Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Spandauer Vorstadt

Monbijouplatz
Wiederherstellung eines historischen Platzes


Aus dem Monbijoupark auf den Monbijouplatz
Aus dem Monbijoupark auf den Monbijouplatz
Lageplan
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Die dreieckige Form erhielt der Platz wohl im Zusammenhang mit der Errichtung einer Brücke über den Festungsgraben, der späteren Herkulesbrücke. Mit der Brücke sollte die Erreichbarkeit des Schlosses von Berlin aus verbessert werden. Der Entwurf des Platzes könnte auf den Königlichen Hofbaurat zurückzuführen sein, der im Auftrag Friedrich II. die Gestaltung und den Bau der Häuser rund um den Hackeschen Markt betreute und den Monbijouplatz mit dem Entwurf der beiden barocken Torhäuser prägte. Die 1789-90 errichteten Häuser bildeten mit ihren kunstvollen Säulenkolonnaden eine repräsentative Eingangssituation und wiesen dem nun auch baulich gefassten und gärtnerisch gestalteten Platz eine Schmuck- und Repräsentationsfunktion zu.

Die baulich-räumliche Fassung des Monbijouplatzes wurde durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört. Der Abriss der Ruinen des Schlosses und der Torhäuser, die noch bis 1957 als wiederaufbauwürdig galten, erfolgte erst 1960. Das Monbijougelände erhielt eine Gestaltung als öffentliche Grünanlage mit Spiel- und Sportplätzen. Der Vergrößerung des Parkgeländes nach Osten fiel 1961 auch der Monbijouplatz zum Opfer, der auf eine einfache Straße reduziert wurde und als Platz nicht mehr erkennbar war. Lediglich die von Julius Moser 1888 geschaffene Büste von Chamisso blieb am Parkeingang erhalten.

Mit der Neubebauung der Grundstücke Monbijouplatz 9-11 an der Südseite des Platzes und der Lückenschließung auf dem Grundstück Monbijouplatz 3 auf der Nordseite erhielt der Platz seine räumliche Fassung zurück, eine Neugestaltung des historischen Stadtplatzes wurde erforderlich. Die geplante Wiederherstellung der westlichen Platzkante mit dem Neubau von Torhäusern konnte bisher nicht realisiert werden.

Seiner städtebaulichen und denkmalpflegerischen Bedeutung entsprechend ist der Monbijouplatz in der historischen, dreieckigen Platzfigur wiederhergestellt. Die durchgehend einheitliche und niveaugleiche Pflasterung sorgt für einen großzügigen, ruhigen Charakter und bietet dem Ort angemessene Nutzungsmöglichkeiten.

Auf der südlichen Platzseite entstand eine Fahrgasse als Erschließung der Tiefgarage sowie als Zufahrt für Anlieferung und Rettungsfahrzeuge. Zur Platzinnenfläche ist sie durch eine Baumreihe aus Linden abgegrenzt.

Das Chamissodenkmal auf seinem originalen Standort wird von einer an die historische Struktur angelehnten Grünfläche eingerahmt. Ein artifizielles Lichtband entlang der Einfassung der Pflanzfläche unterstützt den modernen Umgang mit dem geschichtlichen Kontext.

Daten

  • Baujahr/Entstehung: um 1760
  • Denkmalart: Ensemble
  • Eigentümer: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Wiederherstellung des historischen Platzes
  • Architekten:
    Dr. Szamatolski + Partner GbR
    Brunnenstraße 181
    10119 Berlin
  • Fertigstellung: 2006