Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Fördergebiete, Vorhaben und Rundgänge

Südliche Friedrichstadt – Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg


Belle-Alliance-Platz 1935 (heute Mehringplatz), © Landesarchiv Berlin
Belle-Alliance-Platz 1935 (heute Mehringplatz), © Landesarchiv Berlin

 

Ausgangslage

Die südliche Friedrichstadt ist eine der Erweiterungen der Friedrichstadt, die unter der Herrschaft des Königs Friedrich Wilhelm I. nach Plänen von Philipp Gerlach erfolgte. Städtebaulich prägend für das Gebiet war das 1734 entstandene Rondell (heute Mehringplatz), welches als Exerzierplatz diente und später zu einem Stadtplatz umgestaltet wurde, die neu entstandene Stadtmauer entlang der heutigen Straßenzüge Gitschiner Straße/Hallesches Tor - Stresemannstraße und ab 1845 der Landwehrkanal.

Gesellschafts- und wirtschaftsgeschichtlich ist die südliche Friedrichstadt ein bedeutungsvoller Ort. Noch heute erinnern Spuren in Form von Gebäuden, Straßenräumen oder auch Nutzungen and die Vergangenheit. Im 18. und 19. Jahrhundert wohnten bedeutsame Literaten, Verleger und Journalisten in der südlichen Friedrichstadt. Stadtweit bekannt wurde das Gebiet mit dem Ende des 19. Jahrhunderts, als es sich zu einem Zentrum des Druck- und Verlagswesens entwickelte. Im so genannten Berliner Zeitungsviertel rund um die Kochstraße ließen die Zeitungsunternehmer Ullstein, Mosse und Scherl die ersten großen Massenblätter drucken. Zwischen 1900 und 1925 war die südliche Friedrichstadt auch ein Zentrum der Deutschen Filmindustrie.

Das Quartier wurde während des Zweiten Weltkriegs durch einen Bombenangriff im Februar 1945 weitgehend zerstört. Dadurch gingen nicht nur wesentliche Teile der Bausubstanz verloren, auch die Rolle Berlins als Zentrum der deutschen Pressewirtschaft war vorerst beendet. Die Teilung Berlins führte das einstige urbane und pulsierende Gebiet zudem in eine innerstädtische Randlage.

Ziele und Schwerpunkte

In der südlichen Friedrichstadt befindet sich eine Mischung der städtebaulich-historischen Schichten mit einer Reihe wertvoller Bau- und Gartendenkmalen sowie denkmalwerten Strukturen. Diese besondere Prägung ist ein herausragendes Potenzial des Gebiets. Das Quartier erfüllt nicht nur lokal eine wichtige Rolle bei der Wohnversorgung, sondern bietet in seinen Gebäuden auch kulturelle Nutzungen mit stadtweiter und überregionaler Bedeutung an, die zum Teil als Magnet für Touristen gelten. Die Kombination aus Wohn-, Wirtschafts- und Kulturstandort sowie das städtebaulich historische Erscheinungsbild machen in der Gesamtheit die Einzigartigkeit des Quartiers aus.

Im Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt werden folgende Sanierungsziele verfolgt:
  • Handlungsfeld A - Städtebauliche und funktionale Aufwertung
    Die städtebauliche / funktionale Aufwertung soll unter besonderer Berücksichtigung der historischen Bedeutung des Ortes erfolgen.
  • Handlungsfeld B - Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Qualifizierung des Wohn-, Wirtschafts- und Kulturorts
    Die Ziele und Maßnahmen für die Entwicklung des Gebiets sollen seiner vielfältigen Bedeutung als Wohn, Wirtschafts- und Kulturort Rechnung tragen und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen.
  • Handlungsfeld C - Verbesserung der Vernetzungen und Verbindungen
    Der öffentliche Raum ist unter Einbeziehung historischer Verbindungselemente als Gerüst für die Entwicklung des Gebietes zu stärken

Projekte

Die denkmalgerechte Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes in der Wilhelmstraße 116/117 und die Neugestaltung der Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum (Stadtplatz) zählen zu den ersten Maßnahmen im Gebiet, die im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz gefördert wurden. Der Wiederaufbau und die Restaurierung der Friedenssäule Mehringplatz (einschließlich Brunnen und Statuen) schlossen sich in 2013 an.

Rechtsgrundlagen


Förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet

  • Zwölfte Verordnung über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten und Festlegung und Ergänzung von Städtebaufördergebieten vom 15.03.2011


Ausgewählte Fördervorhaben


Fassade des Familienzentrums nach Sanierung, 2012; Foto: BASD Gerhard Schlotter Architekten
Inter­kulturelles Familien­zentrum und Kita
Wilhelmstraße 116/117
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Theodor-Wolff-Park vor der Sanierung, 2015; Foto: BMS mbH
Theodor-Wolff-Park
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Karte: Fördergebiet Südliche Friedrichstadt; Quelle: Geoportal Berlin / eigene Darstellung
Fördergebiet Südliche Friedrichstadt