Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Luisenstadt

Freifläche Bethanien


Sanierter Weg mit denkmalgerechter Zaunanlage zum Spielplatz, Mai 2016; Foto: BSM mbH
Sanierter Weg mit denkmalgerechter Zaunanlage zum Spielplatz, Mai 2016
Foto: BSM mbH
Lageplan - Freifläche Bethanien
Lageplan

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Im Auftrag des Königs Friedrich-Wilhelm IV. von Preußen wurde 1845-1847 die "Central-Diakonissinnenanstalt und Krankenhaus Bethanien" nach Plänen des Architekten Ludwig Perseus von Theodor Stein errichtet. 1851 folgte die Anlage des parkähnlichen Patienten­gartens durch den Gartenkünstler Michaelis nach Plänen von Peter Joseph Lenné. Nach mehrfachen Umgestaltungen wurden die Freiflächen 1930 weitgehend neu gestaltet. Merkmale waren eine klare Struktur mit groß­zügigen Rasenflächen, breiten Wegen und kräftigen Baumreihen, wodurch ein harmonischer Gesamteindruck und das Gefühl der Weite erzeugt wurden. Infolge von Kriegszerstörungen, Nutzungsänderungen und Ergänzungen wurde die Gestaltung der 1930er Jahre in den folgenden Jahrzehnten stark überformt.

Das ehemalige Krankenhausgelände Bethanien steht als Gesamtanlage mit allen Gebäuden und Freiflächen unter Denkmalschutz. Die Freiflächen von rund 47.000 m2 sind geprägt durch differenzierte öffentliche Räume, die eine Vielfalt von Nutzungsmöglichkeiten bieten, darunter unterschiedliche Angebote für Kinder und Jugendliche.

Seit September 2008 wurden und werden die Freiflächen des Bethanien in mehreren Bauabschnitten mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes neu gestaltet und denkmalgerecht saniert. Die Umgestaltungsmaßnahmen orientieren sich an den Gestaltungsprinzipien der Neuanlage von 1930. Ziele waren eine bessere Vernetzung der Flächen untereinander, eine klare Gestaltung der inneren Flächen und die großzügige Öffnung des Geländes zum Bethaniendamm. Die Freiflächen sind - bis auf die noch im 5. Bauabschnitt zu bearbeitenden Restflächen - gestalterisch aufgewertet, für die Bevölkerung qualifiziert und als Gesamtensemble erlebbar gemacht worden. Die historische Einfriedung wurde soweit wie möglich saniert bzw. nach Bestand wieder hergestellt. Die zuvor vorhandenen Nutzungen sind erhalten geblieben und in die Gesamtkonzeption eingebunden worden. Bei allen Neugestaltungen konnte der spezifische "genius loci" des Bethaniengeländes bewahrt bleiben.

Ein Teil der Freifläche Bethaniens vor der Sanierung
Ein Teil der Freifläche Bethaniens vor
der Sanierung, Foto: BSM mbH
Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen war die Einbeziehung der Wünsche und Anregungen der Anwohner und Nutzer. Seit Beginn der Planung wurde zusammen mit ihnen die Gestaltung der Flächen in Workshops und vielen Gesprächen entwickelt und abgestimmt.

Ein großer Teil der Freiflächen wurde bereits fertig gestellt und der Öffentlichkeit übergeben. In einem 5. Bauabschnitt werden noch einzelne Restflächen saniert. Der Abschluss der Maßnahme ist für 2017 geplant.

Freilichttheater mit denkmalgerechter Zaunanlage; Foto: BSM mbH
Freilichttheater mit denkmalgerechter Zaunanlage; Foto: BSM mbH

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1851 von Peter Joseph Lenné
  • Denkmalart: Gesamtanlage
  • Eigentümer: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen:
    Flächen zwischen Seminargebäude und AWO-Haus, Flächen vor dem Hauptgebäude / am Pestalozzi-Fröbel-Haus, Flächen am Bethaniendamm, Innenhof am Georg-von-Rauch-Haus, Durchwegung Südflügel / Parktheater, Flächen und Wege am Kinderhaus Waldemarstraße, Restaurierung der historischen Einfassungsmauern
  • Architekten:
    Büro Schmidt-Seifert
    Landschaftsarchitektur, Stadtforschung, Gartendenkmalpflege
    Großbeerenstraße 71
    10963 Berlin
  • Gesamtkosten / Fördersumme:
    3,53 Mio. €
  • Fertigstellung: 1. bis 4. BA 2015
  • Geplante Fertigstellung 5. BA: 2017

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