Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Luisenstadt

Kindernotdienst mit Freifläche, Gitschiner Straße 48


Städtisches Gaswerk Gitschiner Straße, um 1870; Quelle: Berlin und seine Bauten, Teil X, Band A
Städtisches Gaswerk Gitschiner Straße, um 1870
Quelle: Berlin und seine Bauten, Teil X, Band A

Lageplan - Kindernotdienst
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

Städtebaulicher Denkmalschutz Berlin - Logo
Seit 1841 erfolgten Bemühungen der Stadt Berlin, eine eigene städtische Gasversorgung aufzubauen, die die bisherige Versorgung durch die private Imperial Continental Gas Association ablösen sollte. Zu diesem Zweck wurden nach und nach immer mehr und immer größere Gasanstalten errichtet. Auch am Hellweg, der heutigen Gitschiner Straße, entstand solch eine Gasanstalt, die 1847 ihren Betrieb aufnahm. Die heute auf dem Areal Gitschiner Straße 48 noch erhaltenen Gebäude waren ein Verwaltungsgebäude (vorderes Gebäude), ein Beamtenwohnhaus (hinterer Klinkerbau) und ein Magazingebäude (heutiges Haus des Sports). Von den eigentlichen Produktionsanlagen ist nichts mehr vorhanden.

Westliche Hoffassade vor der Sanierung, 2009; Foto: BASD Gerhard Schlotter Architekten
Westliche Hoffassade vor der
Sanierung, 2009
Foto: BASD Gerhard Schlotter Architekten
Das ehemalige Verwaltungsgebäude wurde 1855 als massiver, verputzter zweigeschossiger Mauerwerksbau mit Satteldach erbaut. Der Straßengiebel ist mit sparsamen und dennoch schmückenden Stuckdekorelementen etwas aufwendiger gestaltet als die anderen Seiten des Gebäudes. Der Anbau an der Westseite wurde 1893 als Klosettanlage errichtet. Im Jahr 1982 wurde die Fassade letztmals instand gesetzt.

Südliche Hoffassade, 2009; Foto: BASD Gerhard Schlotter Architekten
Südliche Hoffassade
2009
Das ehemalige Beamtenwohnhaus wurde um 1870 ebenfalls als zweigeschossiger Mauerwerksbau errichtet. Die Fassaden sind, bis auf die Ostfassade, mit roten Ziegeln verblendet und horizontal durch umlaufende Sohlbankgesimse und Kranzgesimse gegliedert. In den folgenden Jahren erfuhr das Gebäude einige Veränderungen: 1882 erfolgte ein eingeschossiger Anbau an der Südseite des Gebäudes, 1903 wurde der Klosetanbau um ein Geschoss erhöht und 1913 wurde an der Westseite ein Anbau über alle Geschosse, einschließlich des Kellergeschosses, errichtet. Die heutige Gestalt des Gebäudes geht somit auf das Jahr 1913 zurück.

Klinkerbau (ehem. Beamtenwohnhaus) nach Sanierung, 201; Foto: Sperker
Klinkerbau (ehem. Beamtenwohnhaus) nach Sanierung, 2013
Foto: Sperker
Beide Gebäude werden heute vom Kindernotdienst genutzt. Der Kindernotdienst bietet Familien und Kindern bei akuten Familienproblemen und Familienkrisen ein umfassendes Beratungs- und Hilfsangebot.

Kindernotdienst, Hofansicht nach Sanierung, 2015; Foto:Lichtschwärmer - Christo Libuda
Kindernotdienst, Hofansicht nach Sanierung, 2015
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Mit den durchgeführten Sanierungsarbeiten wurden die Gebäudehüllen instand gesetzt und das Obergeschoss des Klinkergebäudes nach einer Dachstuhlsanierung als Spiel- und Aufenthaltsbereich für die Kinder neu gestaltet. Die Maßnahmen zur Sanierung der Außenhüllen umfassten die Instandsetzung der Fassaden, die Dachsanierung, Fensteraufarbeitung und die Abdichtung des durchfeuchteten Sockelbereichs. Die Sanierung der Gebäudehülle des vorderen Gebäudes wurde 2011 fertiggestellt, die Sanierung des Klinkergebäudes war 2013 beendet.

Klinkerbau (ehem. Beamtenwohnhaus) nach Sanierung, 201; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Klinkerbau, Hofansicht nach Sanierung, 2015
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda


Klinkerbau (ehem. Beamtenwohnhaus) nach Sanierung, 201; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Historischer Eingangsbereich nach Sanierung im Detail, 2015
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Um den Standort weiter zu stärken und eine bessere Einbindung in das umliegende Stadtviertel zu erzielen, wurden 2013 die Außenanlagen des Haus des Sports und des Kindernotdienstes neu gestaltet. Die vorhandenen Aufenthalt- und Spielbereiche des Kindernotdienstes blieben als Grundgerüst erhalten, wurden jedoch aufgewertet und neu gestaltet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Einfriedung gelegt. Sie soll gleichzeitig die Kinder vor Blicken und unerwünschten Eindringlingen schützen und andererseits kein Gefühl des „Eingesperrt-Sein“ aufkommen lassen. Die historische Eingangssituation mit einem Tor und gemauerten Schmuckpfeilern sowie noch teilweise erhaltene historische Einfassungsmauern und historische Wege- und Beeteinfassungen wurden denkmalgerecht saniert.

Neu gestaltete Freianlage, 2015; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Neu gestaltete Freianlage, 2015
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Insgesamt wurde aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz eine Fördersumme in Höhe von 3,3 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Klinkerbau (ehem. Beamtenwohnhaus) nach Sanierung, 201; Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda
Neu gestaltete Freianlage des Kindernotdienstes, 2015
Foto: Lichtschwärmer - Christo Libuda

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1855 und 1870
  • Denkmalart: Gesamtanlage
  • Eigentümer: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Instandsetzung der Fassaden, Reinigung der Stuckelemente, Dachsanierung, Fensteraufbe-reitung, Abdichtung des durchfeuchteten Sockelbe-reichs, Neugestaltung und Erweiterung der Freifläche
  • Architekten:
    Dipl.-Ing. Leisering
    Wildensteiner Straße 28
    10318 Berlin, Grünflächenamt Friedrichs-hain-Kreuzberg
  • Gesamtkosten / Fördersumme: 3,3 Mio. €
  • Fertigstellung: Gebäude 2013, Freifläche 2015

Download


Links