Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Rosenthaler Vorstadt

FaM Freizeithaus am Mauerpark - Treff für Kinder und Jugendliche,
Schwedter Straße 232-234


Neue Nutzung: Freizeithaus am Mauerpark
Neue Nutzung: Freizeithaus am Mauerpark

Lageplan
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

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Die in den Wohnblock integrierte ehemalige 89. und 96. Gemeindeschule hebt sich zusammen mit dem ehemaligen Predigerhaus Schwedter Straße 231 in der Geschossigkeit und Fassadengestaltung deutlich von der umgebenden fünfgeschossigen Miethausbebauung ab.

Die in den Jahren 1876-77 nach Plänen des Stadtbaurats Hermann Blankenstein errichtete Schule besteht aus zwei viergeschossigen Klassentrakten und einem eingeschossigen Turnhallenflügel an der Straße. Sie dokumentiert den im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Berlin typischen Gemeindeschultyp, der von dem Stadtbaurat Hermann Blankenstein maßgeblich geprägt worden war. Die Wandflächen der Gebäude sind mit roten Klinkern versehen und mit Formsteingesimsen, Terrakottafriesen und Ziegelbändern horizontal gegliedert. Dekorative Elemente sind nur sparsam eingesetzt, um die Baugliederung zu verdeutlichen. So betont eine schlichte Terrakottaverdachung den Eingang im Mittelrisalit der Straßenfassade und rundbogige zweigeschossige Fenster im Seitenrisalit des hinteren Klassengebäudes lassen von außen die dahinterliegende Aula erkennen.

Das hintere Gebäude wurde bis zum Sommer 2004 von einer Zweigstelle der Wilhelm-Busch-Sonderschule genutzt. Seitdem sind hier die Atelierräume des Vereins Milchhof untergebracht, dessen ursprüngliches Domizil dem Turnhallenneubau der Schule am Arkonaplatz weichen musste.

Das Schulgebäude an der Straße war Ende der 1990er Jahre wegen sinkender Schülerzahl nicht mehr für den Schulbetrieb erforderlich, so dass es im Dezember 1999 von anderen Einrichtungen belegt werden konnte. Heute nutzen die Abteilung Jugendförderung des Bezirksamtes Mitte und der freie Träge Kinderring Berlin e.V. das FaM in Kooperation. In das 3. OG ist die Geschäftsstelle des Kinderring Berlin e.V. eingezogen, der das JugendKULTurzentrum im FaM im Erdgeschoss betreibt, im 2. OG befindet sich die kommunale Einrichtung KinderKlub, im 1. OG stehen Projekträume und ein Internetcafé beiden Einrichtungen zur Verfügung. Die an das Vorderhaus anschließende Turnhalle wird nach dem Auszug der Wilhelm-Busch-Schule aus dem rückwärtigen Schulgebäude vom FaM und verschiedenen Vereinen für sportliche Aktivitäten genutzt.

In die Fördermaßnahmen im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wurde die Instandsetzung des Freizeithauses am Mauerpark mit der Turnhalle aufgenommen, die Sanierung des von Künstlern genutzten rückwärtigen Milchhofgebäudes wird aus Mieteinnahmen bestritten.

Innenraum der Turnhalle nach der Sanierung
Innenraum der Turnhalle nach der Sanierung
Die umfassenden Sanierungsarbeiten an der Turnhalle sind abgeschlossen. Am Freizeithaus am Mauerpark werden in den Jahren 2008 und 2009 mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz die Fassaden instand gesetzt und die Sanitäreinrichtungen erneuert. Zur Einhaltung der Brandschutzbestimmungen wird wie bei der Mehrzahl der historischen Schulgebäude das Treppenhaus gegenüber den Fluren mit Glaselementen abgeschottet.

Turnhalle nach Sanierung
Turnhalle nach Sanierung

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1876-77 von Hermann Blankenstein
  • Denkmalart: Gesamtanlage
  • Eigentümer: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: umfassende Sanierung der Turnhalle, am Hauptgebäude Fassadensanierung und Maßnahmen im Treppenhaus
  • Architekten:
    Architekturbüro Saalbach AIV
    Solquellstraße 45
    13467 Berlin
  • Bruttobaukosten: 1.800.000 €
  • Fertigstellung: 2009

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