Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Teutoburger Platz

Kastanienallee


Kastanienallee, 2016; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Kastanienallee, 2016  Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda

Lageplan
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

Städtebaulicher Denkmalschutz Berlin - Logo
Der Grundbesitzer Wilhelm Griebenow ließ 1826 eine Straße zwischen dem "Verlorenen Weg", der heutigen Schwedter Straße, und der Schönhauser Allee als Verlängerung des Weinbergweges anlegen. Hintergrund dafür war Griebenows Idee, Berlin nach dem Vorbild Paris' zu erweitern. Den Namen verdankt die Straße den zahlreichen Rosskastanien, die entlang der Straße gepflanzt wurden. Die circa einen Kilometer lange Straße verbindet heute die Bezirk Mitte und Pankow miteinander und zählt zu den ältesten Straßen Pankows.

Die Bebauung der Straße begann erst 1865 nach dem Tod Griebenows. Sechsgeschossige Wohnhäuser säumten nun die Straße und wurden nur von dem 1852 eingerichteten Bier- und Kaffeegarten "Prater" unterbrochen.

In den 1980er Jahren sollten Teile des Altbaubestands um die Kastanienallee und Oderberger Straße abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt werden. Es formierte sich jedoch eine Bürgerinitiative auf Basis des örtlichen Wohnbezirksausschusses, der Widerstand leistete und zudem auf zusammenhängenden Hinterhöfen den Kieztreffpunkt Hirschhof initiierte. Es folgten Haus- und Wohnungsbesetzungen durch junge Leute und der Wunsch nach alternativen Lebensformen.

Die Kastanienallee entwickelte sich, wie die benachbarte Oderberger Straße, in den späten 1990er Jahren zu einer beliebten Flanier- und Ausgehmeile. Mit 6.400 Fahrrädern pro Werktag (Stand 2007) zählt sie zu den am meisten durch Fahrräder befahrenen Straßen Berlins.

Straßensituation vor der Sanierung, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Straßensituation vor der Sanierung, 2011
Foto: Steinbrecher & Partner

Straßensituation nach der Sanierung, 2016; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Straßensituation nach der Sanierung, 2016
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda

Mit der Sanierung der Kastanienallee wurde durch eine zeitgemäße Gestaltung des Straßenverkehrs die Funktionalität und Sicherheit erhöht. Ansprüche von Fußverkehr, der Straßenbahn sowie Radverkehr werden dabei gleichermaßen berücksichtigt. Der Charakter der Straße, der nach umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Gebäuden in den letzten Jahren noch an Reiz gewonnen hat, blieb erhalten. So wurden etwa die Interessen der Gewerbetreibenden und der Gastronomie zur Nutzung des öffentlichen Straßenlandes soweit es geht berücksichtigt. Die Kastanienallee wurde durch die Umbaumaßnahme als Wohn- und Geschäftsstraße gestärkt.

Nach der Sanierung gibt es einen Schutzstreifen für den Radverkehr.
Nach der Sanierung gibt es einen Schutzstreifen für den Radverkehr.

Entwurfsplanung Kastanienallee; Quelle: M + O Berlin, Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH
Entwurfsplanung Kastanienallee
Quelle: M + O Berlin, Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1826
  • Eigentümer: Bezirksamt Pankow von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Denkmalgerechte Herstellung Gehwege, Anlegen von Parkhäfen, Erneuerung Straßenbeleuchtung, Neubau Haltestellenkaps für Straßenbahn, Markierung Schutzstreifen für Radverkehr auf Fahrbahn
  • Planung:
    M + O Berlin
    Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH
    Winterfeldstraße 1
    10781 Berlin
  • Gesamtbaukosten: 1,76 Mio €
  • Fördersumme: 1,5 Mio. €
  • Fertigstellung: 2013

Download