Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz - Abgeschlossenes Fördergebiet Rosenthaler Vorstadt

Ackerstraße – Spandauer Vorstadt


Sanierte Fahrbahn am Pappelplatz, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Sanierte Fahrbahn am Pappelplatz, 2011
Foto: Steinbrecher & Partner
Lageplan
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Nach Schleifung der Festungsanlagen entstand um 1750 im Bereich zwischen Rosenthaler und Hamburger Tor die Äußere Spandauer Vorstadt, aus der später u. a. die Rosenthaler Vorstadt hervorging. Kern dieses Gebiets war die zwischen 1752 und 1770 entstandene Kolonie Neu-Voigtland zwischen der heutigen Berg-, Acker- und Brunnenstraße. Die Siedlung war für Handwerker und Bauleute aus dem sächsischen Vogtland vorgesehen, die bisher in den Wintermonaten in ihre Heimat zurückkehrten. Eingeschossige Reihenhäuser wurden errichtet und Straßen parallel durch die Äcker der Berliner Feldmark gelegt. Die Straßen wurden durchnummeriert. Bis 1755 entstanden in vier Straßenreihen 60 eingeschossige Typenhäuser, in denen insgesamt 120 Familien wohnten. Die Kolonistenhäuser wurden bereits nach kurzer Zeit umgebaut, erweitert oder durch neue Gebäude ersetzt. Von der Erstbebauung ist kein Gebäude mehr vorhanden. Erhalten blieben aber bis heute der Stadtgrundriss mit seinem überlieferten Straßenverlauf sowie die atypisch schmalen Parzellen mit einer Breite von ca. 10,60 m und einer Tiefe von bis zu 100 Metern.

Während der deutschen Teilung verlief die Ackerstraße sowohl durch Ost- als auch durch West-Berlin. An der Kreuzung Bernauer Straße lag ein Teil der Ackerstraße im Grenzbereich.

Die Gehwege der Ackerstraße sind im Bereich der Rosenthaler Vorstadt überwiegend in ihrer ursprünglichen Gestaltung aus der Zeit um 1880-1890 mit dem verwendeten Originalmaterial erhalten.

Mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz wurden vor allem die Sanierung der Gehwege und der Bau von Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger durchgeführt. In der Mitte der Gehwege wurden zwei Reihen Granitplatten verlegt, die Randstreifen sind mit Mosaikpflaster, vorwiegend Bernburger Kalksteinmosaikpflaster, befestigt. Für die Grundstückseinfahrten wurden Großsteinpflaster verwendet.
 
Sanierter Gehweg mit zweireihigen Granitplatten und Randstreifen aus Mosaikpflaster, 2011; Foto: Steinbrecher & Partner
Sanierter Gehweg mit zweireihigen Granitplatten und Randstreifen aus Mosaikpflaster, 2011
 
Die Gehwege hatten in Teilbereichen einen erhöhten Erneuerungsbedarf. Bei vorangegangenen Sanierungsmaßnahmen wurden sie nur provisorisch und mit ungeeigneten Materialien, beispielsweise Beton oder Asphalt, repariert. Bei der nun erfolgten Sanierung wurden diese unsachgemäß reparierten Teilbereiche denkmalgerecht wiederhergestellt. Es wurde großer Wert darauf gelegt, dass materialgleiches, vorzugsweise originales Altmaterial, verwendet wird und der Straßenraum so ein einheitliche bauliche Gestalt erhält, die der des späten 19. Jahrhunderts entspricht.

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1752
  • Eigentümer: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Erneuerung Fahrbahn und Gehwege, zwei Überquerungen
  • Planung: Bezirksamt Mitte von Berlin
  • Gesamtkosten: ca. 634.000 €
  • Fördermittel: 542.000 €
  • Fertigstellung: 2008