Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Spandauer Vorstadt

Theaterhaus Mitte, Koppenplatz 12
Schule, Theaterhaus und zurück


Stadthaus nach der Sanierung 2005
nach der Sanierung 2005
Lageplan
Lageplan

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Die ehemalige 1. Gemeindeschule am Koppenplatz 12 beherrscht mit ihrer schlossartigen Hauptfassade die westliche Platzwand des Koppenplatzes. Ursprünglich lagen hier das vom Stadthauptmann Christian Koppe gestiftete Armenhaus und der Armenfriedhof (1705). Der Friedhof wurde bereits im Jahre 1853 aufgelassen und die Fläche zu einem Platz, dem Koppenplatz umgestaltet.

Die Schule am Koppenplatz entstand in den Jahren 1902-07 nach den Plänen von Ludwig Hoffmann, dem damaligen Stadtbaurat, der als Architekt zwischen Historismus und Moderne mit so berühmten Bauwerken wie dem Märkischen Museum, dem Berliner Stadthaus, mit Krankenhäusern, mit Feuerwehren und Badeanstalten, mit Verwaltungsgebäuden und nicht zuletzt mit mehr als 60 Schulgebäuden um die Jahrhundertwende das Bild des kommunalen Berlin unübersehbar und maßgeblich geprägt hat.

Die Schule ist ein dreigeschossiger Putzbau mit rückwärtigen Seitenflügeln. Der Mittelteil der Fassade mit der Aula ist leicht erhöht und über dem Mansardwalmdach mit einem barockisierenden Dachturm betont.

Blick vom Koppenplatz auf das Theaterhaus Mitte
Blick vom Koppenplatz auf das Theaterhaus Mitte
In der ersten Sanierungsphase von 1997-99 lag der Schwerpunkt der Maßnahmen bei der Instandsetzung des Daches und des achteckigen Turms mit der geschwungenen Haube. Den Balustradenunterbau des Turms schmückt heute wieder eine Turmuhr. In der zweiten Sanierungsphase wurden 2003/04 die Fassade instand gesetzt und Hof und Garten neu gestaltet. Die Maßnahmen im Gebäudeinneren wurden aus Mitteln des Programms Stadtumbau Ost und Bezirksmitteln finanziert.

Ab 1990 war in dem Gebäude die 4. Grundschule untergebracht. Wegen sinkender Schülerzahlen musste sie jedoch geschlossen werden und das Theaterhaus Mitte konnte die frei gewordenen Räume am 13. Oktober 2000 übernehmen, allerdings mit der Maßgabe, dass bei steigenden Schülerzahlen die Räume wieder für den Schulbetrieb zur Verfügung gestellt werden.

Inzwischen arbeiten im Theaterhaus Mitte über 460 freie Theaterschaffende und Gruppen insgesamt 35.000 Stunden jährlich. So entstehen ca. 300 Produktionen, die im Theaterhaus, überwiegend jedoch an anderen etablierten Spielstätten, aufgeführt werden und so einen beträchtlichen Teil der Theaterproduktionen Berlins sichern.

Seit Jahren ist ein Anstieg der Kinderzahlen in der Spandauer Vorstadt zu beobachten. Das Wohnen in der Innenstadt ist nicht zuletzt aufgrund der Erfolge der Stadterneuerung, zu denen auch das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz in erheblichem Umfang mit beigetragen hat, für junge Familien mit Kindern wieder attraktiv geworden. Es gab einen starken Nachfrageüberhang an Grundschulplätzen, der ab dem Schuljahr 2008/09 durch die Bereitstellung von Räumen in dem ehemaligen Schulgebäude am Koppenplatz abgebaut wurde.

Eingang zum Hof
Eingang zum Hof

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1907 von Ludwig Hoffmann
  • Denkmalart: Baudenkmal
  • Eigentümer: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Sanierung der Gebäudehülle, Außenanlage
  • Architekten:
    Dipl.-Ing. Sven Hoth
    Katzengraben 11/13
    12555 Berlin
  • Fertigstellung:
    Dach mit Uhrturm 1999;
    Fassaden und Außenanlagen 2004;
    Maßnahmen im Inneren 2007

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