Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Müllerstraße

Paul Gerhardt Stift, Kindertagesstätte
Müllerstraße 56-58


Straßenfront Paul Gerhardt Stift, 2013; Foto: Stefan Kurzke-Maasmeier
Straßenfront Paul Gerhardt Stift, 2013; Foto: Stefan Kurzke-Maasmeier
 
Lageplan - Paul Gerhardt Stift, Kindertagesstätte
Lageplan

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Die unter Denkmalschutz stehende Gesamtanlage des Paul Gerhardt Stifts wurde 1886-1887 im heutigen Ortsteil Berlin-Wedding errichtet und 1888 eröffnet. Die 1876 durch den evangelischen Pfarrer August Disselhoff gegründete private Stiftung zur Pflege von Kranken, Kindern und Armen in christlicher Tradition der Nächstenliebe hatte ein ca. 20.000 m² großes Baugelände erworben und die Architekten Ernst Schwartzkopff und Heinrich Theising mit der Errichtung eines entsprechenden Gebäudekomplexes beauftragt. Die Baumeister wählten einen damals üblichen Baustil in Anlehnung an die märkische Backsteingotik. Die in mehreren Etappen fertiggestellten Bauten bestanden aus einem langgestreckten repräsentativen Diakonissenmutterhaus, einer Kapelle, einem Krankenhaus mit Isolierstation und mehreren Wohnhäusern.

Das Gebäude der ehemaligen Poliklinik – die heutige Kita - liegt im ersten Hof und wurde zwischen 1889 und 1905 errichtet. Das eingeschossige Gebäude wurde als traditioneller Mauerwerksbau ohne Keller erbaut. Die Fassade wurde als Putzfassade mit Klinkerelementen ausgeführt. Das Gebäude erfuhr seit seiner Entstehung mehrere Umbauten und wurde zuletzt durch einen Optiker und ein Bistro genutzt.

Außenansicht Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014; Foto: BSM mbH
Außenansicht Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014
Mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes wurde das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Poliklinik umgebaut. Es entstanden vier Gruppenräume mit 38 Plätzen für Kinder zwischen null und sechs Jahren. Der Umbau und die Ausstattung der Räume wurden so gestaltet, dass die Bildungs- und Förderziele der Kindertagesstätte als interkulturelle Einrichtung gewährleistet werden, ebenso die Möglichkeit der Inklusion. Die im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz geförderten Maßnahmen umfassten die Fassadensanierung, die Herrichtung der Innenräume im Erdgeschoss, die Anpassung der Haustechnik sowie die Erneuerung der Sanitär- und Heizungsanlagen. Über das Kitaausbauprogramm des Landes Berlin 2013–2014 erfolgte die alters- und entwicklungsgerechte Gestaltung der Spielflächen und -geräte im Innen- und Außenbereich.

Städtebauliches Ziel des Projektes ist es, die Öffnung des Stiftes als wichtige soziale Infrastruktureinrichtung am nördlichen Eingang des Zentrums Müllerstraße weiter zu unterstützen und das Defizit an Kitaplätzen im Quartier abzubauen. Die Maßnahme wurde 2014 durchgeführt und mit 234.000 € aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz unterstützt.

Innenraum Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014; Foto: BSM mbH
Innenraum Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014
Räume Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014; Foto: BSM mbH
 
Räume Kindertagesstätte nach der Sanierung, 2014;
Fotos: BSM mbH

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1886 – 1887 nach Plänen von Ernst Schwartzkopff und Heinrich Theising
  • Denkmalart: Gesamtanlage
  • Eigentümer:
    Paul Gerhardt Stift
    Müllerstraße 56-58
    13349 Berlin
  • Geförderte Maßnahmen:
    Fassadensanierung, Um- und Ausbau der Innenräume zu einer Kindertagesstätte, Anpassung der Haustechnik, Erneuerung der Sanitär- und Heizungsanlagen
  • Architekten:
    Wilke Weber-Klüver
    Architekten
    Berliner Straße 27
    14169 Berlin
  • Gesamtkosten: 309.400 €
  • Fördermittel: 234.000 €
  • Fertigstellung: 2014

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