Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Spandauer Vorstadt

Kleine Rosenthaler Straße


Sanierter Gehweg entlang der Friedhofsmauer, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Sanierter Gehweg entlang der Friedhofsmauer, 2011
Lageplan
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Der östlich der Kleinen Rosenthaler Straße gelegene Garnisonfriedhof wurde 1722 als Garnisonkirchhof für die beim Spandauer Tor erbaute Alte Garnisonkirche angelegt. Dieser Friedhofsteil war nur Offizieren und ihren Familien als Begräbnisstätte zugänglich. Auf der östlichen Seite der heutigen Gormannstraße befand sich damals ein weiterer Teil des Garnisonfriedhofs, der für die einfachen Soldaten vorgesehen war. Die heutige Kleine Rosenthaler Straße wurde als Zugang zu den Garnisonfriedhöfen angelegt und erhielt den Namen Todtengasse.

1826 wurde die Straße in Erinnerung an die Wollankschen Weinberge in Weinbergs-Gasse umbenannt. Der Straßenverlauf führte in die Richtung der im 16. Jahrhundert angelegten Weinberge. Nach einem extrem kalten Winter in den Jahren 1740/41 wurden die Weinberge nicht wieder kultiviert.

1862 erhielt die Straße ihren heutigen Namen, da sie am alten Weg von Berlin zum Ort Rosenthal, heute ein Ortsteil des Bezirks Pankow, lag.
Die heutige Gestaltung und die Materialien der Gehwege der Kleinen Rosenthaler Straße sind überwiegend aus der Zeit um 1890 bis 1910 erhalten. Granitplatten wurden als Gehbahnen verlegt und auf beiden Seiten von Randstreifen gesäumt. Die Randstreifen waren durchgehend mit Mosaikpflaster, überwiegend Bernburger Kalksteinmosaikpflaster, befestigt. Die Grundstückseinfahrten bestanden aus Großsteinpflaster. Die Erneuerung der Gehwege und der stark reparaturbedürftigen Fahrbahn erfolgte aus Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Auch wenn die Zufahrten heute zum Teil nicht mehr als Zufahrten benutzt werden, wurden sie trotzdem als historisches Zeugnis erhalten.

Einfahrt mit Großsteinpflaster, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Einfahrt mit Großsteinpflaster, 2011
 
Im Zuge des gesamten Sanierungsprozesses wurden auch die an die Kleine Rosenthaler Straße angrenzenden Straßenbereiche der August-, Mulack-, Gormann- und Steinstraße erneuert. Mit der Sanierung wurde der historische, 300jährige Stadtgrundriss mit seinen Straßen- und Platzfolgen in seiner überlieferten Gestalt mit originalen Materialien erhalten bzw. wiederhergestellt.

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1720
  • Eigentümer: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Erneuerung Fahrbahn und Gehwege
  • Planung: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Gesamtkosen: 772.000 €
  • Fördermittel: 660.000 €
  • Fertigstellung: 2008