Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Spandauer Vorstadt

Wohnhäuser Joachimstraße 20/21


Erneuerte Hoffassade mit 'Putzabdruck' des einstigen Saalbaus
Erneuerte Hoffassade mit "Putzabdruck" des einstigen Saalbaus
Lageplan
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Das Bürgerhaus Nr. 20 ist um 1780 entstanden. Laut Adressbuch von 1799 befand sich hier eine "Tabagie", aus welcher sich das spätere Ballhaus entwickelte. Vom ursprünglich zweigeschossigen Bau sind an der Fassade bekrönende Kartuschen und fein modellierte Tuchgehänge an den Fenstern überliefert. Auf dem Dachboden verweisen die im Giebel eingelassenen Sparren auf die frühere Dachform. Im Vergleich mit den später erbauten Mietshäusern fällt die geringe Gebäudetiefe auf. 1859 entstand der Saalbau im Hof. An die Nutzung als Ballhaus erinnern die Wandbilder im Erdgeschoss und die Kontur früherer Anbauten an der Hoffassade.

1803 errichtete der Polizeisekretär Malzahn nebenan das zweigeschossige Wohnhaus Joachimstraße 21. Die Straßenfront von neun Achsen und die Kubatur mit der geringen Haustiefe von nur acht Metern gleicht sich an das vorhandene Gebäude (Nr. 20) an. 1817 kaufte der Gastwirt Friedrich Wilhelm Graebert beide Häuser und erhöhte sie um ein Geschoss.
 
Die in unmittelbarer Nachbarschaft erhaltenen Wohnhäuser aus der Zeit zwischen 1830 und 1840 bilden mit ihren jeweiligen Besonderheiten ein Ensemble von Baudenkmalen, das in der Spandauer Vorstadt einmalig ist. Neben der Überlieferung des historischen Gebäudegrundrisses belegen vor allem die handwerklichen Details und Ausstattungen der hölzernen Treppenanlagen typologische Besonderheiten des Berliner Mietshauses in diesem Zeitraum.

Wandmalerei im Durchgang mit Hinweis auf den ehemaligen Ballsaal
Wandmalerei im Durchgang mit Hinweis auf den ehemaligen Ballsaal
Foto: Klaus Bädicker

Daten

  • Baujahr/Entstehung:
    Nr. 20: um 1780,
    Nr. 21: 1803;
    Aufstockung 1822
  • Denkmalart: Baudenkmale
  • Eigentümer: privat
  • Geförderte Maßnahmen: Instandsetzung und Modernisierung
  • Architekten: Bauplanungs- und Ingenieurbüro Müller GmbH Pim
    Oranienburger Straße 91
    10178 Berlin;
    ABKB - Architekturbüro für Bau- und Kunstdenkmalpflege Berlin GmbH
    Poststraße 12
    10178 Berlin
  • Fertigstellung: 1995

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