Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Kaskelstraße/Victoriastadt

Stadthaus Lichtenberg, Türrschmidtstraße 40
Vom Rathaus zum Heimatmuseum und Bürgertreff,
ein historischer Ort im neuen Gewand


Stadthaus nach der Sanierung 2006
Stadthaus nach der Sanierung 2006
Lageplan
Lageplan

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Das ursprünglich 1900/01 als Rathaus für die Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg errichtete Stadthaus unterschied sich als repräsentatives Gebäude mit seinem hohen, mit Ornamenten reichgeschmückten Frontgiebel von den übrigen Gebäuden der Türrschmidtstraße. Durch das Gebäude führte nach der Aufschüttung von Dämmen und dem Bau von Viadukten zur Hochlegung der Eisenbahnstrecke ab 1902 eine Passage, welche die Türrschmidtstraße mit der Prinz-Albert-Straße, der heutigen Nöldnerstraße, verband. In die Nutzung einbezogen wurden auch die benachbarten Wohnhäuser von 1891/92. Mit der Eingemeindung von Boxhagen-Rummelsburg nach Lichtenberg 1912 verlor das Rathaus seine Funktion, die Stadt- bzw. spätere Bezirksverwaltung Lichtenberg nutzte die etwa 125 Diensträume. 1945 fiel das Torhaus zum großen Teil den schweren Bombenangriffen zum Opfer. Erhalten blieb nur das Seitengebäude mit gelber Klinkerfassade entlang der Stadthausstraße, der ehemalige Gebäudeteil rechts von der Passage wurde 1960 nur zweigeschossig und mit Flachdach als Eckgebäude neu errichtet.

Nach Auszug der Bezirksverwaltung Mitte der 1990er Jahre stand das Stadthaus jahrelang leer, bis sich der Bezirk 2003 entschloss, dem Wunsch der Anwohner nach einem kulturellen Angebot mit der Nachnutzung des Gebäudes nachzukommen.

Bei der Sanierung wurden die Gebäudeteile funktional zusammengelegt, ein dekoratives Stahl-Glas-Element auf der Hofseite verbindet das zweigeschossige Eckgebäude mit dem Hauptgebäude, neue Gliederungselemente gestalten die schmucklose Hauptfassade.

Vier Bereiche bestimmen heute die Nutzung des Stadthauses. In den niedrigen Gebäuden an der Stadthausstraße ist das Museum Lichtenberg untergebracht, das in seiner Dauerausstellung und mit den regelmäßigen Sonderausstellungen die Geschichte des Bezirks und seiner ehemaligen Dörfer vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart präsentiert. Zwei Räume nutzt der Sozialdienst des Bezirks als Begegnungs- und Beratungsstätte, ein freier Träger unterstützt die künstlerisch-kulturellen Aktivitäten von Bürgern im Kiez, betreibt eine soziale Bücherstube, ein Info-Café und eine kleine Kochküche.

In der obersten Etage des Stadthauses befindet sich eine Atelierwohnung in der junge internationale Künstler und Künstlerinnen für ein halbes Jahr die Möglichkeit haben, in Lichtenberg zu leben und zu arbeiten. Auf diese Weise ist im Stadthaus ein Zentrum des Bezirks für Geschichte, Kultur und Begegnung entstanden.

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1900/01 von Rudolf Goltsch
  • Eigentümer: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen:
    umfassende Sanierung
  • Architekten: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
  • Bruttobaukosten: 2.048.669 €
  • Fertigstellung: 2006