Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Südliche Friedrichstadt

Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz an der Akademie Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 91


Blick über den Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz, 2016; Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Blick über den Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz, 2016
Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Lageplan - Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz an der Akademie Jüdisches Museum Berlin
Lageplan

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Die Friedrichstadt wurde zwischen 1690 und 1738 von Friedrich III. als barocke Planstadt erbaut und ist das Ergebnis eines rasanten Bevölkerungs­wachstums in Berlin. Der südliche Teil wurde 1734 fertig gestellt und wies große Blockstrukturen mit weitgehend unbebauten Hinterhöfen auf. Aus dieser Zeit stammt auch das ehemalige Kollegienhaus, welches heute als Jüdisches Museum genutzt wird. Anfang des 19. Jahrhunderts fand durch den starken Zuzug von ehemaligen Bauern und Juden, die hier ihre Handels- und Produktionsbetriebe errichteten, ein Wandel im Quartier statt. Aufgrund der zahlreichen jüdischen Bewohner wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts die liberale Synagoge in der Lindenstraße errichtet. Weitere bemerkenswerte Gebäude in der südlichen Friedrichstadt waren u.a. die 1830 errichtete neue Berliner Sternwarte mit der Höhenbezugs­fläche Normalnull für das Königreich Preußen sowie die 1886 erbaute Markthalle "Lindenhalle", die in den 1960er Jahren neu aufgebaut und bis 2010 als Blumengroßmarkt genutzt wurde.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der ehemaligen Blumen­groß­markt­halle zur Akademie des Jüdischen Museums nach Entwürfen von Daniel Liebeskind wurde die ehemals privat genutzte umliegende Freifläche als öffentlicher Freiraum gestaltet. Die Neugestaltung der Platzfläche ist das Ergebnis eines landschafts­planerischen Wettbewerbs. Der prämierte Wettbewerbsentwurf des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten sieht die Integration der Fläche in das Stadtgefüge und die Wiedergewinnung wichtiger stadträumlicher Verknüpfungen vor. Es wurde eine Platzfolge geschaffen, die eine verbesserte Durchlässigkeit des Raumes zum Ziel hat und ein Scharnier zum benachbarten Jüdischen Museum und den angrenzenden Stadtquartieren darstellt. Mit der Neugestaltung wurden eine gestalterische Aufwertung und eine Qualifizierung der Freiflächen für die Bevölkerung erreicht. Sie dient zugleich als Schlüsselmaßnahme zur Aufwertung des öffentlichen Raumes in der südlichen Friedrichstadt.

Abzureißender Fahrradcontainer, 2011; Foto: BSM mbH
Abzureißender Fahrradcontainer, 2011; Fotos: BSM mbH
Im Jahr 2011 wurde mit den ersten Maßnahmen zur Neugestaltung der Freiflächen begonnen. Die Platzfläche wurde aus gesägten Groß­pflaster­steinen hergestellt und mit Bänken, Leuchten, Fahrradbügeln und Sicherheits­pollern ausgestattet. Mehrjährige Bäume wurden angepflanzt. Des Weiteren wurde zur Erinnerung an den preußischen Normal­höhen­punkt eine Stele errichtet.

Blick zum Kollegiengebäude, 2013; Foto: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Blick zum Kollegiengebäude, 2013;
Fotos: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
 
Die Umsetzung der Maßnahme wurde mit 1,79 Mio. € aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert und im Jahr 2013 fertig gestellt. Ergänzend kamen Mittel des Stadtplätzeprogramms zum Einsatz.

Im Zusammenhang mit der Platzgestaltung wurde für die zahlreichen Berlintouristen und Museumsbesucher zur besseren Überquerbarkeit der Lindenstraße 2013 mit dem Bau von Gehwegvorstreckungen sowie der Pflasterung des Mittelstreifens zwischen Jüdischer Akademie und dem Haupteingang des Jüdischen Museum (Kollegienhaus) begonnen. Die Maßnahme wurde Ende 2013 abgeschlossen.

Daten

  • Eigentümer: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Erstellung einer Platzfläche, Ausstattung mit Bänken, Leuchten, Fahrradbügeln und Sicherheitspollern, Pflanzung von Bäumen, Errichtung einer Stele
  • Architekten:
    Rehwaldt Landschaftsarchitekten
    Bautzner Straße 133
    01099 Dresden
  • Gesamtkosten: 1,94 Mio. €
  • Fördermittel: 1,67 Mio. €
  • Fertigstellung: 2013

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