Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Luisenstadt

Michaelkirchplatz


 
Lageplan - Michaelkirchplatz
Lageplan

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Der im Jahr 1820 auf dem Cöpenicker Feld entstandene Platz erhielt erst mit Lennés Bebauungsplan aus dem Jahr 1843 eine Zweckbestimmung. Auf dem Platz war ein Kirchenbau geplant. Als 1849 feststand, dass die Gemeinde St. Hedwig hier ihre zweite katholische Kirche, die Michaelkirche, errichten würde, erhielt der Platz den Namen Michaelkirchplatz.

Planung zur Neugestaltung des Michaelkirchplatzes, 2008
Planung zur Neugestaltung des Michaelkirchplatzes, 2008
 
Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné entwarf die rechteckige Platzanlage 1843 bis 1849 mit zwei symmetrisch angeordneten Grünflächen. Die heute noch erhaltenen Lindenalleen an den Längsseiten fassen den Platz ein. Begleitet wurden diese Lindenreihen von breiten Schmuckstreifen mit Gehölz- und Blumenflächen in rhythmischer Abfolge, kleinkronigen Bäumen und Kieswegen. Lenné plante nördlich des Michaelkirchplatzes einen halbkreisförmigen Abschluss. Seine Idee fand jedoch keinen Anklang beim Grundeigentümer, so dass stattdessen ein rechteckiger Platzabschluss mit zwei rechteckigen Grünflächen entstand, die von Bäumen gesäumt wurden.

Michaelkirchplatz nach der Umgestaltung, 2016; Foto: Philipp Eder
Michaelkirchplatz nach der Umgestaltung, 2016
Foto: Philipp Eder
 
Ende der 1920er Jahre wurde der Michaelkirchplatz von Erwin Barth als Blickfang in die Hauptachse des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal integriert. Anfang der 1950er Jahre veränderte sich die Struktur des Platzes, als die Schmuckstreifen durch einen breiten umlaufenden Weg ersetzt wurden. Nach 1961 verlief direkt vor der Kirche, über das angrenzende Engelbecken die Berliner Mauer mit ihren Grenzanlagen.

Im Jahr 2011 begann die Neugestaltung der Grünfläche mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Um dem Platz den ursprünglichen Charakter wiederzugeben, wurde der umlaufende innere Weg wiederhergestellt und durch kleinkronige Bäume begleitet. Fehlende Linden wurden nachgepflanzt. Durch das Anlegen von vier symmetrisch angeordneten Fliedergebüschen sowie Eckbepflanzungen auf der Außenseite wurde der Kirchenvorplatz betont. Die vier schmalen Rasenflächen erhielten durch Anpflanzung von Ziergehölz und Solitärsträuchern die rhythmische Gliederung nach historischem Vorbild wieder.
Mit der Fertigstellung im Jahr 2012 konnte ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung der historischen Platzgestaltung und zur Stadtreparatur entlang des ehemaligen Grenzstreifens geleistet werden.

 Wegeführungen auf dem südlichen Teil des Michaelkirchplatzes mit Blick in Richtung Engelbecken, Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Wegeführungen auf dem südlichen Teil des Michaelkirchplatzes mit Blick in Richtung Engelbecken, Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda


Baumpflanzungen auf den Grünflächen nördlich des Michaelkirchplatzes, Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Baumpflanzungen auf den Grünflächen nördlich des Michaelkirchplatzes, Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
 

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1820 entstanden,
    1843-1849 Kirchplatz,
    1849 als Michaelkirchplatz von Peter Joseph Lenné gestaltet
  • Denkmalart: Gartendenkmal
  • Eigentümer: Bezirk Mitte von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Neugestaltung der Grünfläche
  • Architekten:
    Hortec Berlin
    Garten-, Landschafts- und Stadtplanung
    Meierottostraße 7
    10719 Berlin
  • Bruttobaukosten: 603.000 €
  • Fertigstellung: 2012

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