Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Rosenthaler Vorstadt

St. Elisabeth-Kirche und Gemeindehaus Villa Elisabeth
Kirchliches Ensemble als Herzstück der Rosenthaler Vorstadt


St. Elisabeth-Kirche nach der Wiederherstellung der Gebäudehülle/Ensemble Kirche und Villa Elisabeth, 2013; Foto: Hübner + Oehmig
St. Elisabeth-Kirche nach Wiederherstellung der Gebäudehülle / Ensemble Kirche und Villa Elisabeth, 2013  Foto: Hübner + Oehmig

Lageplan
Lageplan

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"Zur moralischen Erhebung der Verhältnisse" und aufgrund der Vergrößerung der Gemeinden beschloss König Friedrich-Wilhelm III. im Jahr 1828 zwei großartige Kirchen zu errichten, eine im Wedding und eine vor dem Rosenthaler Tor, die spätere St. Elisabeth-Kirche. Er beauftragte Karl Friedrich Schinkel, reduzierte später das Programm auf vier ganz einfache Kirchen ohne besondere Verzierungen und ohne Türme, die dann auch von K.F. Schinkel gebaut wurden (Johannes Kirche in Moabit, Nazareth Kirche und Pauls Kirche im Wedding und die Elisabeth Kirche in Mitte). Im September 1830 begann der Bau der Kirche vor dem Rosenthaler Tor. Sie wurde nach einigen Bauunterbrechungen und Vereinfachungen am 28. Juni 1835 in Gegenwart der königlichen Familie eingeweiht.

Schinkel konzipierte einen klassizistischen Saalbau auf rechteckigem Grundriss. Den Portikus vor dem Eingangsportal tragen sechs dorische Pfeiler, die Apsis folgt in Maß und Form dem Vorbild altchristlicher spätrömischer Basiliken. Gesimse teilen die verputzte Außenwand in eine Sockel- und zwei Oberzonen. Auf der Westseite entstand 1890 an der Invalidenstraße ein Pfarrhaus, ein dreigeschossiger Klinkerbau mit historisierenden Sandsteingliederungen und dahinter im Jahr 1907 schließlich das Gemeindehaus mit dem großen Saalbau in Jugendstilformen nach dem Entwurf von Adolf Bürckner.
Nach einem Bombenangriff 1945 brannte die Kirche bis auf die Umfassungswände aus und blieb bis nach der Wiedervereinigung ihrem Schicksal überlassen.

Seit 1991 wurde mit dem Wiederaufbau der St. Elisabeth-Kirche begonnen. Die äußere Hülle des Gebäudes wurde aus der Ruine wieder hergestellt. 1992 erhielt sie ein Notdach und erst ab dem Jahr 2000 konnten mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in mehreren Bauabschnitten das Gebäude gesichert und die Gebäudehülle restauriert werden. Es wurden fehlende Wände ergänzt und der Kirchenraum bekam ein neues Dach sowie neue Fenster. Im Inneren blieb der ruinöse Zustand.

Elisabethkirche


Rückseite der St. Elisabeth Kirche mit neuer Fassade
Rückseite der St. Elisabeth Kirche mit neuer Fassade
1991 wurde mit dem Wiederaufbau der St. Elisabeth-Kirche begonnen. Die äußere Hülle des Gebäudes wurde aus der Ruine wieder hergestellt. 1992 erhielt sie ein Notdach und erst ab dem Jahr 2000 konnte mit Mitteln der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Berlin, der Stiftung Deutscher Denkmalschutz und der Evangelischen Kirche in mehreren Bauabschnitten das Gebäude gesichert und die Gebäudehülle restauriert werden. Es wurden fehlende Wände ergänzt und der Kirchenraum bekam ein neues Dach sowie neue Fenster.

Die schrittweise Restaurierung der baulichen Hülle wurde 2009 abgeschlossen. Zudem wurde der Elisabethkirchplatz wieder hergestellt. 2008 begann der Innenausbau. Zur authentischen Erhaltung der Bausubstanz soll der ruinöse Charakter im Inneren der Kirche bewusst erhalten bleiben und an die ganzjährige Nutzung der Kirche sowohl für Gottesdienste, als auch für Veranstaltungen, Kongresse und Konzerte angepasst werden.

Der jetzige weitere Schritt beim Wiederaufbau der St. Elisabeth-Kirche wird u.a. mit Mitteln des Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz ermöglicht. Zusätzlich kommen Mittel von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz und der Evangelischen Kirche zum Einsatz.

Visualisierung Kirchenraum mit Blick auf die Apsis, seitlich Errichtung des Treppenturms; Foto: Klaus Block Architekt BDA
Visualisierung Kirchenraum mit Blick auf die Apsis, seitlich Errichtung des Treppenturms
Foto: Klaus Block Architekt BDA
Der Einbau der Orgelempore, der Südwest- und Südosttreppentürme, einer Toilettenanlage unter den Treppen sowie einer Windfangtüranlage wurde in einem ersten Bauabschnitt realisiert. In einem weiteren Bauabschnitt werden ab 2014 folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Erneuerung Fußboden im Foyer / Windfangbereich
  • Herstellung und Einbau der Portaltüren
  • Herstellung Nordosttreppenhaus mit Stahltreppe
  • Bekleidung Treppeneinbauten mit Akustikpaneelen

Beide Bauabschnitte wurden über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert.

Veranstaltung im Saal der 'Villa Elisabeth'
Veranstaltung im Saal der "Villa Elisabeth"

Gemeindehaus "Villa Elisabeth"


Gebäudeansicht 'Villa Elisabeth'
Gebäudeansicht "Villa Elisabeth" nach Sanierung der Gebäudehülle
Foto: Hübner + Oehmig

Das benachbarte Gemeindehaus "Villa Elisabeth" wurde auch in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Zu den geförderten Maßnahmen zählten die Reinigung und Instandsetzung der Fassade, Erneuerung des Sanitärbereiches sowie Instandsetzung der Eingangshalle, Treppenhäuser und Säle. Dabei blieben auf den Wand- und Deckenflächen die erhaltenswerten historischen bzw. bauzeitlichen Farbschichten unberührt. Ziel der geförderten Maßnahme war die authentische Erhaltung der Substanz.

Seit 2002 wird die "Villa Elisabeth" als Veranstaltungsort, insbesondere für Theaterproduktionen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Die St. Elisabeth-Kirche sowie die Gebäude des Pfarr- und Gemeindehauses der Elisabethgemeinde sind als Baudenkmal in die Denkmalliste Berlin eingetragen. Mit der umliegenden Bebauung in der Elisabethkirchstraße bilden die Elisabethkirche sowie das Pfarr- und Gemeindehaus ein Bauensemble. Durch die denkmalgerechte Sanierung erhielt das Bauensemble seine ursprünglich beigemessene städtebauliche Bedeutung wieder. Städtebauliches Ziel war die Wiederbelebung des ehemaligen geistig-kulturellen Mittelpunkts der Rosenthaler Vorstadt als Veranstaltungsort.
 

Daten

  • Baujahr/Entstehung:
    1830-35 (Kirche) von Karl-Friedrich Schinkel, 1907 (Gemeindehaus) von Adolf Bürckner
  • Denkmalart: Baudenkmal, Ensemble
  • Eigentümer: Evangelische Kirche
  • Geförderte Maßnahmen:
    Kirche: Innenausbau
    Gemeindehaus: Instandsetzung der Fassade, Erneuerung des Gemeindesaales und der Gemeinderäume
  • Architekt Elisabethkirche
    Prof. Dipl. Ing. Architekt BDA Klaus Block
    Sieglindestraße 5
    12159 Berlin
  • Architekt Gemeindehaus:
    Dr. Krekeler Generalplaner GmbH
    Danckelmannstraße 9b
    14059 Berlin
  • Gesamtkosten:
    Kirche: 844.454 €
    Gemeindehaus: 1,35 Mio. €
  • Fördersumme:
    Kirche: 640.823 €
    Gemeindehaus: 1,02 Mio. €
  • Fertigstellung: 2015

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