidbarkeit der einzelnen Gebäude im Ensemble.

Ziele und Schwerpunkte

Die Qualitäten der geschlossenen gründerzeitlichen Baustruktur, der Lage am Landwehrkanal und die stadtbildprägenden Plätze und Freiräume stellen in ihrer Gesamtheit einen gebauten Wert dar, den es durch einen respektvollen Umgang zu sichern und durch Qualifizierungsmaßnahmen an heutige Bedürfnisse anzupassen gilt. Dabei ist der Doppelfunktion des Gebietes als Wohnquartier und Berliner Imageträger Rechnung zu tragen. Qualifizierungsmaßnahmen sind mit dem Ziel des Erhalts der sozialen Mischung im Gebiet Urbanstraße in Einklang zu bringen.

Das Gebiet Urbanstraße verfügt über ein dichtes Netz aus Grund- und Oberschulen sowie Kindertagesstätten. Es gilt, diese Einrichtungen und bestehende Netzwerke zu stärken und weiterzuentwickeln sowie das Betreuungsangebot zu ergänzen und zu erweitern, um allen Kindern und Jugendlichen über den Weg der Bildung aussichtsreiche Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Ein großer Maßnahmeschwerpunkt umfasst die Erneuerung der sozialen Infrastruktur, insbesondere der Schulen. Vor allem die gründerzeitlichen, überwiegend denkmalgeschützten Schulbauten entsprechen in ihrem Erhaltungszustand und Ausstattungsstandard zum Teil nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Maßnahmen zur Qualifizierung des öffentlichen Raums, mit dem Ziel, das Angebot an öffentlichen Grün- und Freiflächen für die Bewohner zu verbessern und anforderungsgerecht zu gestalten. Gleichzeitig sollen die Freiflächen als Teil des historischen Ensembles erhalten, gepflegt und gestalterisch weiterentwickelt werden.

Projekte

Erste Maßnahmen, die im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz gefördert wurden, sind die denkmalgerechte Sanierung der Schulgebäude der Integrierten Sekundarschule in der Graefestraße 85-88 und des Robert-Koch-Gymnasiums in der Dieffenbachstraße 60/ Böckhstraße 10 sowie die Erneuerung der Außenanlagen der Jugendfreizeiteinrichtung Graefekids in der Hasenheide 44.

Weitere geplante Maßnahmen sind u.a. die Qualifizierung der Rad- und Fußwegebeziehungen entlang der Ufer des Landwehrkanals, die Neugestaltung der Außenanlagen des Doppelschulstandorts Carl-von-Ossietzky-Schule/Aziz-Nesin-Grundschule sowie die Erneuerung des Baerwaldbades und des Nachbarschaftshauses Urbanstraße 21.

Rechtsgrundlagen


Förmliche Festlegung als Erhaltungsgebiet



Ausgewählte Fördervorhaben


Freiflächen der Kinder­freizeit­einrichtung "Graefekids"
Hasenheide 44
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Robert-Koch-Oberschule - Straßenfassade vor der Sanierung, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Robert-Koch-Oberschule (Gymnasium)
Dieffenbach­straße 60/Böckh­straße 10
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